Plan könnte Realität werden

Wasserbusse auf dem Kölner Rhein – von Mülheim in die Innenstadt in 4 Minuten

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Solche Wasserbusse fahren schon in Rotterdam in den Niederlanden. Sie könnten ein Vorbild für Köln sein.
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Gutachter haben jetzt vorgestellt, welche Strecken sich unter anderem für erste Wasserbuslinien in Köln eignen. Das Zeitersparnis wäre erheblich.

Köln – Fahren bald Wasserbusse auf dem Rhein bei Köln? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Stadt schon seit einigen Jahren. Die beauftragten Gutachter-Büros haben festgestellt, dass es durchaus verkehrliche Potenziale für den Aufbau eines Wasserbus-Systems auf dem Rhein gibt und haben jetzt mögliche Linienführungen vorgeschlagen, wie die Stadt in einer Pressemitteilung berichtet.

In einer Akteurskonferenz, zu der Köln gemeinsam mit Leverkusen und Wesseling eingeladen hatte, stellten die Gutachter weitere Ergebnisse ihrer Machbarkeitsstudie vor. Erste Ergebnisse der Studie, die Anfang Februar 2021 präsentiert wurden, zeigten bereits, dass ein Wasserbus in Köln ein „interessanter Möbilitätsbaustein“ für zukünftige Projekte im Städtebau sein kann.

Wasserbus in Köln könnte auf diesen Linien zuerst fahren

Die Gutachter haben jetzt zunächst zwei Linien ausgemacht, auf denen der Wasserbus in einer ersten Phase fahren könnte. Eine Linie verbindet die Stadtteile Niehl, Mülheim und die Innenstadt miteinander. Dabei beträgt die Fahrzeit von Niehl nach Mülheim neun Minuten. Von Mülheim in die Innenstadt bräuchten Fahrgäste sogar nur vier Minuten. An den Anlegestellen müsste der Wasserbus etwa drei bis fünf Minuten halten.

Die zweite mögliche Linie verbindet Rodenkirchen und Porz. Aktuell benötige man etwa 50 bis 60 Minuten mit öffentlichen Verkehrsmitteln, schreibt die Stadt. Der Wasserbus könnte die Strecke in neun Minuten schaffen. Die beiden Linien schlagen die Gutachter für einen etwaigen Pilotbetrieb vor. Denn das komplett System solle stufenweise ausgebaut werden.

Köln: Wasserbus beschäftigt auch Düsseldorf und Bonn

Ähnliches gilt für die Schiffsflotte, die Fahrgäste über den Rhein transportieren würde. Sie solle ebenfalls stufenweise vergrößert werden, nachdem man grundsätzliche Erfahrungen gesammelt habe. Die Wasserbusse sollten mindestens 30 Stundenkilometer drauf haben und etwa 100 Fahrgäste mitnehmen können. Diese Kriterien erfüllen Katamarane, wie sie heute schon beispielsweise in Rotterdam oder Antwerpen fahren. Als Antriebe kommen Hybridlösungen oder, da wo es geht, auch rein batterieelektrische Antriebe in Frage. Ein Wasserbussystem könnte den Betrieb der KVB in Köln ergänzen. Die KVB und die Stadt Köln planen derweil einen Netzausbau des Busnetzes im Kölner Westen. In gleich mehreren Stadtteilen sollen die Anbindungen ausgebaut werden.

Die Studie der Gutachter umfasst derzeit die Städte Köln, Leverkusen und Wesseling. Das Thema Wasserbus beschäftigt nach Angaben der Stadt aber auch weitere Kommunen, etwa die Landeshauptstadt Düsseldorf, die mittlerweile eine vergleichbare Studie in Auftrag gegeben habe. Auch in Bonn sei das Thema wieder in den Fokus gerückt, nachdem sich die Bundestadt zunächst nicht an der Untersuchung beteiligen wollte. (sk)

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