Kölner nutzen die neuen Gastro-Freiheiten

Köln: „Alle heiß auf Fassbier“ – Restaurants, Bars, Biergärten haben geöffnet

+
Der Außenbereich von Tante Kurt an der Brüsseler Straße ist bei den Gästen beliebt.
Alle Autoren
    schließen
  • Nina Büchs
    Nina Büchs
  • Johanna Werning
    Johanna Werning

Passend zu den ersten Corona-Lockerungen in Köln spielt das Wetter mit. Die Sonne scheint, die Außengastronomie darf öffnen – wie das Leben in die Stadt zurückkehrt.

Köln – Der Sommer ist in Köln angekommen. Temperaturen über 20 Grad und Sonnenschein haben die Kölner bereits am Wochenende in die Parks und Grünflächen getrieben. Seit dem heutigen Montag darf zudem die Außengastronomie in Köln öffnen. Einen Cappuccino im Café schlürfen, oder ein kühles Kölsch im Biergarten genießen – all das ist ab heute theoretisch wieder möglich.

Außengastronomie darf in Köln öffnen

Um einen Platz in der Außengastronomie zu erhalten, muss ein negativer Corona-Test, eine überstandene Infektion oder aber ein vollständiger Impfschutz nachgewiesen werden.

Die Gastronomen dürfen ihre Außenbereiche ab heute wieder öffnen, müssen das aber natürlich nicht. Da die 7-Tage-Inzidenz fünf Werktage am Stück unter dem Wert 100 lag, kann Köln nun so richtig in den Sommer starten. Wir sammeln die schönsten Eindrücke aus der Domstadt.

Biergarten am Aachener Weiher: Kölsch und Weizen – und Lob für die Stadt Köln

Ein beliebtes Ziel an schönen Tagen: der Aachener Weiher in Köln! Josef Reyes ist Betreiber des Biergartens am Aachener Weiher. „Wir sind sehr zufrieden“, sagt er lächelnd zu 24RHEIN. Bis 18:30 Uhr waren bereits 200 Leute da. Und auch hier gab es vor allem zwei Getränke, die getrunken wurden: Kölsch und Weizenbier. „Ich freu mich - auch mit dem Wetter. Hoffentlich bleibt es so mit der Inzidenz.“ Probleme mit Gästen und Corona-Regeln habe es nicht gegeben. „Die Menschen sind toll und die Atmosphäre auch. Köln ist eine schöne Stadt. Die Stadt und der Rat haben das wirklich toll gemacht. Die haben wirklich ein Lob verdient. Letztes Jahr und dieses Jahr haben sie die Gebühren gestrichen. Das muss man auch mal sagen. Das hat wirklich geholfen - genau wie die Corona-Hilfen.“

Bumann & Sohn in Ehrenfeld: Gäste genießen ihr Feierabendbier

Bumann & Sohn auch hier sind die Tische und Sitzgelegenheiten gut besucht. Viele genießen ihr Feierabendbier, wie Servicekraft Dennis erzählt. „Ich bin sehr happy, auch, wenn es noch nicht der mega Ansturm war. Ich gehe aber auch davon aus, dass es heute noch mehr werden.“ Es sei aber ziemlich viele zusätzliche Arbeit mit dem Kontrollieren der Tests. Beschwerden habe er aber keine gehört. Die Leute freuen sich einfach, dass Gastro wieder möglich ist – das gelte auch für die Servicekräfte.

Hängende Gärten von Ehrenfeld öffnen Außengastronomie

„Wir sind seit drei Uhr am Start. Ich bin sehr aufgeregt“, sagt Thomas Pollmann, Geschäftsführer der Hängenden Garten von Ehrenfeld. Es ist schon besonders, nach so einer langen Zeit wieder zu öffnen. Es sind auch heute alle Kellner am Start. Wir haben gesagt, wir starten alle zusammen“ Den Neuanfang startet die Kneipe vor allem mit Stammgästen, wie der Geschäftsführer weiter erzählt. 

Zum scheuen Reh in Köln: „Start hätte kaum besser“ sein können

„Wir haben extra früher geöffnet“, erzählt Marco Martins, Geschäftsführer des Zum scheuen Reh. „Es läuft super, aber es ist auch echt anstrengend so nach sieben Monaten. Der Start hätte bei dem Wetter aber kaum besser sein können.“

