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Mehr Aggression und Angriffe: Köln will Bodycams für Ordnungsamt

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Von: Johanna Werning

Das vier Kräfte des Kölner Ordnungsamts am Rheinufer in Deutz.
Das Ordnungsamt der Stadt Köln rüstet auf (Symbolbild) © Christoph Hardt/Imago

Die Mitarbeiter des Ordnungsdiensts Köln sollen besser geschützt werden. Denn das Ordnungsamt stößt auf immer höhere Aggressivität in Außeneinsätzen.

Köln – Es war der Aufreger der vergangenen Wochen. Trotz Pandemie feierten tausende Menschen am Aachener Weiher und an anderen beliebten Party-Hotspots in Köln. Als Polizei und Ordnungsamt eintrafen, sind die Einsatzkräfte auf teilweise hohe Aggressivität gestoßen. Mehrerer Personen wurden verletzt. Damit die Einsatzkräfte des Ordnungsamtes in Zukunft besseren Schutz haben, rüstet die Stadt auf. Das geht aus der Antwort der Staft auf eine Anfrage der SPD hervor.

Köln: Nach Party-Eklats und aggressiver Stimmung – Ordnungsamt rüstet auf

Corona in Köln: Mehr Übergriffe auf Einsatzkräfte des Ordnungsamtes

Die Fraktion der SPD wollte wissen, inwiefern die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ordnungsamtes bei Einsätzen geschützt werden. In der Antwort der Stadt wird dabei klar: Das „wachsende Aggressionspotential“ stellt den Ordnungsdienst vor enormen Herausforderungen: „Bereits vor Beginn der Corona-Pandemie stellte der Ordnungsdienst ein deutlich wachsendes Aggressionspotential und gleichzeitig auch eine steigende Anzahl an verbalen und körperlichen Übergriffen gegenüber Ordnungsdienstkräften fest“, so die Stadt als Antwort zur Sitzung am 24. Juni. Doch seitdem das Coronavirus und die damit verbundenen Regeln und Beschränkungen den Alltag in Köln bestimmen, sei der Trend noch einmal gestiegen.

Um dem entgegenzuwirken, sollen weitreichende Maßnahmen ergriffen werden, wie die Stadt weiter mitteilt. Ziele der Maßnahmen sind es, die Außendienstkräfte präventiv zu schützen und „bei vergangenen Fällen in der Verarbeitung zu unterstützen.“ Als Teil der Maßnahmen wird auch die Schutzausrüstung der Kölner Einsatzkräfte verbessert, so die Stadt weiter.

Köln: Mehr Schutz für das Ordnungsamt: Pfefferspray und Bodycams

„Im Rahmen des Projektes ‚Zielbild 2020‘ wurde die persönliche Schutzausrüstung der Ordnungsdienstkräfte sukzessive erweitert“, heißt es in dem Statement der Stadt Köln. Neben stich- und schusssicheren Schutzwesten und dem sogenannten Pfefferspray werden die Einsatzkräfte auch mit einem „Teleskopabwehrstock“ ausgestattet, wenn eine entsprechende Prüfung bestanden worden ist.

Zusätzlich sollen die Einsatzkräfte des Ordnungsamts Köln im Rahmen eines Projekts mit circa 50 Bodycams ausgestattet werden. Dazu werde aktuell ein Konzept erarbeitet. Dabei handelt es sich um ein Pilotprojekt. Die Finanzmittel für eine Testung seien bereits für den Haushalt 2022 angemeldet worden.

„Der Einsatz von Bodycams im öffentlichen Raum soll durch die deeskalierende Wirkung vor allem dem Schutz der Mitarbeitenden, aber auch zur Qualitätssicherung von ordnungsbehördlichen Einsätzen und Maßnahmen dienen“, erklärt die Stadt. Bei dem Pilotprojekt sollen zunächst erste Erfahrungen gesammelt werden. Erst in einem späteren Schritt soll dann entschieden werden, ob es zu einem flächendeckenden Einsatz mit Bodycams bei dem Kölner Ordnungsdienst kommt.

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