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Polizisten verabschieden Kollegen mit Wasserwerfern – jetzt gibt es Stress mit dem Chef

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Von: Oliver Schmitz

Wuppertal Wasserwerfer W1 der Bereitschaftspolizei Wuppertal.
Die Polzisten hatten bei der unerlaubten Abschiedsfahrt sogar einen Wasserwerfer dabei (Symbolbild). © imago images/Eibner

Zur Verabschiedung eines Kollegen haben Polizisten eine unerlaubte Kolonnenfahrt von Brühl nach Euskirchen unternommen. Nun folgen Konsequenzen von ganz oben.

Köln – Das hatten sich die Beamten wohl anders vorgestellt. Wegen eines nicht genehmigten Blaulicht- und Sirenenkonvois zur Verabschiedung eines langjährigen Kollegen in den Ruhestand sehen sich zahlreiche Polizisten in Köln mit internen Ermittlungen konfrontiert. Und das obwohl die Kölner Polizei aktuell eigentlich genug mit anderen Dingen zu tun, wie zum Beispiel illegalen Corona-Partys.

Köln: Polizisten veranstalten unerlaubte Abschiedsfahrt für Kollegen – Kita-Leiterin beschwert sich

Wie die Polizei in der Domstadt am Donnerstag erklärte, war die Kolonne aus 17 Polizeimotorrädern, einem Sonderfahrzeug der Kölner Spezialeinheiten und einem Wasserwerfer am Mittwochvormittag „unter Inanspruchnahme von Sonder- und Wegerechten“ von Brühl in den Kreis Euskirchen gefahren.

Dort rief die Leiterin einer Kindertagesstätte bei der Polizei an, um den Zweck der Einsatzfahrt mit Blaulicht und Martinshorn zu erfahren. Noch am Mittwoch leitete daraufhin Kölner Polizeipräsident Uwe Jacob interne Ermittlungen ein und informierte das nordrhein-westfälische Innenministerium über den Vorfall. Nach offiziellen Angaben geht es um „dienst- und strafrechtliche Ermittlungen gegen die Planer und Teilnehmer, unter anderem wegen der missbräuchlichen Nutzung dienstlicher Fahrzeuge“.

Kölner Polizeipräsident ist alles andere als begeistert und entschuldigt sich persönlich

Jacob erklärte, er habe zwar „Verständnis dafür, dass beliebte Mitarbeiter nach über 40 Dienstjahren würdevoll verabschiedet werden“. „Derartige Aktionen können jedoch Konsequenzen für jeden einzelnen, aber auch für die Behörde haben“, fügte er hinzu. Jacobs entschuldigte sich persönlich beim Euskirchener Landrat Markus Ramers (SPD) für den Vorfall in dessen Zuständigkeitsbereich. „Im Rahmen eines Besuchs bei der Kitaleitung haben wir uns ebenfalls entschuldigt und die Karten auf den Tisch gelegt“, erklärte er.

Im Dezember sorgten Polizisten in München für einen noch größeren Skandal. (os mit AFP)

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