Spezieller Wirkstoff

Uniklinik Köln: Nasenspray soll Coronaviren töten – weitere Studienteilnehmer gesucht

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Hilft der Wirkstoff eines bestimmten Nasensprays gegen Coronaviren im Nasen-Rachenraum? Das wollen Wissenschaftler der Uniklinik Köln in einer Studie prüfen (Symbolbild).
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Die Kölner Uniklinik sucht für eine Studie Patienten, die an Corona erkrankt sind. An ihnen soll der Wirkstoff eines Nasensprays gegen Heuschnupfen getestet werden.

Update vom 29. März, 17:55 Uhr: Die Studie ist bereits Anfang März gestartet, Studienteilnehmer werden jedoch noch immer aufgenommen. „Es fehlen nun noch etwa 45 Teilnehmer“, teilte Prof. Dr. Ralph Mösges gegenüber 24RHEIN mit. Insgesamt werden 90 Teilnehmer gesucht, einige hätten sich auch aus anderen Regionen, wie Berlin, gemeldet. Laut den Voraussetzungen der Studie müssen die Teilnehmer jedoch im Raum Köln wohnen.

Uniklinik Köln: Nasenspray soll Coronaviren töten – Studienteilnehmer gesucht

Erstmeldung vom 16. März:

Köln – Seit einem Jahr nun ist der Coronavirus auch in Nordrhein-Westfalen im Umlauf. Auch in Köln hat der Virus das Leben der Menschen noch fest im Griff – die Wocheninzidenz hat nun sogar die kritische Marke von 100 überschritten. Um die Pandemie in den Griff zu bekommen, wird in der Domstadt am Rhein viel geimpft und getestet. Zuletzt wurde jedoch bekannt, dass die Impfungen mit Astrazeneca in Deutschland ausgesetzt werden. Das könnte vermutlich auch für Köln deutliche Folgen haben.

Neben den Impfungen sind aber auch die medizinischen Forschungen wichtig, um die Krankheit besser verstehen und wirksam gegen Coronaviren ankämpfen zu können. So setzt auch die Uniklinik Köln ihre Wissenschaftler daran, die Infektionskrankheit Covid-19 zu erforschen. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Wissenschaftler könnte ein Medikament nun besonders erfolgversprechend sein, um die Ausbreitung und Vermehrung von Coronaviren im Nasen-Rachenraum zu verhindern. Dabei handelt es sich um den Wirkstoff eines Nasensprays, das auch gegen Heuschnupfen verwendet wird.

Coronapatienten für Studie gesucht – Uniklinik Köln will Nasenspray-Wirkstoff testen

Das eingesetzte Nasenspray enthält das Antiallergikum Azelastin, das normalerweise zur Behandlung von Allergien, wie zum Beispiel bei Heuschnupfen, eingesetzt wird. Prof. Dr. Ralph Mösges erklärte 24RHEIN, dass der Wirkstoff für die Erprobung eines neuen Medikaments verdünnt wird. Der Wirkstoff soll Mösges zufolge 99,9 Prozent der Viren abtöten. Um dies nun wissenschaftlich zu belegen, sucht die Uniklinik nun nach Patienten mit einer Corona-Infektion, an denen sie den Wirkstoff testen können. Diese Voraussetzungen müssen Studienteilnehmer mitbringen:

  • Studienteilnehmer müssen ein Positives Corona-Testergebnis haben (getestet mit einem PCR-Test)
  • Der Test sollte nicht älter als zwei Tage sein
  • Die Studienteilnehmer sollten keinen schweren Verlauf haben (kein Krankenhausaufenthalt)
  • Die Studienteilnehmer müssen im Raum Köln wohnen
  • Die Studienteilnehmer sollten zwischen 18 und 60 Jahre alt sein
  • Sie sollten zudem geschäftsfähig sein
  • Schwangere oder Mütter, die sich in der Stillzeit befinden, sind von der Teilnahme ausgeschlossen
  • Die Studienteilnehmer dürfen nicht gleichzeitig an einer anderen Studie teilnehmen
  • Sie sollten zudem keine schweren Grunderkrankungen wie Typ 1 Diabetes haben und keine Medikamente gegen Bluthochdruck einnehmen müssen

Köln: Könnte Wirkstoff Azelastin gegen Coronaviren helfen? So läuft die Studie der Uniklinik Köln ab

Wie die Uniklinik Köln mitteilte, dauert die Studie insgesamt 11 Tage und findet während der häuslichen Quarantäne statt. Die Studienteilnehmer werden am ersten Tag der Studie von einem Arzt untersucht, der zu ihnen nach Hause kommt. An sechs weiteren Tagen werden die Patienten von einem Mitglied des Studienteams besucht. Es wird dann jeweils ein Nasen-Rachenabstrich bei den Patienten genommen und weitere Krankheitsdaten erhoben. Zudem sollen die Teilnehmer täglich die Studienmedikation anwenden und ein Symptom-Tagebuch führen. Hierfür wird ein Tablet zur Verfügung gestellt. Im Anschluss findet eine Abschlussuntersuchung statt. 50 Tage nach der letzten Anwendung des Medikaments erfolgt ein Telefonanruf des Studienarztes, der nach dem Befinden und gegebenenfalls aufgetretenen Beschwerden fragt.

Corona-Patienten für Studie gesucht: 500 Euro Entschädigung, Tablet, Blutdruckmessgerät

Das in der Studie verwendete Tablet darf auch nach der Studie weiter privat genutzt werden, auch das Blutdruckmessgerät dürfen die Studienteilnehmer behalten. Zudem bekommen die Studienteilnehmer eine Aufwandsentschädigung von 500 Euro, wenn sie das digitale Symptomtagebuch komplett ausgefüllt haben. Wer an der Studie teilnehmen möchte und die Voraussetzungen erfüllt oder vorab Fragen hat: Einfach per Mail an info@covid-nasenspray.info oder per Telefon 0176-64633037 an die Mitarbeiter des Studienteams wenden. (nb)

Korrektur: In einer früheren Version hatten wir geschrieben, die Aufwandsentschädigung betrage 110 Euro. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

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