1. 24RHEIN
  2. Köln

Nach Sichtung in Ehrenfeld: Wolf könnte erneut durch Köln ziehen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Nina Büchs

Europäische Wölfe sitzen auf einem Stein.
In Köln wurde kürzlich ein Wolf gesichtet. Doch ist der Streifzug durch die Domstadt artgerecht? © Ronald Wittek/ Imago

Im Mai wurde in Köln ein Wolf gesichtet. Doch war die Wolfs-Sichtung ein Einzelfall oder könnten in Zukunft weitere Tiere durch Köln ziehen?

Köln – Die Sichtung eines einsam umherziehenden Wolfs in Ehrenfeld hat in Köln hohe Wellen geschlagen. Das Tier wurde am 19. Mai von einer Kölnerin mit ihrem Handy gefilmt, als er an der Fröbelstraße in Ehrenfeld an einem Autohaus vorbeilief. Aber auch am RheinEnergie-Stadion in Neu-Ehrenfeld und in Bilderstöckchen und Weidenpesch soll der Wolf gesehen worden sein. Einen Tag später wurden in der nördlichen Rheinaue vier tote Schafe gefunden, die vermutlich von einem Wolf oder einem großen Hund gerissen wurden. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) hat entsprechende DNA-Proben sichergestellt, die nun von einem Labor ausgewertet werden.

Wissenschaftlicher NameCanis lupus
Lebenserwartung:14 Jahre
Geschwindigkeit:50 – 60 Km/h
Nahrung:Überwiegend Wildtiere (Hirsche, Rehe, Wildschweine etc.)

Inzwischen ist das Tier aus Köln vermutlich verschwunden. Zumindest wurden keine weiteren Begegnungen gemeldet. Der CDU Köln ließ der Wolf jedoch keine Ruhe. Im Ausschuss Klima, Umwelt und Grün der Stadt Köln reichte die Partei nun einen Antrag mit Fragen ein, um sicherzustellen, dass der Wolf in Köln nicht doch noch zum Problem werden könnte.

Wolf in Köln gesichtet: Könnten in Zukunft weitere Tiere durch die Domstadt wandern?

Unter anderem beschäftigte die CDU-Fraktion die Frage, ob es in Zukunft häufiger vorkommen könnte, dass einzelne Wölfe durch Köln ziehen und ob dieses Verhalten artgerecht sei. Dr. Harald Rau, Umweltdezernent der Stadt Köln beantwortete dies: „Spätestens mit Erreichen der Geschlechtsreife mit 10 bis 22 Monaten wandern Jungwölfe in der Regel aus dem elterlichen Territorium ab und suchen sich ein freies Revier, wo sie mit einem Geschlechtspartner eine eigene Familie gründen. Dabei legen sie manchmal Strecken von mehreren hundert Kilometern zurück, wenn sie kein passendes Revier oder keinen Partner finden. Es ist daher auch zukünftig möglich, dass Wölfe durch das Gebiet der Stadt Köln ziehen.“

Doch Rau gab zeitlich Entwarnung: Da Wölfe sehr vorsichtig sind, würden sie eher durch weniger besiedelte Gebiete ziehen, so der Umweltdezernent. Übrigens kam es auch 2019 schon vor, dass ein Wolf im Umkreis von Köln gesichtet wurde: Das Tier zog damals über die Grünbrücke zwischen Wahner Heide und Königsforst, heißt es in der Stellungnahme von Rau.

Köln: Wolf in mehreren Stadtteilen gesichtet – gibt es in der Nähe ein Rudel?

Laut Harald Rau wurde im Umland von Köln im letzten Jahr das Wolfsgebiet „Oberbergisches Land“ ausgewiesen. Grund dafür seien bestätigte Wolfsnachweise im Oberbergischen Kreis (Bereich Engelskirchen) und im Rhein Sieg-Kreis (Raum Leuscheid), dort gibt es zudem ein bestätigtes Wolfsrudel – das „Leuscheider Wolfsrudel“. Erst im April wurden in Hennef-Blankenberg (Rhein-Sieg-Kreis) übrigens elf Schafe gerissen. Laut dem Umweltministerium NRW soll es zudem ein Wolfspaar in der Eifel leben. Das haben genetische Untersuchungen nun bestätigt.

Wölfe in Köln? Rechtsrheinische Stadtgebiete liegen in unmittelbarer Nähe zum Wolfsgebiet

Dass Wölfe durch Köln laufen, könne also vorkommen. Und dafür müssen sie nicht einmal mehrere hundert Kilometer zurücklegen. Denn das Wolfsgebiet „Oberbergisches Land“ befindet sich sozusagen in der Nachbarschaft. Wie aber wird ein Wolfsgebiet festgelegt? Und gibt es Orte in Köln, an denen die Wölfe häufiger gesichtet werden könnten?

„Ein Wolfsgebiet wird festgelegt, wenn territoriale Einzelwölfe, Paare oder Wolfsrudel über die Dauer von einem halben Jahr mehrfach in einem Gebiet nachgewiesen werden können“, so Rau. Als „Pufferzone“ gelte aufgrund der direkten Nachbarschaft zum Wolfsgebiet „Oberbergisches Land“ außerdem das rechtsrheinische Kölner Stadtgebiet, heißt es weiter. Diese Ausweisung ermögliche die Beantragung von Fördermitteln zur Prävention, wie etwa die Errichtung von wolfssicheren Zäunen für Haus- bzw. Nutztiere wie Schafe, Ziegen und Kleinpferde. (nb)

Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant