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Waffenverbotszone an Kölner Hotspots? „Wichtiges und deutliches Zeichen“

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Von: Nina Büchs

Ein Mann hält ein Messer.
Könnte es in Köln an bestimmten Brennpunkten bald eine Waffenverbotszone geben? (Symbolbild) © Ulrich Roth / Imago

In Köln gab es zuletzt mehrere Gewalttaten. Polizeipräsident Uwe Jacobs, die Kölner SPD und Stadtdirektorin Andrea Blome zeigten sich nun offen gegenüber einer Waffenverbotszone.

Köln – An Kölner Hotspots wie dem Aachener Weiher, der Zülpicher Straße und auf den Ringen kommt es immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, teilweise waren Messer im Spiel. Im Gespräch sind jetzt Verbotszonen in Köln. Wie soll es nun weitergehen, um die Kölnerinnen und Kölner vor Gewalt zu schützen? Polizeipräsident Uwe Jacobs sprach sich zuletzt offen in Bezug auf die Einführung von „Waffenverbotszonen“ aus. Auch die Kölner SPD und Stadtdirektorin Andrea Blome zeigte sich nicht abgeneigt.

Waffenverbote in Köln? Polizeipräsident Jacobs kann sich Zonen „generell vorstellen“

„Waffenverbotszonen kann ich mir als weiteren Baustein für mehr Sicherheit an Kölner Brennpunkten generell vorstellen“, teilte der Kölner Polizeipräsident Uwe Jacobs 24RHEIN mit. Schon zuvor hatte er im Kölner Stadt-Anzeiger gesagt: „Messer haben auf Partymeilen nichts verloren“. Ähnlich sieht dies auch Andrea Blome. „Ich finde alles gut, was das Sicherheitsgefühl der Kölner*innen und unserer Gäste stärkt“, so die Kölner Stadtdirektorin. Jedoch müsse das Land Nordrhein-Westfalen über die Einrichtung von Waffenverbotszonen entscheiden.

Kriminalstatistik Köln: So viele Delikte gab es 2020

Laut einer Statistik der Polizei Köln wurden im Jahr 2020 im Stadtgebiet Köln insgesamt 3220 Fälle von gefährlicher und schwerer Körperverletzung gemeldet. 2019 war die Zahl um etwa 2,6 Prozent höher. Bei Mord und Totschlag haben sich die Zahlen von 2019 auf 2020 nicht verändert. So gab es sowohl im Jahr 2019 als auch 2020 7 Morde und 16 Delikte, die unter die Rubrik „Totschlag“ fallen. Aktuelle Zahlen zum Jahr 2021 liegen derzeit nicht vor.

Waffenverbotszonen in Köln: „Wichtiges und deutliches Zeichen“

Sollte das Land dies ermöglichen, werde die Stadt die Bereiche eng mit der Polizei abstimmen. Dort, wo es bereits eine Videoüberwachung gibt, beispielsweise am Ebertplatz oder auf den Ringen, gelte laut Blome auch schon die gesetzliche Definition eines gefährlichen Ortes. „Da könnte ich mir ein Waffenverbot auf jeden Fall vorstellen. Jedenfalls wären Waffenverbotszonen ein wichtiges und deutliches Zeichen für eine gewisse Szene, dass wir in Köln keine Gewalt dulden“, sagt Andrea Blome.

SPD befürwortet Waffenverbotszone in Köln – aber „mit Verboten allein kommen wir nicht weiter“

Auch die SPD drängte nun auf eine Waffenverbotszone in Köln. Die Landesregierung müsse nun schnell eine Rechtsverordnung auf den Weg bringen, die die Stadt dann umsetzen kann“, so der ordnungspolitische Sprecher, Gerrit Krupp. Insbesondere rund um das Ausgehviertel am Zülpicher Platz sei eine Waffenverbotszone notwendig. Doch laut Krupp sollte noch mehr getan werden: „Mit Verboten allein kommen wir aber nicht weiter. Das Problem der teilweise eskalierenden Gewalt besonders unter Jugendlichen hat tiefer liegende Gründe. Darum ist es unerlässlich, auch präventive Maßnahmen zu ergreifen Dazu gehört die direkte Ansprache der jungen Erwachsenen durch Streetworker, von denen wir dringend mehr brauchen“, so Krupp.

Waffen-Verbot an Brennpunkten? An Halloween kam es zu mehreren Gewalttaten in Köln

Zwischenfälle mit Waffen gab es in den vergangenen Wochen und Monate genug. So kam im August an der Zülpicher Straße ein 18-Jähriger bei einem Messerangriff ums Leben. Auch am vergangenen Halloween-Wochenende berichtete die Polizei Köln über mehrere Vorfälle. Am Montagmorgen, 1. November, wurde ein 29-Jähriger bei einer Messer-Attacke am Hohenstaufenring verletzt, in Bickendorf wurde sogar ein 25-Jähriger mit einem „spitzen Gegenstand“ getötet.

Keine Waffen in Köln? Hamburg führte als erstes Bundesland dauerhafte Waffenverbotszonen ein

Zumindest temporär wurden bereits an bestimmten Orten in NRW Waffenverbotszonen eingeführt – unter anderem am Hauptbahnhof Düsseldorf, Duisburg und Oberhausen. Doch dauerhafte Waffenverbotsgebiete gibt es in NRW bisher nicht.

Anders als in Hamburg – dort gibt es ein dauerhaftes Waffenverbot in den Bereichen Reeperbahn und Hansaplatz. Wie auf der Internetseite der Hamburger Polizei nachzulesen ist, führte Hamburg 2007 als erstes Bundesland die sogenannten Waffenverbotsgebiete ein. Dort ist es nicht erlaubt, Waffen wie zum Beispiel Schusswaffen, Messer und Reizstoffsprühgeräte mit sich zu führen. Sollten bei Polizeikontrollen Verstöße festgestellt werden, drohen Geldbußen im Rahmen von 150 bis 10.000 Euro.

Auch in Düsseldorf könnte es eine Waffenverbotszone geben – Land NRW muss darüber entscheiden

Ob es in Köln demnächst eine Waffenverbotszone geben wird, muss das Land NRW entscheiden. Auch in Düsseldorf schlug Oberbürgermeister Stephan Keller bereits eine Waffenverbotszone in der Altstadt vor. In diesem Bereich kam es innerhalb einer Woche zu zwei blutigen Auseinandersetzungen. Ein 19-Jähriger wurde dort mit einer abgebrochenen Glasflasche attackiert und tödlich verletzt. (nb) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Dieser Artikel wurde am 4. November aktualisiert. Neuerung: Statement der SPD ergänzt.

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