Restaurant im Stadtgarten in Köln: „Alle sind heiß auf Fassbier“

Auch hier im Stadtgarten läuft die Außengastro gut an. „Alle sind heiß auf Fassbier“, erzählt der Geschäftsführer Michael Hinz. Knapp 100 Gäste finden bei ihm Platz. Der erste Tag sei bislang super gelaufen. Er schätzt, dass noch bis Mitternacht Gäste bewirtet werden. Doch es gab auch Ausnahmen der freundlichen Gäste. „Ich hatte tatsächlich drei Querdenker. Ohne Test, ohne Maske. Die mussten dann gehen.“ Ein Besuch sei nämlich nur möglich, wenn sich alle an die Regeln halten. Dabei hätten sich die Genannten direkt neben dem Biergarten testen lassen können. Einen Teil des Erlöses wird bei den Einnahmen der Tests an die IG Gastro gespendet. Das komme eigentlich bei seinen Kunden gut an. Doch es gibt noch ein weiteres Problem: Viele Kellnerinnen und Kellner haben während der Corona-Zwangspause einen anderen Job gefunden. „Ich konnte aber keine neuen anlernen, wir hatten ja geschlossen.“

Tante Kurt mach auf – und die Gäste kommen

Auch bei Tante Kurt im Belgischen Viertel läuft es gut. „Wir sind echt zufrieden und haben viel zu tun - zum Glück. Die Leute sind alle sehr nett und entspannt. Sie zeigen direkt automatisch ihr negatives Testergebnis.“ Im Belgischen gibt es bei „Gottes Grüne Wiese“ für die ersten Gäste in diesem Jahr Cola light statt Kölsch. „Ich bin leidenschaftlicher Cola-Trinker und muss noch fahren, darum also kein Alkohol. Aber die Sonne scheint, die Inzidenz sinkt, jetzt stimmt auch alles andere“ erzählt der erste Gast gemütlich am Tisch. 

Belgisches Viertel in Köln: Herr Pimock empfängt seit morgens um 10 Uhr Gäste

Wie schon in der Zeit vor der Corona-Pandemie ist Herr Pimock auch nach der Zwangspause gut besucht. „Schon seit heute Morgen, 10 Uhr, sind wir hier und bewirten. Es läuft sehr gut. Wir freuen uns, wieder loszulegen.“ Dabei darf auch die gute Laune nicht fehlen, wie der Barkeeper erzählt. Die Hälfte trinken alkoholfreie Limos oder Kaffees, die andere Hälfte startet den Gastrobesuch mit Spritzgetränken wie Lillet.

Die Wohngemeinschaft in Köln ist geöffnet – und zuversichtlich für den Abend

Florian von der „Wohngemeinschaft“ an der Richard-Wagner-Straße ist zuversichtlich, dass die noch leeren Tische spätestens am Abend gefüllt werden. „Bei uns ist es ja meistens ab dem Abend.“ Sowohl das Kölsch als auch die Tacos stehen für die Gäste jedoch schon jetzt bereit. Das Café Buur, ganz in der Nähe, ist übrigens noch bis Mittwoch geschlossen. Dann finden etwa 40 Tische ihren Platz. Auch hier geht man fest davon aus, dass die Stammgäste ihren Weg zurückfinden werden. 

Köln: Erst Corona-Test im Café Kult, dann Außengastro

Noch ist das Café Kult am Chlodwigplatz in Köln ein Corona-Testzentrum. Doch schon ab Dienstag will auch das Café seinen Außenbereich für Gäste öffnen. Die Nachfrage nach Corona-Tests ist gerade an dieser Teststelle am Nachmittag groß. Der Grund überrascht nicht. Auf Nachfrage erklären einige Wartenden, dass sie für heute Abend ein negatives Testergebnis brauchen. „Wir wollen in die Außengastro und haben extra einen Tisch reserviert. Damit wir aber auch wirklich dürfen, brauchen wir einen Test. Den machen wir jetzt gemeinsam.“

Köln: Außengastro öffnet – „Es läuft super“, heißt es vom Brauhaus Johann Schäfer

Der Außenbereich des Brauhaus Johann Schäfer in der Kölner Südstadt ist gut gefüllt. Etliche Besucher genießen dort den ersten Besuch nach vielen Monaten. „Es läuft super, die Leute nehmen es total an und sind sehr entspannt“, erzählt Thomas Borninkhof, einer der Geschäftsführer des Brauhauses. „Die haben auch Verständnis, wenn es mal länger dauert. Immerhin sind wir in der Zwischenzeit ziemlich eingerostet. Es läuft aber echt gut. Die Leute trinken aber früher als sonst.“

Rheinauhafen: Menschen genießen das gute Wetter – Bona‘me hat noch geschlossen

Das „Bona‘me“ am Rheinauhafen hat noch geschlossen. „Wir öffnen erst morgen“, erzählt der Kellner. Aktuell wird aber alles für die Öffnung vorbereitet. Am Dienstag, 1. Juni, geht es los. Doch auch sonst sind am Rheinauhafen einige Menschen teilweise zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs und genießen das gute Wetter. Die ersten Kölnerinnen und Kölner genießen auch hier bereits den ersten kühlen Weißwein.

„La Dolce Vita“ an der Rheinpromenade – Gastwirte empfangen Gäste im Außenbereich

So lässt es sich aushalten: Erste Gäste lassen sich auch in den Außengastros an der Rheinpromenade nieder. Sie bestellen Kölsch, Aperol und Latte Macchiato – alles was das Kölner Herz begehrt.

