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Niedrigwasser im Rhein: Erste Einschränkungen für Schiffe

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Von: Mick Oberbusch

Rhein bei bei Köln bei starkem Niedrigwasser, Ufer klar sichtbar
Aufgrund des Niedrigwassers im Rhein können aktuell nicht alle Schiffe problemlos dort fahren. © Christoph Hardt/Imago

Der Rheinpegel steht aktuell bei nur knapp über einem Meter – ein selbst für diese Jahreszeit ungewöhnlicher Wert. Welche Folgen hat das?

Köln – Normalerweise macht der Rhein bei Köln vor allem dann Schlagzeilen, wenn er über die Ufer läuft. Zuletzt geschah dies 2021, als ein Hochwasser die Stadt erwischte und der Fluss einen Pegel von über acht Metern erreichte. Aktuell macht jedoch kein Hoch-, sondern Niedrigwasser Probleme. Am Dienstag, 26. Juli, steht der Pegel laut Stadtentwässerungsbetrieben (Steb) bei nur 1,14 Metern. Vom niedrigsten Stand aller Zeiten, nämlich 67 Zentimetern, ist er noch weit entfernt – gibt es dennoch schon jetzt Auswirkungen bei der Schifffahrt in Köln?

Rheinpegel in Köln – der aktuelle Stand (26. Juli 2022)

Mittwoch, 27. Juli 2022 (erwartet): 1,12 Meter

Dienstag, 26. Juli 2022: 1,14 Meter

Niedrigwasser im Rhein bei Köln: Gibt es bereits Auswirkungen auf die Schifffahrt?

Ja, wie ein Sprecher des Gewässerzentrums in Duisburg, der zentralen Stelle für Wasser-Angelegenheiten in NRW, auf 24RHEIN-Nachfrage mitteilt. Aktuell habe man bereits eine Einschränkung der Fahrtiefe erreicht, wonach bei aktuellem Pegelstand nur noch Schiffe mit einem maximalen Tiefgang von 2,20 Meter fahren könnten. Wasserfahrzeuge mit höherem, maximalen Tiefgang dürfen nicht mehr fahren, weil sie Gefahr laufen, auf Grund aufzulaufen. „Für kleinere Schiffe gibt es derzeit noch keine Probleme, größere müssen allerdings möglicherweise ihre Ladung stark reduzieren und dann überlegen, ob eine Fahrt dann überhaupt noch wirtschaftlich ist.“

Rhein bei Köln: Wo liegen die Pegel-Rekorde? Höchstes Hochwasser und tiefstes Niedrigwasser

Sollte der Rhein bei Köln, wovon aktuell jedoch eher nicht auszugehen ist, nochmal um rund einen halben Meter fallen, hätte man immer noch einen maximalen Tiefgang von 1,70 Metern erreicht – was für kleinere Schiffe noch genug wäre, um ihren Verkehr fortzusetzen. Größere Schiffe würden dann jedoch sogar im unbeladenen Zustand vor große Probleme gestellt. Laut Sprecher sei für die aktuelle Jahreszeit ein Niedrigwasser durchaus normal – ein solch niedriger Pegel wie in Köln aktuell jedoch schon ein Stück weit außergewöhnlich. Grund dafür ist unter anderem das warme Frühjahr 2022, in dem es kaum Niederschläge gegeben hatte.

Rheinpegel in Köln bei knapp über einem Meter – wann steigt er wieder an?

Wann mit einem Wiederanstieg des Pegels gerechnet werden kann, sei noch nicht zuverlässig abzusehen. Im Schnitt liegt der Rheinpegel bei drei Metern, dieser Wert ist jedoch auf das gesamte Jahr gerechnet. „Die Prognosen geben aber für die kommenden Wochen einen etwa gleichbleibenden Pegelstand an“, so das Gewässerzentrum. Womit das Niedrigwasser im Kölner Rhein wohl noch etwas andauern dürfte. (mo) Fair und unabhängig informiert, was in NRW und Köln passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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