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Wie sich Köln in den nächsten Jahren verändert – die Großprojekte im Überblick

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Von: Martin Henning

Entwurf: Hafenkopf des Deutzer Hafens.
So soll der Hafenkopf im Deutzer Hafen bald aussehen. © Cobe

In Köln wird in den kommenden Jahren an vielen Stellen gebaut. 24RHEIN zeigt, welche Großprojekte in Arbeit sind – und wie sich die Stadt verändern soll.

Köln – Bis 2040 soll Köln um 70.000 Einwohner wachsen. Um diesem enormen Wachstum gerecht zu werden, baut die Stadt an allen Ecken und Enden. Im Norden wird mit Kreuzfeld gar ein neuer Stadtteil hochgezogen. Doch es entstehen nicht nur Wohnräume, sondern auch tausende Arbeitsplätze. Die wichtigsten Großprojekte der kommenden Jahre sind:

Köln verändert sich – welche Projekte geplant sind

Köln-Kreuzfeld: Ein neuer Stadtteil im Norden von Köln

Der Entwurf für den Kölner Stadtteil Kreuzfeld zeigt, wie „the Woodhood“ aussehen könnte.
„The Woodhood“: So könnte Kölns neuer Stadtteil Kreuzfeld eines Tages aussehen. © Stadt Köln/ADEPT ApS + Karres en Brands

Welche Bedeutung Kreuzfeld in den Planungen einnimmt, betonte Oberbürgermeisterin Henriette Reker im Wahlkampf 2020. Sie bezeichnete Kreuzfeld als „Vorzeigestadtteil“. Auf einer 80 Quadratmeter großen Ackerfläche neben Blumenberg (Stadtbezirk Chorweiler) wird bis Ende des Jahrzehnts der neue Stadtteil entstehen.

Aufgrund seiner Randlage soll Kreuzfeld die Schnittstelle zwischen Stadt und ländlicher Umgebung sein. Das spiegelt sich auch in der Architektur wider – denn Kreuzfeld wird die „Gartenstadt der Zukunft“. Der Entwurf „The Woodhood - Kreuzfeld Gartenstadt 2.0“ des Planungsteams DEPT ApS (Kopenhagen) hat die städtische Ausschreibung gewonnen.

Kreuzfeld wird aus mehreren Mini-Veedeln (sogenannten „Hoods“) bestehen. Jedes dieser Mini-Veedel wird seinen eigenen zentralen Platz haben und dann mit umlaufenden Straßen, Fuß- und Radwegen verbunden, den sogenannten „Woodloops“. Wichtig ist den Planern, aus Kreuzfeld einen grünen Stadtteil zu machen. Die Stadt will hier „innovative und inklusive Wohnformen, Arbeit, Bildung, Kultur und soziale Infrastruktur“ vereinen. Klingt ein wenig nach der eierlegenden Wollmilchsau.

Köln: Parkstadt Süd – tausende Wohnungen und Großmarkt-Umzug

Die Visualisierung des neuen Stadtquartiers in der Parkstadt Süd.
Die Visualisierung des neuen Stadtquartiers in der Parkstadt Süd. © O&O Baukunst GmbH Köln

Kreuzfeld ist zwar das Vorzeigeprojekt – den Titel für das größte Projekt der Stadt bekommt aber die Parkstadt Süd. Auf 115 Hektar sollen im Kölner Süden neben Wohn- und Arbeitsplätzen auch Kindertagesstätten, Schulen, Spielplätze und Sportflächen entstehen. Highlight ist eine 26 Hektar große Grünanlage, die den Inneren Grüngürtel bis zur Südbrücke am Rhein verlängert.

Weil das Projekt so riesig ist, muss der Bebauungsplan in fünf Teile unterteilt werden (Quartier Parkstadt, Quartier Marktstadt, Sportpark Süd, Bildungslandschaft, Grüngürtel). Weil einige Flächen noch nicht verfügbar sind, kann der Bau wohl erst ab 2025 beginnen.

Eine Luftaufnahme von Köln Raderberg. Zu sehen ist die Großmarkthalle und die Rodenkirchener Brücke.
So sieht die Großmarkthalle aktuell aus (Archivbild) © APress/Imago

Und da sind wir auch schon beim Problem. Zwei Eigentümer, deren Gebäude sich auf dem Areal befinden und weg sollen, wollen nicht verkaufen: Zum einen der Besitzer des Bonntorcenters am Kreisel der Bonner Straße, zum anderen die Polis Immobilien AG, der ein Bürohaus am Rheinufer gehört.

Für noch größeren Ärger sorgt der Umzug des Großmarkts am Bonntor, der sich ebenfalls auf dem Areal befindet. Es steht bereits fest, dass der Großmarkt bis spätestens Ende 2025 nach Marsdorf übersiedelt. Doch in diesem Zuge sorgte eine Entscheidung der Kölner Grünen und der CDU im Rat für Entsetzen: Um dem 1. FC Köln Fläche für ein mögliches Trainingszentrum reservieren zu können, entschieden die Parteien, den Großmarkt zu verkleinern. Viele Händler stünden dann vor dem Aus. Da der Zoff die Entscheidungen wohl in die Länge zieht, könnte sich auch das Projekt Parkstadt-Süd verzögern.

Deutzer Hafen Köln: Aus Industrie-Standort wird hippes Viertel

Entwurf der dänischen Architekturfirma „Cobe“ zur Promenade im Köln-Deutzer Hafen.
So soll später einmal die Promenade im Köln-Deutzer-Hafen aussehen. © Cobe Architects

Einst war er ein blühender Wirtschaftsstandort, mittlerweile hat der Industriehafen in Köln-Deutz massiv an Bedeutung verloren. Doch das soll sich ändern, wenn dort tausende Menschen ein neues Zuhause finden und arbeiten werden – dem Projekt Deutzer Hafen sei Dank. Auch sieben Kitas, drei Parks und eine Grundschule werden auf dem 37,7 Hektar großen Gelände gebaut.

Das Büro- und Wohnquartier wird Moderne mit Ursprünglichkeit verbinden. Auf dem Gelände befinden sich einige denkmalgeschützte Gebäude, darunter die Ellmühle mit dem bekannten Aurora-Stern. Diese Gebäude dürfen nicht abgerissen werden. Stattdessen werden sie rückgebaut und in Wohnraum umgewandelt. Der alte Charme soll dabei aber erhalten bleiben. Um die Halbinsel mit dem Ufer zu verbinden, werden außerdem zwei neue Brücken am Deutzer Hafen errichtet.

Zunächst war auch geplant, einen Pool am Deutzer Hafen zu bauen. Diese Idee musste allerdings aus Kostengründen verworfen werden. Außerdem hätte der Pool wegen der angrenzenden hohen Bürogebäude im Schatten gelegen. Stattdessen wird nun ein Freibad am neu entstehenden Stadtteilpark gebaut.

Köln: Rondorf Nord-West – ganzer See muss verlegt werden

Erster Entwurf des neuen Quartiers Rondorf Nord-West aus der Vogelperspektive.
Erster Entwurf des neuen Quartiers Rondorf Nord-West aus der Vogelperspektive. © West8, Rotterdam

Mit Rondorf Nord-West bekommt Rondorf ein weiteres Viertel dazu. Ähnlich wie bald Kreuzfeld fungiert Rondorf als Verbindung zwischen der Kölner Innenstadt und den ländlichen Gebieten, vor allem durch seine Nähe zur A1. Diese Verbindung soll durch das Bauprojekt noch einmal gestärkt werden – durch die Nord-Süd-Bahn der KVB Kölner Verkehrs-Betriebe und eine neue Buslinie. Neben 1300 neuen Wohnungen und einem eigenen Dorfplatz werden vier Kitas, zwei Grundschulen, eine weiterführende Schule, eine Pflegeeinrichtung und ein 30.000 Quadratmeter großer Park gebaut.

Den Alt-Rondorfern graut es vor dem Neubaugebiet. Sie fürchten, dass der ohnehin schon dichte Verkehr noch weiter zunehmen wird. Um das zu verhindern, plant die Stadt eine Entflechtungsstraße in West-Ost-Richtung.

Kuriosum: Um Platz für ein Neubaugebiet zu schaffen, wird der Galgenbergsee, der sich ebenfalls auf dem Areal befindet, verlegt. Bis zum Frühjahr werden die Baumaschinen rund 560.000 Kubikmeter Material umtragen. Im Anschluss an die Verlegung soll das Gelände begrünt werden. Darin schwimmen können werden die Rondorferinnen und Rondorfer aber nicht.

Köln: „Die Welle“ in Marienburg – Leben und arbeiten natürlich verbinden

Vogelperspektive auf Stadtquartier „Die Welle“ in Köln-Marienburg.
Aus der Vogelperspektive: So könnte das neue Stadtquartier aussehen. © Astoc Architects and Planners

Der Stadtteil klingt zunächst nach dicker Brieftasche. Aber auch weniger gut betuchte Menschen sollen sich die Wohnungen auf dem Areal „Die Welle“ in Marienburg leisten können. Die Verantwortlichen stellen freiwillig zehn Prozent des Wohnraums als geförderten Wohnraum (also mit niedrigeren Mieten) zur Verfügung. Neben 700 Wohnungen werden 10.000 Quadratmeter Gewerbefläche, eine Kita und ein öffentlicher Kinderspielplatz entstehen.

Den Namen hat das neue Viertel bekommen, weil es auf dem ehemaligen Gelände der Deutschen Welle errichtet wird. Die so markanten drei Hochhaustürme des Rundfunksenders mussten für das Bauprojekt weichen. In der Nähe des Areals wird zukünftig auch die Nord-Süd-Bahn verlaufen.

Laut der Stadt Köln soll das Quartier im Inneren „überwiegend autofrei“ werden. Tiefgaragen sollen für unterirdische Staufläche sorgen, Besucherstellplätze sind entlang der angrenzenden Mertener Straße geplant. (mah) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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