Außengastro in Köln: Gäste genießen ihren Restaurant-Besuch – Kölner Paar hat etwas zu feiern

Auch im „Extrablatt“ am Alter Markt füllen sich die Tische. Mit dabei auch ein Paar aus Köln, die etwas zu feiern haben. „Dass wir direkt heute hier sitzen, hat einen besonderen Grund. Wir sind seit sieben Monaten ein Paar und können heute zum ersten Mal essen gehen“, erzählt der Kölner stolz. Noch länger wollten die beiden nicht warten, darum hat er sich extra freigenommen. Zur Feier des Tages gibt es Schnitzel und Pommes mit Bier und Cola mit einem Wrap.

Gastro öffnet in Köln – die ersten Besucher trinken schon ihr Kölsch

Die ersten Besucher genießen im „Päffgen“ in der Kölner Altstadt ihr Kölsch. Dafür kommen sie auch extra aus Siegburg in die Domstadt, wie diese beiden. Bei dem guten Wetter schmeckt das Kölsch auf jeden Fall gut, berichten sie. Damit sind sie in guter Gesellschaft. „Schmeckt besser als Zuhause, auch wenn meine Frau nicht schlecht kocht“, scherzt ein anderer Gast. Die vierköpfige Gruppe hat zum Gastro_Start extra einen Tisch gebucht. „Wir dachten, dass heute nicht so viel los ist, wie am Wochenende.“ . Mit Erfolg. Sie haben den „Ostermann Balkon“ am Päffgen ganz für sich allein. 

Lockerungen bei der Außengastronomie in Köln: Erste Kölner genießen Cappuccino in der Sonne

Die Sonne strahlt, die Temperaturen steigen. Es ist T-Shirt-Wetter in Köln. Und passend dazu darf nun auch die Außengastronomie in Köln wieder öffnen. In der Alfredo Caffé Bar am Willy-Millowitsch-Platz in der Innenstadt haben sich die ersten Gäste eingefunden, um ihren Kaffee, Cappuccino oder ihr Eis in der Sonne zu genießen. Ein Kellner erzählt, dass er sich freut, wieder Gäste bewirten zu dürfen. Aber die ganzen Regelungen machen es schwer. „Teste kontrollieren und co“ ist viel zusätzliche Arbeit

Einkaufen in der Ehrenstraße: Andrang bei Vintageläden – sonst geht es noch gemächlich zu

In der Ehrenstraße ist dagegen noch nicht viel los. Einige Läden haben sogar noch geschlossen. Die Geschäfte, die geöffnet sind, haben derzeit noch wenig Besuch. Nur bei den Vintage-Shops stehen einige Leute an, wie hier, bei „Think Twice Vintage“. Ein Einzelhändler erzählt, dass heute eher wenig los ist. Das sei aber auch nicht wirklich überraschend. Als vor zwei Wochen geöffnet wurde, war es auch so. Erst am zweiten Tag kamen die Kunden, so der Verkäufer. 

Köln: Shopping ohne Corona-Test und Termin – erste Warteschlangen

In der Schildergasse geht es am Montagvormittag noch entspannt zu, die ersten Menschen warten jedoch bereits vor den Geschäften. Warteschlangen bilden sich zum Beispiel vor „Primark“ und „TK Maxx“. Dort werden die Kunden in 10er Gruppen auf die Verkaufsfläche gelassen. „Aktuell ist mit einer Wartezeit von 10 bis 15 Minuten zu rechnen, bis man das Shoppingerlebnis genießen kann“, so ein Mitarbeiter.

Köln: „Apple Store“ öffnet für Kunden nur bei vorheriger Anmeldung

Auch beim „Apple Store“ bildet sich schon eine Schlange. Obwohl Geschäfte in Köln nun grundsätzlich ohne Test und Termin öffnen können, werden die Kunden im Apple Store jedoch nur nach vorheriger Anmeldung ins Innere gelassen.

Coronavirus in Köln: Ab Montag treten Lockerungen in Kraft – Ausgangssperre entfällt

Endlich ist es nun so weit: In der Stadt Köln kehrt langsam die Normalität zurück. Wie der Kölner Krisenstab am vergangenen Freitag in einer Pressekonferenz angekündigt hat, treten ab Montag, 31. Mai, Lockerungen in Kraft. Dies ist möglich, da die Inzidenz stabil unter 100 liegt. Zudem entfällt nun auch die Ausgangssperre. Die KVB hat deshalb bereits angekündigt, den Nachtverkehr am Wochenende und vor Feiertagen wieder aufzunehmen.

Doch auch in den Kölner Einkaufsstraßen könnte es heute voller werden. Denn ab heute entfällt die Verpflichtung, einen Termin zum Shoppen zu vereinbaren oder einen negativen Corona-Test vorzuweisen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion