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Biertische verboten, Farbe vorgegeben: So streng sind die Regeln für Restaurants

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Von: Sebastian Richter

Die Außengastronomie in Köln untersteht strengen Regeln.
Die Außengastronomie in Köln untersteht strengen Regeln. © Horst Galuschk/imago

Die Stadt Köln legt großen Wert auf die Einheitlichkeit der Außengastronomie. Die Regeln legen teilweise bis ins Detail fest, was erlaubt ist – und was nicht.

Köln – Für die Außengastronomie in der Kölner Innenstadt gelten teils strenge Vorgaben. Betreiber von Restaurants und Cafés, deren Außenbereich auf öffentlichen Plätzen befindet, müssen verschiedene Regeln beachten. Laut Stadt soll mit den Maßnahmen die Attraktivität von Köln gesteigert und für Barrierefreiheit gesorgt werden.

Außerdem gebe es Bedarf, „Gestaltungsdefizite“ auszugleichen, wie Stadtdirektorin Andrea Blome bei einer Pressekonferenz erklärte. Die Stadt hat bereits ein Gestaltungshandbuch herausgebracht, das genau diese Aspekte regeln soll. Eben jenes soll in Zusammenarbeit mit dem Amt für öffentliche Ordnung, dem Stadtplanungsamt und mit Gastronomen ausgearbeitet werden. 24RHEIN zeigt anhand des Bereichs Rheingarten, welche Regeln Gastronomen beachten müssen.

Markisen oder Schirme – Kölner Gastronomen müssen sich entscheiden

Gastronomen, die ihr Geschäft auf öffentlichen Straßen erweitern wollen, stellen gerne einen Sonnenschutz auf. Allerdings ist zunächst eine erste Grundsatzentscheidung nötig: Wer einen Sonnenschutz aufstellen will, muss sich zwischen Markisen und Schirmen entscheiden. „Eine Kombination von Schirmen und Markisen ist nicht zulässig“, heißt es in den Vorgaben der Stadt Köln.

Wenn man sich für eine Art des Sonnenschutzes entschieden hat, geht das Regelwirrwarr weiter. Schirme dürfen zum Beispiel maximal vier mal vier Meter groß sein. Markisen dürfen maximal drei Meter weit vom Gebäude hinausragen. Wer sich für die Markise entschieden hat, muss zudem darauf achten, dass sie keinen seitlichen Windschutz verfügen.

Markise und Sonnenschirm: Derart kombiniert in einigen Bereichen von Köln nicht möglich.
Markise und Sonnenschirm: Derart kombiniert in einigen Bereichen von Köln nicht möglich. © imageBROKER/Joko/imago

Regeln für Außengastronomie in Köln: Farbe auf Sonnenschutz

Nach der Entscheidung für die Richtige Art und Größe des Sonnenschutzes muss man sich um die Farbwahl kümmern. Denn auch die Farben des Sonnenschutzes liegen der Stadt Köln am Herzen. Dabei haben Gastronomen die freie Wahl – wenn auch aus einem sehr begrenzten Farbspektrum. „Die Farbe der Bespannung für Schirm oder Markise ist einfarbig, möglichst natur oder aus einer Farbpalette von weiß bis crème zu wählen“, steht in den Vorgaben.

Außerdem gibt es bestimmte Regeln für Werbung auf den Sonnenschirmen. Gastronomen, die sich ihren Sonnenschutz von einer beliebten Kölsch-Marke finanzieren lassen wollen, sollten also unbedingt vor Aufstellung mit dem zuständigen Sachbearbeiter sprechen.

Strenge Regeln für Gastronomie in Köln: Die Sache mit den Blumenkübeln

Betreiber sind in der Verantwortung, dass ihr Geschäft den Verkehr nicht behindert. Deswegen ist unter anderem das Aufstellen von Werbeschildern, Eistheken, Versorgungstheken, Bodenbelägen, Verankerungen im Boden und Lampen verboten. Nur mit einer „besonderen Genehmigung“ sei das erlaubt, heißt es in den Vorgaben der Stadt Köln.

Das Thema hat sich zuletzt vor allem an einem bestimmten Verbot entzündet: Blumenkübeln. Präventiv will die Stadt damit die Nutzung der Flächen „im widmungsgemäßen Gebrauch durch die Allgemeinheit“ und die „Sicherheit und Leichtigkeit des Straßenverkehrs“ sicherstellen, so die Antwort auf eine Nachfrage von 24RHEIN.

Die Gastronomen macht diese Regelung dagegen sauer. Die Gastronomie in Köln erfahre „aktuell einen Angriff auf die Stadt Köln“, erklärte kürzlich Laura Isberner von der IG Kölner Gastro gegenüber der Redaktion. Auseinandersetzungen wie diese „machen mürbe“, viele Gastronomen fühlen sich bereits „kriminalisiert“.

Feste Größen für Tische und Stühle in der Außengastronomie

Einer der elementaren Punkte der Außengastronomie ist logischerweise das richtige Mobiliar. Doch auch in dieser Hinsicht haben die Betreiber keinesfalls die freie Wahl. Das Material darf nur aus Holz oder Metall/Aluminium oder einer Kombination dessen bestehen. Wenn Kunststoff, dann nur in Verbindung mit eben diesen Materialien Holz und Metall. Möbel nur aus Kunststoff sind nicht zulässig. Wie schon beim Sonnenschutz ist Varianz nicht gewünscht, alles muss einheitlich sein.

Auch die Größe der Tischplatten ist begrenzt: 120 mal 80 Zentimeter sind maximal erlaubt. Ein weiterer wichtiger Punkt für die Stadt Köln: Bänke ohne Arm- oder Rückenlehne sind nicht zulässig. Das bedeutet, Biertischgarnituren darf man als Gastronom nicht aufstellen. Außerdem wichtig: Stehtische sind nur direkt an der Fassade des Betriebes zulässig, nicht aber bei den sonstigen Sitzgelegenheiten des Restaurants oder des Cafés. (spr) Fair und unabhängig informiert, was in Deutschland und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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