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Zoff um Museums-Baustelle: Stadt Köln kündigt unzuverlässiger Baufirma

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Ein Kran hievt eine Dach-Pyramide aus Stahl auf den Neubau des Jüdischen Museums. Damit wird der erste Bauabschnitt des „Museums im Quartier“ (MiQua) in der Archäologischen Zone am Rathaus abgeschlossen.
Das jüdische Museum „MiQua“ soll rund um den Rathausplatz im Zentrum der Stadt Köln entstehen. (Archivbild) © Oliver Berg/dpa

Immer wieder gab es Zoff um den Bau des jüdischen Museums MiQua in Köln. Die Stadt hat nun genug und trennte sich von der von ihr beauftragten Stahlbaufirma.

Köln – Das jüdische Museum MiQua („Museum im Quartier“) wird nun später fertiggestellt als ursprünglich geplant. Grund dafür ist der Zoff zwischen der Stadt Köln und der von ihr beauftragten Stahlbaufirma. Wie die Stadt am Montag mitteilte, musste sie sich kurzfristig von dem Unternehmen trennen. „Stetige Unzuverlässigkeit, wiederholte Terminüberschreitungen und maßlos überzogene Nachforderungen“ hätten keine andere Wahl gelassen. Eine Fertigstellung des Gewerks Stahlbau sei mit diesem Unternehmen zu vertretbaren Kosten und in angemessenem zeitlichen Rahmen nicht zu erwarten. Das Museum, dessen Fertigstellung nach früheren Angaben für 2024 angestrebt wird, soll das wieder ausgegrabene Kölner Judenviertel aus dem Mittelalter präsentieren.

Stadt Köln kündigt Baufirma wegen „Unzuverlässigkeit, Terminüberschreitung und Nachforderungen“

Die Stadt Köln erklärte, die Kündigung habe ein Vorgehen zur Folge, das sich „in neuen Terminen und Kosten“ niederschlagen werde. Zu Einzelheiten könnten noch keine Angaben gemacht werden. Die deutlich spätere Fertigstellung des Stahlbaus werde sich auch auf die nachfolgenden Gewerke - unter anderem Fassade, Dach sowie technische Gebäudeausrüstung - und deren Vertragsfristen auswirken. Betroffen seien 18 bereits beauftragte Firmen und mindestens weitere 16 Gewerke, die noch ausgeschrieben werden müssten. Weitere Ausschreibungen und Vergaben würden „solange zurückgestellt, bis wieder Terminsicherheit besteht“.

Das sind die Pläne für das jüdische Museum MiQua in Köln – Gesamtkosten über 127 Millionen Euro

Das im Zentrum von Köln geplante Museum setzt sich aus einer unterirdischen archäologischen Ebene und dem oberirdischen Neubau zusammen. Anfang März 2021 wurde dem Stahltragwerk die erste von 15 Dach-Pyramiden aufgesetzt, damit war der erste Bauabschnitt abgeschlossen. Die Prognose der Gesamtkosten beträgt nach Angaben der Stadt 127 Millionen Euro, ursprünglich waren es 48 Millionen Euro.

Köln: Museum MiQua wird später fertiggestellt – Sanierung der Kölner Bühnen dauert ebenfalls länger

Auch die Sanierung der Kölner Bühnen dauert viel länger und wird erheblich teurer als geplant. Ursprünglich war die Wiedereröffnung für 2015 geplant gewesen, nun sollen Oper und Schauspielhaus 2024 öffnen. Als die Sanierung 2012 begann, hatte man mit 250 Millionen Euro geplant. Inzwischen werden bis zu 644 Millionen Euro genannt. (nb mit dpa/lnw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln und NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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