Liveticker zum Karneval

Karneval 2021: Kölner Dreigestirn sammelt 130.000 Euro – Nacht nach Rosenmontag bleibt ruhig

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Das Kölner Dreigestirn hat in der Session 2021 Spenden für Trauerbegleitung gesammelt.
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Das Festkomitee Kölner Karneval kann sich über eine erfolgreiche Spendenaktion freuen. Die Nacht nach dem Rosenmontag bleibt im Rheinland derweil ohne Vorkommnisse.

  • Wegen des Corona-Lockdowns muss der Straßenkarneval in Köln ausfallen
  • Das Kölner Dreigestirn hat erfolgreich Spenden gesammelt und die Karnevalisten halten sich an die Corona-Regeln
  • Dieser Ticker wird laufend aktualisiert

Köln – Wir berichten aus Köln von dem Tag, an dem normalerweise Millionen in der Domstadt feiern, tanzen, bützen würden. Wäre da nicht der Coronavirus in NRW. Funken, Jecken, Wagen und Kamelle auch die berühmten Motivwagen: Trotz Lockdown sollen die Kölner Jecken nicht auf ihren Rosenmontagszug verzichten müssen. Das Festkomitee Kölner Karneval hat dazu mit dem Kölner Hänneschen-Theater eine Miniatur-Fassung des Kölner Rosenmontagszuges passend zum Sessionsmotto „Nur zesamme sin mer Fastelovend” geschaffen. Was in Köln am Lockdown-Rosenmontag passiert – wir berichten hier.

Karneval in Köln und Düsseldorf: Nacht nach Rosenmontag bleibt ohne Corona-Verstöße

Update vom 16. Februar, 08:10: In der Nacht nach dem Rosenmontag ist es in den Karnevalshochburgen in Nordrhein-Westfalen ruhig geblieben. „Wir haben keine Corona-Verstöße registriert“, sagte ein Sprecher der Kölner Polizei am Dienstagmorgen. Es habe keine größeren Ansammlungen gegeben, auch Karnevalspartys hätten nicht aufgelöst werden müssen. Auch in Düsseldorf blieb nach ersten Erkenntnissen der Polizei ruhig.

Wegen der Corona-Pandemie haben sich die Narren in diesem Jahr mit einem Rosenmontag ohne Karnevalszüge abfinden müssen. In Köln waren nur einzelne Karnevalisten den verwaisten Weg des Rosenmontagszugs abgegangen. In Düsseldorf waren immerhin acht Motto-Wagen auf der Straße. Pandemiebedingt rollten die überlebensgroßen Karikaturen jedoch nicht als Zug, sondern getrennt voneinander durch die Stadt.

Im vergangenen Jahr hatten noch Hunderttausende die Straßen in Köln und Düsseldorf gesäumt. Dabei war es auch zu zahlreichen Einsätzen von Polizei, Rettungseinsätzen und Feuerwehr gekommen. Nach dem Rosenmontag 2020 waren etwa bei der Kölner Polizei 169 Anzeigen eingegangen, etwa wegen Körperverletzung und sexueller Belästigung. (os mit dpa)

Kölner Karneval 2021: Dreigestirn unterstützt Verein für Trauerbegleitung

Update vom 15. Februar, 16:51 Uhr: Im Rahmen des Karnevals und der Karnevalstage haben das Kölner Dreisgestirn und andere Vereine und Einzelpersonen Spendenaktionen ins Leben gerufen. Das Kölner Dreigestirn sammelt für den für den TrauBe e.V., der Kinder, Jugendliche und Erwachsene bei Trauerprozessen begleitet. Am Rosenmontag hat das Dreigestirn das bisherige Zwischenergebnis verkündet: über 130.000 Euro. In jeder Session sammelt das jeweilige Trifolium Geld für einen guten Zweck. 

