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Weniger „Airbnbs“ wegen Corona? Neuer Bericht zum Wohnungsmarkt in Köln – Leerstand „konsequent“ bekämpfen

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Von: Mick Oberbusch

Ein „Wohnung gesucht“-Schild
Die Wohnungssuche in Köln gestaltet sich auch wegen zweckentfremdeter Wohnungen schwierig. © Oliver Berg/dpa

Der Wohnungsmarkt in Köln ist kompliziert – auch wegen Fremdnutzung von Wohnraum, beispielsweise für „Airbnb“. Dagegen geht die Stadt mit allen Mitteln vor.

Köln – Die Situation am Wohnungsmarkt in Köln als angespannt zu beschreiben, wäre untertrieben. Bereits seit Jahren steigt die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum in der Stadt kontinuierlich an, insbesondere Menschen im Alter von 25 bis 35 wollen in die Metropole am Rhein ziehen – was bei anhaltender Wohnungsknappheit auch für explodierende Mietpreise sorgt. Klar, dass die Stadt mit allen Mitteln versucht, den in Köln vorhandenen Wohnraum zu schützen – vor allem vor Wohnungsleerstand und einer Zweckentfremdung, wie beispielsweise dem Weitergeben der eigenen Wohnung als Ferienunterkunft im Rahmen von Angeboten wie „Airbnb“.

Wohnraumentzug durch langfristige Leerstände oder die dauerhafte Nutzung als Ferienwohnung müssen konsequent bekämpft werden

Mitteilung der Stadt Köln

Wohnraum-Situation in Köln: Stadt nennt neue Zahlen für 2020

„Wohnraumentzug durch langfristige Leerstände oder die dauerhafte Nutzung als Ferienwohnung müssen konsequent bekämpft werden“, heißt es von Seiten der Stadt Köln. Bereits 2014 hatte der Stadtrat Wohnungen in Köln durch Erlass einer Wohnraumschutzsatzung unter besonderen Schutz vor Zweckentfremdung gestellt. Ein halbjährlich herausgegebene Bericht informiert über die Ergebnisse der Verfahren, in denen die Stadt aufgrund eines Verdachtes der Zweckentfremdung ermittelt hat. Und nennt neue Zahlen, an denen sich Trends erkennen lassen.

So leitete die Stadt in einem Zeitraum vom 1. Januar 2020 bis zum 30. Juni 2020 insgesamt 315 Verfahren zur Wiederzuführung von Wohnungen für den allgemeinen Markt ein, das bedeutet, dass in diesen Wohnungen ein dringender Verdacht des Leerstandes oder der Zweckentfremdung vorlag. Für diesen Zeitraum wurde für 130 Wohnungen der Vorwurf der Zweckentfremdung für Ferienwohnungen untersucht, in 159 Fällen Wohnungsleerstand über einen Zeitraum länger als drei Monate. In den übrigen 26 Fällen wurde „anderweitige“ Zweckentfremdung, etwa durch Prostitution, untersucht

Durch Coronavirus weniger Fremdnutzung als Ferienwohnung – dafür mehr Leerstand?

Dies ist insofern interessant, als dass die Stadt für den Zeitraum vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 2019 insgesamt 434 Wohnungen untersuchte und 255 Fälle der Zweckentfremdung als Ferienwohnung feststellen musste. Dies dürfte damit zusammenhängen, dass aufgrund der Corona-Pandemie weniger Menschen verreisen und so auch weniger „Airbnbs“ in Anspruch genommen werden. Dafür ist die Zahl der leerstehenden Wohnungen im Vergleich zum 2019er Zeitraum (damals 148) jetzt leicht gestiegen.

Zeitraum01.07.2019 - 31.12.201901.01.2020 - 30.06.2020
untersuchte Wohneinheiten434315
davon als Ferienwohnung genutzt255130
davon leerstehend148159
Bußgeldverfahren eingeleitet5061
Bußgeldbescheid erlassen11 (insg. 279.000 Euro)20 (insg. 40.500 Euro)

Gegen Eigentümer, die für die Weitergabe als Ferienwohnung verantwortlich sind oder einen Leerstand nicht melden, wurden für den untersuchten Zeitraum 61 Bußgeldverfahren eröffnet, 20 Bescheide wurden erlassen (insgesamt 40.500 Euro). Für den Zeitraum von Juli bis Dezember 2019 hatte der Gesamtbetrag der erlassenen Bußgeldbescheide noch bei 279.000 Euro gelegen. Was auch zeigt, dass Verstöße in 2020 allgemein zurückgegangen sind – und der Kampf zum Schutz des Wohnraums bei der Stadt Früchte trägt. (mo)

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