500 Tiere im Einsatz

Mitten in Köln: Warum grasen Schafe auf den Poller Wiesen?

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Immer wieder grasen größere Schafherden am Rheinufer in Köln. (Archivbild)
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Knapp 500 Schafe grasen immer mal wieder an den Poller Wiesen in Köln. Während die Herde bei vielen ein beliebtes Fotomotiv ist, haben die Tiere eine wichtige Aufgabe.

Köln – Das Blöcken auf den Poller Wiesen in Köln ist kaum zu überhören. Während größere Menschenansammlungen an den Poller Wiesen eher zur Seltenheit geworden sind, genießen rund 500 Schafe das frühlingshafte Wetter am Rheinufer in Köln. Bei Spaziergängern oder Radfahrern sorgt der Anblick für Schmunzeln – oder dem ein oder anderen Fotomotiv. Doch die Schafe haben eine wichtige Aufgabe.

Schafe an den Poller Wiesen: Nachhaltige Rasenmäher am Rheinufer in Köln

Tatsächlich sind die Schafe nicht zur Erheiterung der Kölnerinnen und Kölner im Einsatz. Auch wenn die vorbeikommenden Leute „immer wieder fasziniert stehen bleiben und sich über das Landleben in der Großstadt freuen“, erklärt Joachim Bauer, Leiter des städtischen Amts für Landschaftspflege und Grünflächen, auf Anfrage von 24RHEIN. Die knapp 500 Schafe an den Poller Wiesen haben eine wichtige Aufgabe in der Landschaftspflege der Domstadt.

Die Tiere „halten die riesengroßen Flächen offen“, so Bauer weiter. Das bedeutet, dass die Tiere unter anderem im Bereich der Poller Wiesen zwischen der Deutzer Brücke und südlich der Rodenkirchener Brücke grasen dürfen und somit die Wiesen und parkähnlichen Flächen weiterhin genutzt werden können. „Wenn man die Flächen nicht pflegt, dann wird ganz schnell aus einer Wiese ein Wald.“

Um das zu verhindern, müsse die Stadt Köln entweder mit Maschinen und viel Personal arbeiten oder aber eine kostengünstigere und „naturschutzgemäßere“ Kooperation mit den Schäfern eingehen. „Das ist eine Win-win-Situation für die Schäfer und für die Stadt.“ Denn während Köln auf eine Pflege mit Maschinen verzichten kann, freuen sich die Schäfer über die Möglichkeit, ihre Tiere auf einer großen und zusammenhängenden Fläche Grasen zu lassen. Denn solche Flächen sind für Schäfer mittlerweile eine echte Seltenheit, so Braun weiter. Dabei ist das Kölner Gras an den Poller Wiesen ganz besonders. „Die Wiesen sind sehr fettes Gras – mit vielen Nährstoffen.“ Das liegt unter anderem am Kölner Rhein.

Schafe an den Poller Wiesen: Vier weitere Schafherden in Köln unterwegs

Bereits seit mehreren Jahren setzt die Stadt Köln auf die Schafherden als kostengünstige Landschaftspflege. Dabei sind nicht nur an den Poller Wiesen Schafe zu finden. Im gesamten Stadtgebiet gibt es die Zusammenarbeit mit Schafhirten. Insgesamt sind fünf verschiedene Herden an den Poller Wiesen, am Äußeren Grüngürtel, im Nüssenberger Busch, in der Wahner Heide und in den Rheinauen immer mal wieder unterwegs.

Während die Stadt Köln dem Schäfer an den Poller Wiesen das Grasen lediglich gestattet, bezahlt die Stadt dem Schäfer im Nüssenberger Busch sogar etwas für die „naturschutzgemäße“ Landschaftspflege. Dort sind nämlich besondere Tiere im Einsatz. Die sogenannten Moorschnucken und vereinzelnde Ziegen. „Die brauchen kein so fettes Gras“, erklärt Braun. Die Tiere sind jedoch zu klein, um später geschlachtet zu werden. Damit der Schäfer dennoch auf die genügsamere Art setzt, bekommt er von der Stadt eine kleine Entlohnung.

Dabei sind Schafe nicht die einzigen Tiere mitten in der Großstadt. Neben Greifvögeln im Kölner Stadtgebiet sorgten zuletzt auch sogenannte „Biberratten“ aus Südamerika für Aufregung. Die Nutrias sind bereits am Ebertplatz und in Sürth aufgetaucht. (jw)

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