Über Ebay wurden für die Spendenaktion vom Kölner Dreigestirn besondere kölsche Raritäten versteigert, etwa ein privater Auftritt der Bläck Fööss, die Fußballschuhe von Mario Götze oder ein Stein des Kölner Doms. Die größte Summe brachte mit 7.200 Euro ein Meet & Greet mit den Ehrlich Brothers. „Das Projekt ist eine Herzensangelegenheit für uns Drei”, erklärt Jungfrau Gerdemie. „Der Verein leistet gute und wichtige Arbeit, denn jeder sollte in so einer emotional schwierigen Situation alle Hilfe bekommen, die er braucht.“ 

Karneval in Köln: Festkomitee verkündet Karnevalsmotto der Session 2022 – „Alles hät sing Zick”

Update vom 15. Februar, 15:38 Uhr: Während die Straßen Kölns am Rosenmontag eigentlich platzen, ist es in diesem Jahr wie leergefegt. Die Jecken müssen auf ihren traditionellen Rosenmontagszug verzichten. Eine Tradition bleibt dem Narrenvolk jedoch: Pünktlich zum Ende des Zugs verkündet das Festkomitee das Sessionsmotto für den Karneval 2022 – „Alles hät sing Zick” soll auf die vielen verschiedenen Facetten des Karnevals aufmerksam machen. „Dabei verweist das Motto – typisch kölsch – gleichermaßen auf ein Zitat aus dem Alten Testament wie auf ein Lied der Bläck Fööss“, heißt es in der Pressemitteilung des Festkomitees.

Kein Karneval wegen Corona: Ausfall des Karnevals hinterlässt riesige Lücke

Update vom 15. Februar, 15:13 Uhr: In Köln haben einige traurige Karnevalisten die verwaiste Zugstrecke des Rosenmontagszugs besucht, um in Erinnerungen zu schwelgen. „Ich habe mir gedacht: Wenn schon kein Zug ist, dann gehe ich wenigstens mal ein Stück“, sagt Bernhard Heinen und fügt an: „Et fehlt wat. Wir Kölner kriegen das im Prinzip mit der Muttermilch eingeflößt.“ Der 66-Jährige ist schon zigmal als Ordner beim Rosenmontagszug mitgelaufen. 

Update vom 15. Februar, 15 Uhr: Der Miniatur-Rosenmontagszug kommt bei den Zuschauern gut an. Etliche lassen ihrer Freude auf Twitter freien Lauf: „Echt toll gemacht“, schreibt ein Nutzer. Auch andere stimmen ein: „Ein tolle Idee - Schön, was die sich einfallen lassen“.

Update vom 15. Februar 14:39 Uhr: Laut Pressestelle der Polizei Köln ist es bisher in der Kölner Innenstadt ruhig und es gibt keine Probleme. Es seien lediglich vereinzelte, traurige Jecken auf den Straßen unterwegs.

Update vom 15. Februar, 14:25 Uhr: „Diese Leere - das macht auch so‘n bisschen Leere im Herz, das tut einem schon sehr weh. Es ist eine ganz schwierige Zeit“, sagte der Kölner Karnevalspräsident Christoph Kuckelkorn zum Kölner Rosenmontag 2021 in Zeiten von Corona. Der Moderator für den Kölner Rosenmontagszug im WDR und Mundartsänger Wicky Junggeburth bringt es, gefragt nach der aktuellen Stimmung in Köln, im Live-Gespräch vor dem Miniatur-Umzug anders auf den Punkt: „Dat is Driss“.

Update vom 15. Februar, 14:05 Uhr: Das Benefizkonzert „Mer looße üch nit allein“ aus der Lanxess-Arena an Weiberfastnacht in der Lanxess-Arena hat mittlerweile schon fast 900.000 Euro für hilfsbedürftige Künstler und Helfer des Kölner Karnevals eingebracht. Das Festkomitee Kölner Karneval und die Initiative „Nur zesamme sin mer Fastelovend - Mer looße üch nit allein“ hatten die Spendenaktion ins Leben gerufen. Die Bläck Föös, die Höhner, Die Räuber und viele andere Bands sind bei dem Konzert aufgetreten.

