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Südstadt, Belgisches Viertel: Kölner Stadtteile könnten neue Namen bekommen

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Von: Nina Büchs

Der Dom in Köln
Die vier Stadtteile der Kölner Innenstadt Altstadt-Süd, Altstadt-Nord, Neustadt-Süd und Neustadt-Nord sollen umbenannt werden. (Symbolbild) © Oliver Berg/dpa

Wohnen Kölner bald ganz offiziell im Agnesviertel statt in Neustadt-Nord? Die FDP will die Umbenennung der Stadtteile vorantreiben – und bleibt trotz Gegenwind hartnäckig.

Köln – Wer in der Kölner Innenstadt wohnt, spricht meist von der Südstadt, dem Agnesviertel oder dem Belgischen Viertel – nicht aber von Altstadt-Süd oder Neustadt-Nord. Aktuell ist die Innenstadt von Köln jedoch genau in diese weniger geläufigen Namen unterteilt. Damit sich die Kölnerinnen und Kölner besser mit ihrer Stadt identifizieren können, hat sich die FDP bereits im Jahr 2009 dafür eingesetzt, die linksrheinischen Viertel der Innenstadt von Köln umzubenennen. Unterstützt wurde sie später von der CDU, der SPD und den Grünen. Nun könnte ihr Vorhaben allerdings scheitern. Wie sieht der aktuelle Stand der Dinge dazu aus?

Köln: Stadtviertel in der Innenstadt sollen umbenannt werden

„Begriffe wie Eigelstein, Griechenmarktviertel, Belgisches Viertel oder Südstadt sind in der Bevölkerung wesentlich stärker verankert als die formalen Bezeichnungen der Stadtteile Altstadt-Nord, Altstadt-Süd, Neustadt-Nord und Neustadt-Süd“, hieß es in der Beschlussvorlage des Kölner Rats.

In seiner Sitzung Ende 2019 hatte der Rat deshalb die Kölner Verwaltung beauftragt, eine Änderung der Hauptsatzung zu erstellen, um die bisherigen Stadtteile im Bezirk Innenstadt (zum Beispiel Neustadt-Nord) im Sinne der dort existierenden Veedel (z. B. Agnesviertel, Altstadt, Belgisches Viertel, Eigelstein) neu aufzuteilen und Vorschläge für eine Benennung zu unterbreiten. In der Begründung des Antrags hieß es unter anderem, dass zudem auch kleinere Siedlungen, wie zum Beispiel Libur Stadtteile im Sinne der Hauptsatzung sind – ähnliche Strukturen gäbe es auch in der Innenstadt.

Köln: FPD will Stadtviertel in der Innenstadt umbenennen – hoher Verwaltungsaufwand?

Geprüft werden sollte auch, welcher Personal- und Finanzaufwand durch das Vorhaben entstehe und inwiefern dies Auswirkung auf das Verwaltungshandeln habe. „Der vorliegende Vorschlag zur Neueinteilung der Stadtteile in der linksrheinischen Innenstadt ist grundsätzlich durchführbar“, teilte die Verwaltung daraufhin mit. Doch: In der Stellungnahme der Ämter habe sich gezeigt, dass der Ressourceneinsatz für die Gesamtverwaltung „erheblich“ wäre. So müssten zum Beispiel die Stimmbezirke neu zugeschnitten werden. „Darüber hinaus würde die Qualität wichtiger Planungsverfahren und der Bereitstellung wesentlicher statistischer Planungsgrundlagen Schaden nehmen, weil wichtige soziodemografische Daten, z.B. zu Arbeitslosigkeit und SGBII-Bezug für die Stadtteile der Innenstadt nicht mehr darstellbar wären“, so die Verwaltung weiter.

Köln: Kölner Stadtviertel sollen umbenannt werden – wie stehen die Chancen?

Die Verwaltung äußert also viele Bedenken. Lösungsorientierte Ansätze gibt es eher nicht. Für Ralph Sterck, Vorsitzenden der FDP-Ratsfraktion ist das nicht nachzuvollziehen. Er sei im Agnesviertel getauft, habe dort 25 Jahre lang gelebt und weiß deshalb, welch große Bedeutung die Umbenennung der Stadtteile für die Kölnerinnen und Kölner hat. „Im Gegensatz dazu wird der Duden immer wieder mal angepasst. Seit Jahrzehnten wird hier in Köln etwas kultiviert, was nicht funktioniert“, sagt Sterck im Gespräch mit 24RHEIN.

Ob die Kölnerinnen und Kölner also tatsächlich irgendwann offiziell im Agnesviertel statt in Neustadt-Nord wohnen werden, ist weiterhin fraglich. Kürzlich musste die Initiative auch noch einen Rückschlag einstecken. Denn die Grünen, mit denen sich die FDP noch im Sommer über die Umbenennung geeinigt hatte, ist nun zurückgetreten. Laut Sterck fühlt sich die Partei nicht an die Absprache gebunden. „Bis zur nächsten Ratssitzung am 3. Februar haben wir noch Zeit, die Grünen von der Umbenennung der Stadtteile zu überzeugen. Sie sind der Schlüssel dafür, dass das Vorhaben klappen kann“, so Sterck.

Heißt also: Die Entscheidung zur Umbenennung der Stadtteile hängt von den Grünen ab. Sollte die Partei dies weiterhin ablehnen, droht das Vorhaben zu scheitern – zumindest vorerst. „Ich bin trotzdem optimistisch, dass es irgendwann dazu kommen wird. Sollten wir im Februar damit scheitern, dann klappt es vielleicht 2025 bei der nächsten Wahlvorlage“. (nb) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren

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