Weniger Einweg, mehr Mehrweg

Grundstein für Köln als „Zero Waste City“ gelegt – Stadtrat hat mehrheitlich zugestimmt

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Köln könnte schon bald eine Zero-Waste-Stadt werden (Symbolbild)
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Köln soll eine „Zero-Waste-City“ werden. In der Stadtratssitzung wurde dem Antrag der Fraktionen Grüne, CDU und Volt für die Müll-Reduzierung in der Domstadt zugestimmt.

Update vom 6. Mai, 18:19 Uhr: Der Grundstein für Köln als „Zero-Waste-City“ wurde gelegt. „Dem Antrag der Fraktionen Grüne, CDU und Volt, dass für Köln ein Zero Waste-Konzept erstellt werden soll, hat der Stadtrat Köln heute mehrheitlich zugestimmt“, heißt es in einer Pressemitteilung der Bürgerinitiative „Zero Waste Köln“.

„Wir freuen uns, dass der Stadtrat den politischen Grundstein für eine Zero Waste Stadt Köln gelegt hat. Nun erwarten wir, dass diese Idee zügig mit Inhalten und Maßnahmen untermauert wird, die dem gerecht werden“, erklärt Malte Haas von Zero Waste Köln. Welche konkreten Maßnahmen getroffen werden sollen, ist jedoch noch nicht klar. „Zero Waste Köln“ sieht jedoch sechs Hauptziele für die Domstadt vor.

Köln soll „Zero-Waste-City“ werden – Bürgerinitiative denkt an sechs Hauptziele

  • Mülltrennung: Alle Haushalte sollen einen „unkomplizierter Zugang“ zur Mülltrennung erhalten – auch im öffentlichen Raum. „Die Befähigung und das Bewusstsein für Mülltrennung muss im Rahmen von Fortbildungen oder Informationsangeboten ermöglicht und darüber hinaus in Schulen und Kitas vermittelt werden.“
  • Sperrmüll: die Mitnahme von Gegenständen und Möbeln, die als Sperrmüll gekennzeichnet sind, soll legalisiert werden. „Feste Termine zur Abholung sollten dies ermöglichen.“
  • Stadt als Vorbild: Die Stadt Köln soll eine Vorbildrolle in Sachen „Zero Waste und ressourcenschonendes Verhalten“ übernehmen. „Öffentliche Einrichtungen, gerade Bildungseinrichtungen müssen außerdem frei von jeglicher Werbung sein. Die Stadt Köln sollte keine zusätzlichen Werbeflächen genehmigen.“
  • Bauwirtschaft: Vor allem in dem Bereich müsse etwas getan werden. „Die Bauwirtschaft ist mit die größte Müllverursacherin“, so die Bürgerinitiative.
  • Mobilitätswende: Köln soll emissionsfreier werden – vor allem in der Mobilität.
  • Bürgerzentrum 2.0: In Umsonstläden und Repair-Cafés sollen Kölnerinnen und Kölner wieder mehr „Gemeinschaft leben und dabei Ressourcen sparen“

Köln bald „Zero-Waste“-Stadt? Grüne haben große Pläne

Erstmeldung vom 28. April:

Köln – Der Müll ist in vielen Großstädten ein echtes Problem. Allein für das Jahr 2020 geht das Bundesumweltamt davon aus, dass bundesweit 44,4 Millionen Tonnen Haushaltsmüll zusammengekommen sind. Der viele Müll ist dabei nicht nur unschön und miefig.„Das sieht nicht nur schlimm aus, sondern greift auch aktiv unsere Umwelt und damit uns selbst an“, erklärt Alexander Volk 24RHEIN. Volk ist der Abfallpolitische Sprecher der Grünen Ratsfraktion Köln und Sachkundiger Bürger im Ausschuss Klima, Umwelt und Grün im Kölner Stadtrat. Grund genug für die Grüne-Fraktion in Köln, den Müllbergen an beliebten Hotspots wie dem Rheinufer oder den Stadtparks den Kampf anzusagen.

Köln soll Zero-Waste-Stadt werden: Grüne-Fraktion stellt Antrag zur Konzepterstellung

Der Plan ist, dass Köln eine Zero-Waste-Stadt wird. In der kommenden Woche will die Grüne-Fraktion gemeinsam mit ihren Bündnispartnern in der Stadtratssitzung einen Antrag zur Erstellung eines Zero-Waste-Konzeptes stellen. „Wir brauchen dringend Maßnahmen, um die Abfallmenge in Köln deutlich zu reduzieren“, so Alexander Volk auf Nachfrage von 24RHEIN*.

„Köln könnte hierbei außerdem eine der wenigen Städte Deutschlands werden, die sich dem Ziel der Abfallvermeidung so sehr verschreiben und damit auch andere Kommunen motivieren mitzumachen“, so Volk. Als Vorbilder gelten bereits Berlin, München und Kiel.

Während Kiel beschlossen habe, dass bis zum Jahr 2035 die Haus- und Geschäftsabfälle halbiert werden, ist das Kölner Vorhaben noch nicht konkret festgehalten, so Volk. Zunächst sollen „allen Akteur*innen in Köln und in Zusammenarbeit mit einem wissenschaftlichen Institut erarbeiten, was die Hauptquellen des Kölner Abfalls sind, wie wir sie bewältigen können und welche Ziele wir uns setzen.“

In Köln soll der Müll zunächst reduziert werden. Dass die Stadt in absehbarer Zeit auf eine tatsächliche Menge von ‚Null Müll‘ kommen kann, ist unrealistisch, erklärt Volk. „Aber ‚Zero-Waste‘ gibt uns eine klare Richtung vor. Weg von der Wegwerfgesellschaft, hin zu einer Kreislaufwirtschaft.“

„Zero-Waste-City“ Köln: Konzept soll in allen Bereichen der Domstadt stattfinden

Um das Konzept der „Zero-Waste-City“ in Köln an den Start zu bringen, stellen die Grünen gemeinsam mit ihren Bündnispartnern am 6. Mai den Antrag zur Erstellung eines Zero-Waste-Konzepts. Bis es jedoch umgesetzt werde, könnte es noch einige Zeit dauern. Gemeinsam mit der Öffentlichkeit und der Mithilfe eines wissenschaftlichen Instituts soll zunächst ermittelt werden, wie viel Müll anfällt und wie man ihn beseitigen kann. Dabei gehe man davon aus, dass die Ermittlung und anschließende Auswertung bis Ende 2022 andauern würde.

Das Zero-Waste-Konzept in Köln soll dann grundsätzlich in allen Bereichen stattfinden. „Wenn die Kölner*innen, die Unternehmen und die Stadtverwaltung das Thema gemeinsam anpacken, machen wir unsere Stadt nicht nur sauberer, sondern gemeinschaftlicher und grüner“, so die Partei auf Facebook. Dabei machen die Müllreduzierung einige Supermärkte bereits vor. Während Kaufland und Lidl auf einen umweltfreundlicheren Kassenbon umstellen, setzt Rewe auf das Vermeiden von Plastikdeckeln bei Joghurt. (jw)

Update 28.04.2020, 18:30h: Der Artikel wurde um Zitate von Alexander Volk ergänzt.

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