Update vom 15. Februar, 14:01 Uhr: Der etwas andere Rosenmontagsumzug mit Miniaturen im WDR wird von den Kölschrockern der Band „Kasalla“ mit ihrem Song „Mir sin Eins“ eröffnet. „Der Karneval findet immer seinen Weg“, sagt Kasalla-Sänger Bastian Campmann.

Update vom 15. Februar, 13:30 Uhr: Christoph Kuckelkorn, der Kölner Karnevalspräsident hat sich über den diesjährigen Rosenmontag geäußert. „Diese Leere - das macht auch so‘n bisschen Leere im Herz, das tut einem schon sehr weh, das trifft einen schon“, so Kuckelkorn am Montag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Manche Karnevalisten würden an diesem Tag sogar den Weg des Rosenmontagszugs abgehen, so Kuckelkorn. „Das ist vielleicht auch ein bisschen Trauerarbeit. So langsam kommt wirklich an, was hier passiert und wie groß das Ganze ist. Es ist eine ganz schwierige Zeit.“

Deprimierend ist auch der Blick auf die Straßen und leeren Kneipen, in denen Jecken sonst fröhlich feiern: „Normalerweise haben wir hier ne Million Leute am Zug und jetzt ist hier keiner, das tut schon auch echt weh, wenn man die leeren Gaststätten, leeren Brauhäuser sieht.“ Man spüre aber auch, welche Kraft der Karneval habe und was für eine riesige Lücke jetzt da sei. „Das wird dem Karneval in der Zukunft vielleicht auch nochmal eine neue Tiefe geben“, so Kuckelkorn. (nb mit dpa)

Karneval in Köln: „Hück es de Daach“ – Micky Brühl schreibt neuen Text und trauert um Rosenmontag

Update vom 15. Februar, 12:55 Uhr: „Bei allen positiven Signalen, Optimismus und wunderschönen kreativen Aktionen in dieser Session, darf aber auch der Kölsche an seinem höchsten und feierlichsten Tag, dem Rosenmontag, mal für 3 Minuten traurig sein. Wir freuen uns auf die nächste Session umso mehr“, schreibt der kölsche Mundartsänger Micky Brühl auf seiner Instagram- und Facebookseite.

Und er teilt eine Version seines Liedes „Hück is de daach“ mit neuem Text. Thema: der Rosenmontag, der wegen Corona nicht gefeiert werden kann. „Hück is de dach, unsre daach, ohne Trööte un Trumme (...) Wä häät jedaach, dat wir Kölsche nit fiere“, heißt es da.

Update vom 15. Februar, 12:29 Uhr: Am Severinstor in Köln, wo normalerweise der Rosenmontagszug startet, sind trotz des nicht stattfindenden Rosenmontagszuges Jecken unterwegs. Sven West, Sänger der Band „Die Räuber“, fährt mit einem roten Bulli T3 ausgestattet mit Lautsprechern durch die Severinsstraße und singt. Auch andere Jecken sind am Severinstor unterwegs. Die Polizei ist vor Ort und hat die Lage im Blick.

Update vom 15. Februar, 11:42 Uhr: „Kohle alaaf“ – Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat am Rosenmontag einen großen Karnevalswagen am Kölner Dom aufgefahren, um gegen die Klimapolitik des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) zu protestieren.

Der Wagen zeigt Laschet mit Narrenkappe, wie er mit einem riesigen Braunkohlebagger die Kirche von Keyenberg zum Einsturz bringt. Das Dorf Keyenberg soll dem Tagebau weichen. „Es kann nicht sein, dass mitten in der Klimakrise immer noch riesige Mengen Braunkohle abgebaut werden und und sogar ganze Dörfer mit Kirchen, Schulen und fruchtbaren Äckern geopfert werden“, sagte Bastian Neuwirth von Greenpeace. Der Platz vor dem Kölner Dom sei genau der richtige Ort, um klar zu machen, dass für Braunkohle immer noch Kirchen abgerissen werden. (dpa)

Keyenberg droht die Abbagerung: Greenpeace protestiert am Rosenmontag mit einem Karnevalswagen vor dem Kölner Dom gegen die Klimapolitik von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU).

