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Kostenlose Tampons in Schulen und Museen – SPD-Vorschlag gescheitert

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Von: Johanna Werning

Die SPD Köln fordert kostenlose Tampons und Binden an öffentlichen Toiletten. Der zuständige Ausschuss lehnt ab – stattdessen gibt es ein Pilotprojekt.

Update vom Mittwoch, 15. Juni, 16.08 Uhr: Der Vorstoß der SPD, Tampons und Binden an öffentlichen Toiletten verfügbar zu machen, ist gescheitert. Im Ausschuss für Gleichstellung von Frauen und Männern ist der Antrag abgelehnt worden. Stattdessen wurde ein Antrag der Grünen, CDU, Volt und FDP auf den Weg gebracht, der zunächst ein einjähriges Pilotprojekt an ausgewählten Bürgerämtern der Stadt vorsieht.

Köln: Kostenlose Tampons in Schulen – warum es das noch nicht gibt

Erstmeldung vom Montag, 13. Juni, 14.48 Uhr: Köln – Mittlerweile gibt es viele Menstruationsprodukte: ob Tampons, Binden oder Menstruationstassen. Eines haben die Hygieneprodukte dabei gemeinsam: Sie kosten Geld. Die Periodenprodukte sind nur in den seltensten Fällen kostenlos. Doch das soll sich ändern – zumindest, wenn es nach der SPD in Köln geht.

Köln: Kostenlose Tampons und Binden auf öffentlichen Toiletten gefordert

Links: Eine Schultoilette. Rechts: Mehrere Tampons liegen auf einem Tisch.
In Köln soll es kostenlose Tampons und Binden an öffentlichen Toiletten geben (Symbolbild) © CHROMORANGE/dpa & Jörg Carstensen/dpa

„In Schottland ist es bereits so weit, Neuseeland wird bald folgen – jetzt muss Köln nachlegen“, fordert die SPD. „Tampons und Binden gehören auf die Toiletten, wie Papier und Seife.“ Konkret heißt das, dass an allen weiterführenden Schulen, in Museen und anderen städtischen Gebäuden und Einrichtungen kostenlose Tampons und Binden in hygienischen Spenderboxen angeboten werden sollen. Einen entsprechenden Antrag hat die SPD für die Sitzung des Gleichstellungsausschusses am 13. Juni gestellt. Und auch die Studierenden der TH Köln fordern kostenlose Tampons und Binden.

Die Forderungen

► An allen weiterführenden Schulen in Köln gibt es in den Waschräumen Spenderboxen mit kostenlosen Tampons und Binden

► Außerdem gibt es die kostenlosen Menstruationsprodukte in allen städtische Gebäuden und Einrichtungen. Dazu gehören Rathäuser, Jugendeinrichtungen und Museen.

Kostenlose Tampons in Köln: Kosten bei fast einer Million Euro

Für das Vorhaben der SPD muss die Stadt jedoch tief in die Tasche greifen. Das ergibt sich aus einer ersten Rechnung der Verwaltung. Damit die Kölner Schulen und weitere Toiletten in städtischen Gebäuden und Einrichtungen mit kostenlosen Tampons und Bilden ausgestattet werden können, ist mehr als eine Million Euro nötig. Bei einer Bestückung von rund 3350 Toiletten kostet allein die Montage der Boxen 845.000 Euro. Hinzu kommen jährlich etwa 200.000 Euro für die eigentlichen Menstruationsartikel.

„500 Euro – soviel kosten laut einer Umfrage Menstruationsartikel im Schnitt pro Jahr, Schmerzmittel inklusive. Geld, das Frauen allein wegen ihres Geschlechts ausgeben müssen – das ist unfair“, sagt Sanae Abdi, gleichstellungspolitische Sprecherin. „Junge Frauen und Mädchen aus armen Familien sparen an Hygieneprodukten, weil sie sich diese nicht leisten können – und damit am falschen Ende. Unsere Initiative führt zu einer spürbaren Entlastung für Frauen und Mädchen und trägt dazu bei, eine völlig normale Sache aus der Tabuzone zu holen.“

Köln: Kostenlose Tampons und Binden für alle – Plan ist nicht neu

Neu ist der Plan allerdings nicht: Bereits im Mai 2021 wurde das Vorhaben im Gleichstellungsausschuss beschlossen. „Ein Jahr später müssen wir leider feststellen, dass die Verwaltung immer noch keine Maßnahmen in die Wege geleitet hat, um den Beschluss umzusetzen“, so SPD-Fraktionsgeschäftsführer Mike Homann. Mit dem erneuten Antrag soll sich das nun ändern – und die kostenlosen Periodenprodukte in Köln endlich umgesetzt werden. (jw) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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