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Köln: Kriegswaffen-Arsenal bei Mann gefunden – weil Zoll verdächtiges Paket abfing

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Von: Martin Henning

Diverse Kriegswaffen, die bei der Durchsuchung der Wohnung eines 36-jährigen Kölners am 13. Juli gefunden wurden.
Diese Kriegswaffen wurden beim 36-Jährigen Kölner gefunden. © Zollfahndungsamt Essen

Das Zollfahndungsamt Essen hat bei einem 36-jährigen Kölner mehrere illegale Kriegswaffen sichergestellt. Auch bei dessen Vater wurden die Beamten fündig.

Köln/Moers/Essen – Da dürften die Beamten des Zollfahndungsamts Essen nicht schlecht gestaunt haben. In der Wohnung eines 36-jährigen Mannes aus Köln haben sie mehrere illegale Kriegswaffen, sogenannte „Ghost Guns“ und weitere Waffenteile gefunden und beschlagnahmt. Die Ermittlungen führten die Beamten auch zum Vater des 36-Jährigen. Dort beschlagnahmten sie ebenfalls Waffen, Waffenteile und Munition. Die Durchsuchung fand bereits am 13. Juli statt, wie der Zoll jetzt bekanntgab.

Was ist eine „Ghost Gun“?

Eine „Ghost Gun“ ist eine selbst gebaute oder selbst zusammengebaute Waffe, die keine Seriennummer besitzt. Die Geisterwaffen können als Bausatz online oder beim Waffenhändler gekauft werden. Dass sie wegen der fehlenden Seriennummer nicht zurückverfolgt werden können, macht „Ghost Guns“ für Extremisten interessant. In den USA ist die Eigenherstellung von Waffen für den privaten Gebrauch legal, in Deutschland nicht.

Köln: Zoll stellt Kriegswaffen und Zubehör in Wohnung eines 36-Jährigen sicher

Anlass der Ermittlungen gegen den 36-Jährigen war ein Paket, das Kontrollbeamte des Hauptzollamtes Frankfurt am Main am Frankfurter Flughafen sichergestellt hatten. In diesem Paket befand sich eine Laserzieleinrichtung aus China. Da der Verdacht bestand, der Kölner habe illegale Waffenteile gekauft, erließ das Amtsgericht Frankfurt am Main einen Durchsuchungsbeschluss für dessen Wohnung.

Dort fanden sie neben legal erworbenen Waffen auch ein ganzes Arsenal illegaler Waffen und Waffenteile:

Zoll Essen durchsucht auch Wohnung vom Vater des Beschuldigten

Bei der Befragung gab der Beschuldigte an, die illegalen Waffen gehörten seinem Vater. Die Beamten durchsuchten daraufhin auch die Wohnung des 72-jährigen Vaters in Moers. Dort stellten sie mehrere legale Lang- und Kurzwaffen, Waffenteile, Munition und Treibladungspulver sicher.

Gegen den Kölner 36-Jährigen wurde ein Verfahren wegen des Verdachtes des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz eingeleitet. Weil der Sohn angab, dass seinem Vater die illegalen Waffen gehörten, wurde auch gegen den 72-jährigen Vater ein Strafverfahren wegen des Verdachtes des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz eingeleitet. Der 72-Jährige muss sich außerdem wegen des Verdachtes des Verstoßes gegen das Waffengesetz verantworten.

Einen überraschende Entdeckung machten zuletzt auch Beamte der Polizei in Köln: Sie fanden bei einem Radfahrer Waffen in dessen Gitarrenkoffer. (mah)

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