1. 24RHEIN
  2. Köln

Strompreise steigen: Was müssen Verbraucher in Köln wissen?

Erstellt:

Von: Johanna Werning

Strom wird ab dem 1. August teurer – auch bei der RheinEnergie in Köln. Kunden müssen jährlich bis zu 70 Euro mehr zahlen. Was Verbraucher wissen müssen.

Köln – Der Krieg in der Ukraine ist auch im Portmonee vieler Kölnerinnen und Kölner angekommen. Nicht nur Lebensmittel werden teurer. Die Sanktionen gegen Russland machen sich auch beim Stromabschlag in Köln bemerkbar. Immer mehr RheinEnergie-Kunden bekommen aktuell ein Schreiben, das auf teurere Strompreise hinweist. „Mein alter Abschlag war 65 Euro, mein neuer 78 Euro“, schreibt zum Beispiel eine Frau auf Facebook.

Höhere Energiekosten, auch in Köln: Warum wird Strom teurer?

Eine Hand hält einen Stromstecker. Im Hintergrund sind mehrere Geldscheine.
Die RheinEnergie erhöht ihre Strompreise, was das für Nutzer heißt (Symbolbild) © Avanti/Ralf Poller/Imago

Grund für das Schreiben an die RheinEnergie-Kunden: Der Energie-Konzern aus Köln passt wie viele weitere Stromanbieter zum 1. August die Strompreise an. „Die Anpassungen betreffen die Arbeitspreise für die verbrauchten Kilowattstunden und gelten sowohl in der Grundversorgung als auch in den Wahltarifen“, heißt es.

Lediglich Kunden bzw. Verträge mit Festpreisgarantie sind nicht von den Änderungen betroffen. „Dort sinken die Strompreise zum 1. Juli durch den Wegfall der Erneuerbare-Energie-Umlage“, sagt RheinEnergie weiter.

Köln: RheinEnergie erhöht Strompreis – so teuer wird es für die Nutzer

Aber was bedeutet die Preissteigerung konkret für die Kunden? Im Tarif „FairRegio Strom basis“ (Grundversorgung) steigt beispielsweise der Preis von 28,68 Cent pro Kilowattstunde (Ct/kWh) auf 31,04 Ct/kWh.

Was das genau bedeutet, zeigt ein Beispiel: Ein Zweipersonen-Haushalt mit einem 3.000 Kilowattstunden-Jahresverbrauch muss nun monatlich 5,89 Euro mehr bezahlen. Das entspricht einer Steigerung von 6,75 Prozent. Jährlich liegen die Mehrkosten somit bei 70,68 Euro. Allerdings: Wegen unterschiedlicher Netzentgelte weichen die Preise in den einzelnen Netzgebieten leicht voneinander ab, so die RheinEnergie. Es handelt sich also nur um eine Beispielrechnung.

Köln: RheinEnergie erhöht Strompreis – ist das erlaubt?

Aber was sagt die Verbraucherzentrale: Sind Erhöhungen beim Stromvertrag erlaubt? Grundsätzlich gilt: Kostensteigerungen bei der Beschaffung von Energie kann der Anbieter gegebenenfalls durch eine Preiserhöhung weitergeben – aber es gibt besondere Regeln, so die Verbraucherzentrale.

Erlaubt ist eine Abschlagserhöhung, wenn der Anbieter seine Preise erhöht – wie zum Beispiel bei der RheinEnergie. Damit ist die Preiserhöhung für Stromkunden demnach erlaubt. Allerdings: Der Anbieter„muss er zum Beispiel in Sonderverträgen mindestens vier Wochen vorher informieren und Sie im Regelfall über ein Sonderkündigungsrecht aufklären.“ Falls die Preise jedoch nicht erhöht werden, kann auch der Abschlag nicht so einfach erhöht werden.

Anders sieht das aus, wenn die Rede von „monatlichen Zahlbeträgen“ ist. „Wenn die Erhöhung von ‚monatlichen Zahlbeträgen‘ mit Steigerungen bei den Beschaffungskosten begründet wird, dann ist dies weder zulässig, geeignet noch nachvollziehbar. Kostensteigerungen sind nicht durch steigende Abschlags- oder Vorauszahlungen aufzufangen“, erklärt die Verbraucherzentrale weiter.

Strom und Gas: Wichtige Tipps von der Verbraucherzentrale

► Grundsätzlich gilt: Kostensteigerungen bei der Beschaffung von Energie kann der Anbieter gegebenenfalls durch eine Preiserhöhung weitergeben – aber es gibt besondere Regeln. Der Anbieter muss zum Beispiel mindestens vier Wochen vorher die Preiserhöhung mitteilen.

► Wenn ein Anbieter eine sogenannte eingeschränkte Preisgarantie gegeben hat, ist eine Preiserhöhung wegen gestiegener Beschaffungskosten regelmäßig unwirksam.

► Bei Preiserhöhungen für Strom oder Gas ist in den meisten Fällen ein fristloser Wechsel zu einem anderen Anbieter möglich. Gerade für Gas gibt es viele Alternativen. BW24 berichtet, worauf man bei Gas-Alternativen allerdings achten sollte.

► Die Abschlagszahlungen und Vorauszahlungen richten sich immer nach dem Verbrauch des vorhergehenden Abrechnungszeitraums. Die Abschläge und Vorauszahlungen können auch bei einem bestehenden Vertrag beim Anbieter angepasst werden. Achten Sie darauf, dass Ihre Abschlagszahlungen zu Ihrem Stromverbrauch passen und lesen Sie Ihre Zählerstände regelmäßig ab. Wichtig: Beide Beträge müssen bei Strom- und Gasverträgen so berechnet sein, dass sie zum tatsächlichen Verbrauch eines gesamten Abrechnungszeitraums passen.

► Haben Sie angekündigten Änderungen widersprochen oder Fragen dazu gestellt, darf der Anbieter das nicht automatisch als Kündigung werten.

► Außerdem: Widersprüche gegen die Erhöhung „monatlicher Zahlbeträge“ und Rückfragen zu Abschlags- und Vorauszahlungen sind keine Kündigungserklärungen. Auch dürfte aus einer Erhöhung der Abschlags- oder Vorauszahlungen, egal ob berechtigt oder nicht, kein Sonderkündigungsrecht entstehen.

Quelle: Verbraucherzentrale

Köln: Strom wird teurer – Habeck appelliert zum Energiesparen

Und wieso steigt der Strompreis überhaupt? „Die Entwicklung des Strompreises ist wesentlich beeinflusst von drastisch gestiegenen Beschaffungskosten an den Energiebörsen“, erklärt die RheinEnergie. „Diese lassen sich durch die zum 1. Juli entfallene Erneuerbare-Energien-Umlage (EEG-Umlage) nicht im vollen Umfang kompensieren. Diese wird komplett an alle Kunden ab 1. Juli weitergegeben und ist in der Preisanpassung berücksichtigt.“

Alle Kunden, die von den teureren Strompreisen betroffen sind, erhalten Anfang Juli ein individuelles Schreiben mit weiteren Informationen rund um die Preisanpassung, so die RheinEnergie weiter.

Auch Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) rief bereits zum Energiesparen auf. Energiesparen sei notwendiger als je zuvor. „Und dazu können wir alle beitragen“, betont Habeck. Zusätzlich plant die Bundesregierung eine Umlage, die Preissprünge abmildern soll. (jw) Fair und unabhängig informiert, was in NRW und Köln passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant