1. 24RHEIN
  2. Köln

Warum stinkt es in Köln seit Tagen unangenehm?

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Martin Henning

Der Colonius-Fernsehturm und der Stadtteil Ehrenfeld von oben.
In Ehrenfeld und anderen Kölner Stadtteilen stinkt es in den letzten Tagen nach Gülle. © Christoph Hardt/Imago

Seit ein paar Tagen riecht es in mehreren Kölner Veedeln, genauer im Zentrum und Westen, unangenehm nach Gülle. Woran liegt das? 24RHEIN hat sich erkundigt.

Köln – Was ist das denn? Seit ein paar Tagen riecht es in Köln immer wieder nach Gülle und Kloake. An ganz unterschiedlichen Orten in der Stadt haben die Anwohner den unangenehmen Geruch bereits wahrgenommen.

Auch auf Facebook tauschen sich in den vergangenen Tagen immer wieder Kölnerinnen und Kölner über den Geruch aus. Diese Viertel sind demnach betroffen:

Auch am Rudolfplatz roch es am Wochenende unangenehm. Doch woran liegt das?

Köln: Gülle-Gestank kommt von gedüngten Feldern im Umland

Die Antwort: Es hat mit den Feldern in und um Köln zu tun. „Aktuell dürfen die Landwirte Gülle in ganz Deutschland ausbringen“, sagt Andrea Hornfischer vom Rheinischen Landwirtschafts-Verband (RLV) auf Anfrage von 24RHEIN. „Nach der Ernte der Hauptfrucht wird Gülle ausgebracht, um den Nährstoffhaushalt des Bodens wieder herzustellen.“

Statt künstliche Stoffe zu benutzen, setzen die Landwirte also voll auf Bio. Der Kot von Kühen, Schweinen und Geflügel sorgt dafür, dass sich die stark beanspruchten Böden wieder erholen können. Der Wind treibt diese Gerüche dann in die Stadt – allerdings nur für kurze Zeit. „Da die Gülle innerhalb von vier Stunden eingearbeitet werden muss, dürfte es höchstens ein paar Stunden stinken“, sagt Sprecherin Andrea Hornfischer. 

Knoblauch-Alarm

Ganz andere Geruchsprobleme beschäftigten einen Taxifahrer am Niederrhein: In Mönchengladbach gab es eine Auseinandersetzung wegen Knoblauch-Pizza im Taxi.

Gestank in Köln: Gülle darf nur zu bestimmte Zeiten ausgebracht werden

Das Gülle ausbringen ist nur für bestimmte Zeiträume im Jahr erlaubt. Wenn die Vegetation ruht und der Boden keine neuen Nährstoffe benötigt, darf keine Gülle verteilt werden. Verboten ist das Gülle ausbringen in diesen Zeiträumen:

Folgende Früchte dürfen im Herbst gedüngt werden:

Köln und Rheinland: Hochwasser macht Ernte kaputt

Klagten die Landwirte in den letzten Jahren über zu trockene Böden, so haben sie dieses Jahr das umgekehrte Problem: In den vergangenen Monaten ist zu viel Regen gefallen. Wegen des Hochwassers standen im Rheinland bis zu 100 Höfe unter Wasser, Felder waren überschwemmt. Um die entstandenen Schäden etwas aufzufangen, wurden fünf Millionen Euro Spenden für Bauern in NRW und Rheinland-Pfalz gesammelt.

„Wegen des vielen Regens haben die Landwirte viel Lagergetreide. Das bedeutet, das Getreide wird durch den Regen nach unten gedrückt, bleibt auf dem Boden liegen und die Mähdrescher können es nicht gut abernten“, sagt RLV-Sprecherin Andrea Hornfischer. Sie rechnet in den kommenden Tagen mit ersten Auswertungen zur Getreideernte. (mah) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant