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Studie: Wasserbusse in Köln haben Potenzial – aber müssen noch einige Hürden überwinden

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Von: Stefanie Knupp

Ein Wasserbus auf dem Fluss in Rotterdam
Solche Wasserbusse fahren schon in Rotterdam in den Niederlanden. Sind sie ein Vorbild für Köln? © IMAGO / Jochen Tack

Kommen sie oder kommen sie nicht? Eine Studie zur Machbarkeit eines Wasserbussystems auf dem Rhein Köln hat jetzt erste Ergebnisse geliefert.

Köln – In den Niederlanden gibt es sie bereits, in Hamburg ebenfalls: Fährt der Wasserbus bald auch über den Rhein bei Köln? Im Frühjahr 2020 hatte die Stadt eine Studie in Auftrag gegeben, um zu prüfen, ob eine Wasserbuslinie überhaupt möglich wäre. Erste Ergebnisse der Studie liegen jetzt vor.

Der Kölner Stadtrat hat schon in 2016 für die Überprüfung der Einrichtung einer Wasserbuslinie in Köln gestimmt, die das Netz der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) ergänzt. Mit den Ergebnissen der Machbarkeitsstudie, die die Stadt gemeinsam mit den Städten Leverkusen und Wesseling beauftragt hat, können weitere Schritte überprüft werden.

Köln: Der Rhein hat Potenzial für den Wasserbus – Zwischenhalte sind zeitintensiv

Bei den ersten Ergebnissen, die die Stadt jetzt veröffentlichte, geht es zunächst um die verkehrliche Machbarkeit. Die Gutachter kamen zu dem grundsätzlichen Schluss: Ja, der Rhein bei Köln hat Potenzial für ein Wasserbussystem. Zwar sind die Bedingungen nicht überall gleich gut, dennoch könnte der Wasserbus ein „interessanter Möbilitätsbaustein“ für zukünftige Projekte im Städtebau sein. Bei Hochwasser, wie es derzeit der Rhein bei Köln führt, wird der Betrieb von Wasserbussen allerdings wohl nicht erlaubt sein.

Um gegenüber anderen öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Autoverkehr konkurrenzfähig zu sein, muss ein Wasserbus eine bestimmte Geschwindigkeit erreichen. Die seien zwischen vielen Zielen „realistisch erreichbar“. Allerdings seien Zwischenhalte deutlich zeitintensiver als beispielsweise die eines normalen Busses auf der Straße. Haltepunkte müssten also wohl überlegt sein.

Wasserbus in Köln: Das sind die nächsten Planungsschritte

Nachdem die verkehrlichen Bedingungen grundsätzlich gegeben sind, widmen sich die Macher der Studie jetzt der Erstellung verschiedener Linien- und Bedienkonzepte. Diese sollen dann in einer Konferenz mit den Projektpartnerstädten und weiteren Akteuren besprochen werden. Geklärt werden muss zum Beispiel, welche vorhandenen Anlegestellen genutzt werden können oder wo neue errichtet werden müssten. Zudem stellt sich die Frage, wie die Wasserbuslinie dann in das ÖPNV-Netz integriert werden kann.

Auch um Geld soll es im Schritt gehen, eine Nutzen-Kosten-Analyse wird erstellt. Der Verein „Region Köln/Bonn“, der die Machbarkeitsstudie zum Wasserbus fachlich und in Sachen Kooperationen unterstützt, nennt auf der Agenda weitere Punkte, die im Rahmen der Studie berücksichtigt werden, darunter die Möglichkeit zur Fahrradmitnahme oder die Prüfung regenerativer Antriebe für den Wasserbus. Gerade das Thema Radfahren in Köln sorgt häufig für Diskussionen.

Ob und vor allem wann die ersten Wasserbusse auf dem Rhein bei Köln fahren können, ist nicht abzusehen. Allein von der grundsätzlichen Zustimmung des Rates bis zu ersten Ergebnissen einer Machbarkeitsstudie hat es mehrere Jahre gedauert. Die weiteren Planungsschritte werden ebenfalls Zeit beanspruchen und am Ende muss erneut die Politik entscheiden, ob das Projekt weiterverfolgt wird. (sk/Quelle: PM Stadt Köln)

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