Dass es trotz Online-Umzug auch in den Straßen von Köln ruhig bleibt und nicht gegen Corona-Regeln verstoßen wird, werden Polizei und Ordnungsamt kontrollieren. Die Stadt Köln hat die Corona-Regeln für die Karnevalstage verschärft. Bei Verstößen gegen das Party-Verbot droht ein Bußgeld in Höhe von 250 Euro. Außerdem darf im Kölner Stadtgebiet bis Aschermittwoch (6 Uhr) in der Öffentlichkeit kein Alkohol getrunken werden. An Hotspots wie Altstadt, Stadtgarten, Zülpicher Viertel oder Rheinboulevard/Rheinpromenade rechtsrheinisch darf Alkohol ab 14 Uhr auch nicht verkauft werden. Die Stadt Köln hat angekündigt, Verstöße gegen die Corona-Verordnung konsequent zu ahnden.

Rosenmontag in Köln: „das lassen wir uns von Corona nicht nehmen“

„Die Persiflage ist das wichtigste Instrument des Narren, um der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten. Dieses Instrument wollten wir uns auch in Zeiten von Corona nicht nehmen lassen. Neben all der Freude, die der Zoch jedes Jahr den Menschen bringt, ist es auch seine Aufgabe, Missstände aufzuzeigen und die Politik und die Gesellschaft auf die Schippe zu nehmen”, sagt Zugleiter Holger Kirsch. Die Geisterspiele des 1. FC Köln – dem aktuell ein Wechsel des Kaderplaners bevorsteht – die Missstände in der Kahtholischen Kirche, die AfD, die US-amerikanische Politik und Corona werden Themen sein, an denen sich die Karnevalisten abarbeiten.

Alle 16 Persiflagen wurden bereits seit vergangenem Sommer im Kreativteam „Kritzelköpp” entworfen und wären eigentlich für einen normalen Zoch gebaut worden. Nun fahren sie im Maßstab 1:3 durch die 32 Meter lange Theater-Kulisse der Kölner Altstadt. Als Teilnehmer und Zuschauer werden coronakonform 177 Stockpuppen des Hänneschen-Theaters dabei sein. Der WDR zeigt diesen „ausgefallensten Zoch” am Rosenmontag um 14 Uhr.

Rosenmontag in Köln: Greenpeace stellt Karnevalswagen vor Kölner Dom

Einen Karnevalswagen gibt es aber auch auf der Straße und in echt – direkt neben dem Kölner Dom und vom Düsseldorfer Spezialisten Jacques Tilly. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace demonstrierte damit gegen die Klimapolitik des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU). Der Wagen zeigt Laschet mit Narrenkappe, wie er mit einem riesigen Braunkohlebagger die Kirche von Keyenberg zum Einsturz bringt. Das Dorf Keyenberg soll dem Tagebau weichen.

An einem normalen Rosenmontagszug in Köln nehmen durchschnittlich 12.000 Personen teil, etwa eine Million Zuschauer stehen am Straßenrand. Der größte Rosenmontagszug Deutschlands zieht eigentlich mit Kamelle und Strüßjer auf einer Länge von etwa sieben Kilometern durch die Kölner Innenstadt.

Karneval in Düsseldorf: Acht Mini-Plastiken von Jacques Tilly rollen durch die Straßen

In Düsseldorf werden sogar Wagen durch die Straßen fahren. Und zwar acht Entwürfe von Wagenbauer Jacques Tilly. Etwa zwei Stunden lang sollen die Plastiken in der Düsseldorfer Innenstadt gezeigt werden, wie das Comitee Düsseldorfer Carneval mit. Sie werden demnach nicht im Konvoi, sondern einzeln auf drei verschiedenen Routen auf Anhängern durch die Straßen gefahren. Damit wollen die Karnevalisten verhindern, dass sich Zuschauergruppen bilden und gegen die Corona-Regeln verstoßen wird. (mit dpa/lys)

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