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Kölner Rheinpegel fällt unter 1 Meter – mit Folgen für Frachter und Ausflugsschiffe

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Von: Nina Büchs

Schiffe fahren bei Niedrigwasser über den Rhein.
Der Rheinpegel in Köln beträgt am Mittwoch, 3. August, nur 1, 02 Meter. Vom Niedrigwasser betroffen ist dort nun auch der Schiffverkehr. (Archivbild von 2018) © Rolf Vennenbernd/dpa

In Köln liegt der Rheinpegel nun bei fast einem Meter. Dies hat Auswirkungen auf Schiffe. Dürfen diese bald nicht mehr über den Rhein fahren?

Köln – Temperaturen über 30 Grad und kaum Regen – das Wetter macht vielen Regionen derzeit schwer zu schaffen. In NRW drohte deshalb zuletzt ein erhöhtes Risiko für Waldbrände. Gewässer wie kleine Seen oder Weiher sind bereits ausgetrocknet oder könnten bei anhaltender Trockenheit austrocknen. Und auch der Rheinpegel sinkt immer weiter. In Köln liegt der Rheinpegel am Mittwoch, Samstag, 6. August, bei 0,98 Metern. Am Dienstag, 26. Juli, also vor zehn Tagen, lag der Wasserstand in Köln noch bei 1,14 Metern. Inwiefern wirkt sich dies nun auf die Schifffahrt aus?

Rheinpegel Köln: Aktueller Stand und Prognose

Mittwoch, 3. August 2022: 1,02 Meter

Donnerstag, 4. August 2022: 1,03 Meter

Freitag, 5. August 2022: 1,00 Meter

Samstag, 6. August 2022: 0,98 Meter

Quelle: Stadtentwässerungsbetriebe (StEB Köln)

Köln: Rheinpegel bei unter 1 Meter – Frachtschiffe müssen Ladung reduzieren

„Im Gegensatz zum Hochwasser gibt es beim Niedrigwasser kein Fahrverbot für die Schifffahrt“, so Christian Lorenz, Sprecher der Häfen und Güterverkehr Köln AG (HGK). Derzeit müssen Frachtschiffe in Köln ihre Ladung jedoch reduzieren, so der Sprecher weiter und nennt ein Beispiel. „Wir haben einen Kunden in Heilbronn, der von dort aus Salz nach Niehl mit dem Schiff transportiert. Normalerweise werden die Schiffe mit 2100 Tonnen Salz beladen. Anfang August betrug die Ladung nur noch 889 Tonnen.“

Die Folge: Unternehmen können also je nach Schiffstyp weniger Ladung über den Rhein transportieren und müssen entweder mehr Binnenschiffe einsetzen, um die Gesamtladung besser zu verteilen oder auf andere Verkehrsmittel, wie zum Beispiel LKWs umsteigen. Gesetzliche Vorgaben gibt es bei Niedrigwasser also nicht – die Verantwortung hierfür liege bei dem jeweiligen Schiffsführer, so der Sprecher weiter.

Köln: Rheinpegel sinkt – Verband übt Kritik an Politik

„Das aktuelle Niedrigwasser behindert in zunehmendem Maße die Güterschifffahrt in Deutschland“, teilte nun auch der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) am Mittwoch in Duisburg mit. Die Schifffahrt zähle beim Transport von Kohle, Getreide, Futtermitteln, Baustoffen, Mineralöl, Containern und Industrie-Rohstoffen zu den „systemrelevanten Größen“, betonte der BDB. Der Verband forderte die Politik nun auf, „die seit vielen Jahren überfällige Beseitigung der Engpässe im Wasserstraßennetz“ zu beschleunigen.

Wenn Fahrrinnen an wichtigen Stellen vertieft würden, hieße das für die Praxis, dass die Güterschiffe deutlich mehr Ladung aufnehmen und bei Niedrigwasser deutlich länger in Fahrt bleiben könnten. „Absolut kontraproduktiv“ sei die von Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) vorgesehene Senkung des Wasserstraßenetats um rund 360 Millionen Euro ab Anfang kommenden Jahres, kritisierte der BDB.

Köln: Rheinpegel sinkt – Auswirkungen auch auf Ausflugsschiffe der KD Deutsche Rheinschifffahrt

Der niedrige Rheinpegel wirkt sich derzeit übrigens nicht nur auf die Frachtschiffe aus. Denn auch bei den Ausflugsschiffen der Köln-Düsseldofer Deutsche Rheinschifffahrt GmbH ist der niedrige Wasserstand spürbar. „Aufgrund der aktuellen Niedrigwassersituation können die Fahrten in der Planfahrt 09:30 Uhr von Köln ins Siebengebirge nur noch bis Königswinter angeboten werden. Die Fahrten bis nach Linz fallen aus. Der Grund dafür ist, dass die Anlegestellen auf dieser Strecke zu wenig Tiefe haben“, so Nicole Becker, Sprecherin der KD Deutsche Rheinschifffahrt gegenüber 24RHEIN. Die Regelung gelte bereits seit dem 19. Juli.

Köln: Rheinpegel soll weiter fallen – Gastroschiff „Sürther Bootshaus“ liegt bereits auf dem Trockenem

Während Lastschiffe und Ausflugsschiffe derzeit noch über den Rhein in Köln schippern, liegt das Gastroschiff „Sürther Bootshaus“ übrigens schon auf dem Trockenen. Dadurch geriet das Schiff nun in Schräglage, wie ein Video der WDR Lokalzeit Köln zeigt. Zudem klemmen Türen und weil sich alles „verzieht“, sind auch Risse in den Wänden zu sehen.

Inwiefern der Pegel in Köln weiter sinkt, bleibt nun abzuwarten. 2018 erreichte er mit 67 Zentimetern ein historisches Tief. Am Freitag, 5. August, soll der Pegel in Köln sogar unter einen Meter fallen. (nb) Fair und unabhängig informiert, was in Köln und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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