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Kölner Krankenschwester über Corona-Alltag: „Man kommt von der Psyche her an seine Grenzen“

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Von: Nina Büchs

Eine Intensivpflegerin versorgt auf der Intensivstation am Klinikum Braunschweig einen an Covid-19 erkrankten Patienten.
Corona-Patienten mit schweren Verläufen werden immer jünger. Das wirkt sich auch auf die Psyche des medizinischen Personals aus. (Symbolbild) © Ole Spata/dpa

Eine Intensivpflegerin aus Köln schildert im „Bericht aus Berlin“ (ARD) eindrucksvoll die zunehmende Belastung des Personals bei der Versorgung von Corona-Patienten.

Köln – Auf der Intensivstation der Uniklinik Köln werden die Kapazitäten knapp. Immer mehr Menschen, die sich mit dem Coronavirus angesteckt haben, müssen intensivmedizinisch versorgt werden – und die Patienten mit schweren Verläufen werden immer jünger. Gerade mal 22 Jahre alt ist dort der aktuell jüngste Patient, heißt es im „Bericht aus Berlin“ in der ARD. Eine Intensivpflegerin aus Köln spricht in dem Beitrag über die zunehmende, psychische Belastung des Personals. Und darüber, was sie von den Diskussionen um die Ausgangssperre hält.

Intensivpflegerin der Uniklinik Köln spricht über Alltag mit Corona: „Man kommt von der Psyche her an seine Grenzen“

Anette Segtrop ist Krankenschwester auf der Intensivstation der Uniklinik Köln. Täglich wird sie mit schwerstkranken Corona-Patienten und vielen tragischen Schicksalen konfrontiert. „Zwei Wochen lang arbeiten wir an einem Patienten, geben alles und jetzt wo die Patienten immer jünger werden, kommt man auch von der Psyche her an seine Grenzen. Man geht nach Hause und ist oft sehr traurig, dass man es wieder nicht geschafft hat“, erzählt die Intensivpflegerin im ARD-Beitrag.

Krankenschwester aus Köln in der ARD: „Wir sollten uns einfach mal ein bisschen zurücknehmen“

Während Anette Segtrop und ihre Kollegen Tag und Nacht um das Leben der Corona-Patienten kämpfen, gibt es jedoch auch Menschen, an denen die Bedrohung und Gefahr des Virus einfach abzuprallen scheint. „Und dann kommt wieder einer und reicht eine Klage ein, weil die Corona-Verordnung nicht statthaft ist. Die Leute müssen ja bis null Uhr mindestens die Möglichkeit haben draußen zu joggen. Warum versteht es keiner, dass es einfach ein tödlicher Virus ist, und wir uns einfach nur mal ein bisschen zurücknehmen müssen.“ Es mache sie wütend, dass ihre Arbeit auf der Intensivstation missachtet werde, so Segtrop.

Kölner Mediziner spricht bei Anne Will über Situation auf Intensivstationen

Über die dramatische Situation auf der Intensivstation äußerte sich zuletzt auch Michael Hallek, Direktor der Inneren Medizin an der Uniklinik Köln. Er war unter anderem in den Tagesthemen und bei der Sendung von „Anne Will“ zu Gast. Dort sagte der Mediziner, dass zwei Drittel der Krankenhäuser mit Intensivstation nicht mehr aufnahmefähig seien. (nb)

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