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Köln: Säugling „Elias“ lag tot vor Babyklappe – Prozess gegen vierfache Mutter beginnt

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Ein Kreuz mit dem Namen Elias steht an einem Grab auf dem Nordfriedhof.
Der Säugling namens Elias wurde auf dem Nordfriedhof in Köln beerdigt. Am Mittwoch beginnt der Prozess gegen seine Mutter. (Archivbild) © Oliver Berg/dpa

Im Juli 2021 wurde in Köln ein Säugling tot vor der Babyklappe eines Frauenhauses gefunden. Jetzt steht die Mutter von „Baby Elias“ vor Gericht.

Köln – Am 12. Juli 2021 wurde der Säugling „Elias“ tot vor einer Babyklappe in Köln gefunden. Der Fall löste großes Entsetzen aus. Am Mittwoch um 9 Uhr beginnt der Prozess gegen die vierfache Mutter vor dem Kölner Landgericht. Die 36-Jährige ist wegen Totschlags durch Unterlassen angeklagt.

Prozess in Köln: Baby „Elias“ lag tot vor Babyklappe – vierfache Mutter angeklagt

Die vierfache Mutter soll den kleinen Jungen im vergangenen Juli heimlich in ihrer Wohnung zur Welt gebracht haben. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hat sie das Baby nicht versorgt, sondern es in einen Kleiderschrank gelegt. Am nächsten Morgen soll sie es vor der Babyklappe eines Frauenhauses abgelegt haben, sodass der Alarm nicht ausgelöst wurde. Dort wurde das Kind einige Zeit später tot gefunden. Mitarbeiter des Frauenhauses gaben ihm den Namen Elias. Der Säugling wurde am 22. Juli auf dem Kölner Nordfriedhof beerdigt.  Einige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Frauenhauses in Bilderstöckchen, vor dessen Babyklappe der Säugling gefunden worden war, nahmen an der Trauerfeier teil. 

Was ist eine Babyklappe?

Durch eine Babyklappe ist es möglich, ein neugeborenes Baby anonym bei einer Institution oder einem Krankenhaus abzugeben. Dabei wird das Baby durch eine Klappe in ein Wärmebett gelegt. Befindet sich ein Baby in der Klappe, wird über einen Alarm Hilfe verständigt. Daraufhin wird der Säugling dann umgehend von Fachpersonal aus der Klappe geholt. In den Babyklappen befindet sich oft außerdem ein Zettel und ein Stift, um den Vornamen des Kindes dort hinterlassen zu können. Auf einem Informationsblatt wird die Mutter zudem darüber informiert, dass sie ihr Kind später noch sehen kann, wenn sie dies möchte. Denn es besteht die Möglichkeit, acht Wochen nach der Abgabe des Säuglings in der Babyklappe, das Kind wieder abzuholen.

Köln: Baby lag tot vor Babyklappe – Ermittler kamen der Mutter mit einer Einkaufsquittung auf die Spur

Die Angeklagte war rund einen Monat nach der Tat festgenommen worden. Die Polizisten suchten zunächst mit dem Foto eines Handtuchs, in das der Säugling eingewickelt war, nach den Eltern. Auf die Spur kam die Polizei der Mutter jedoch über die Einkaufsquittung eines Lebensmitteldiscounters, die bei dem Baby entdeckt worden war.

Wie die Polizei nach der Festnahme berichtete, handelt es sich bei der 36-Jährigen um eine vierfache Mutter. Ihre Familie lebt im Einzugsbereich des Frauenhauses Adelheid in Bilderstöckchen, hieß es. Für den Prozess hat das Landgericht vier Verhandlungstage angesetzt. (nb mit dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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