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Jobs für Ukraine-Flüchtlinge in der Kölner Gastro: „Wir helfen euch gerne“

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Von: Johanna Werning

Links: Mehrere Restaurants und Brauhäuser in Köln.  Rechts: Flüchtlinge aus der Ukraine stehen vor der Anlaufstelle für Geflüchtete der Stadt Köln am Hauptbahnhof.
Die IG Kölner Gastro startet eine Jobbörse, bei der sich Ukraine-Flüchtlinge melden können © Andreas Gora/Imago & Henning Kaiser/dpa

Die IG Kölner Gastro startet eine Jobbörse für Ukraine-Flüchtlinge in Köln. Die Restaurantbetreiber wollen auch bei Amtsgängen und Integration helfen.

Köln – Rund fünf Wochen sind vergangen, seitdem russische Truppen in die Ukraine einmarschierten. Seitdem sind laut UNO rund 3,6 Millionen Menschen vor dem Krieg in der Ukraine geflohen. Viele Ukraine-Geflüchtete sind mittlerweile auch in Köln angekommen. Während die Ersthilfe für Ukraine-Flüchtlinge innerhalb weniger Tage am Kölner Hauptbahnhof aufgebaut worden ist, werden langfristige Hilfen wie Wohnungs- und Jobangebote erst nach und nach organisiert. Und genau hier wollen die Kölner Gastwirtinnen und Gastwirte nun einen großen Beitrag leisten – und zwar schnell und unkompliziert.

Restaurants aus Köln wollen Ukraine-Flüchtlingen helfen und starten unbürokratische Jobbörse

Die IG Kölner Gastro, ein Zusammenschluss von Kölner Gastro-Betrieben, hat auf ihrer Website eine Jobbörse gestartet, bei der sich Geflüchtete melden können, die auf der Suche nach einem Job sind, erklärt der Verein aus Köln. „Es ist die Hölle, was den Menschen aus der Ukraine widerfährt. Wir in Köln werden zumindest gute Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sein können und bei einer kurzfristigen Eingliederung in dieser tollen Stadt helfen“, so Till Riekenbrauk, Vereinsvorsitzender der IG Kölner Gastro. Ähnlich sieht es auch der Club Bootshaus, der kurzfristig eine Spendenaktion für die Menschen aus der Ukraine ins Leben gerufen hat.

Bei der Jobbörse der IG Kölner Gastro seien die Kölner Gastro-Betriebe jedoch nicht nur Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, sie wollen den Ukraine-Flüchtlingen auch in anderen Bereichen helfen: „Wir vermitteln nur an die 350 Mitgliedsbetriebe unseres Vereins.“ Denn so könne man „gewährleisten, dass die Gastronominnen und Gastronomen nicht nur die Arbeitskraft sehen, sondern auch die Integration fördern, bei Ämtergängen helfen oder bei anderen auftretenden Problemen hilfreich sind“, so der Verein weiter.

Die IG Kölner Gastro

Der Verein gründete sich Anfang 2020 mit dem Ziel, ein gemeinsames Sprachrohr der Kölner Gastronomen zu werden und ein gutes Verhältnis zu den zuständigen Behörden der Stadt Köln auf Augenhöhe zu organisieren. Die IG Kölner Gastro hat mittlerweile 350 Mitglieder.

Doch damit nicht genug: Denn nicht nur Geflüchtete profitieren von der unkomplizierten und unbürokratischen Jobbörse. „Gleichzeitig wird der Gastronomie geholfen, personelle Lücken zu füllen. Winwin ist schwer zu sagen, aber in diesem sehr speziellen Fall ist damit beiden Seiten geholfen“, erklärt Riekenbrauk weiter.

Köln: Jobbörse für Ukraine-Flüchtlinge – Sprachbarriere in Restaurants und Bars „kein Hindernis“

Vor wenigen Tagen startete der erste Aufruf bei Facebook, Instagram und Co. „Wenn ihr Arbeit in der Gastronomie sucht, dann helfen wir euch gerne. Ihr müsst einfach nur diesen Link ausfüllen und wir kümmern uns um nette Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber aus Köln“, heißt es darin. Der Aufruf und das Formular sind dabei auf Deutsch und Ukrainisch beziehungsweise auf Englisch und Ukrainisch.

„Sprache ist für die Gastronominnen und Gastronomen kein Hindernis, Englisch wäre allerdings schon hilfreich“, so die IG Kölner Gastro. Denn „die Branche steht für Multikulturalität und der Lust, den Gästen eine gute Zeit zu bereiten.“

Nach Ukraine-Konflikt: Jobbörse der Kölner Gastro ist kein Einzelfall

Mit der Aktion ist die Kölner Gastro nicht allein. Innerhalb weniger Tagen haben die Unternehmer Marcus Diekmann und Christian Weis in Zusammenarbeit mit der Initiative „Händler helfen Händlern“ das Pro-Bono-Projekt „Job Aid Ukraine“ gestartet. Dabei handelt es sich um eine Austauschplattform für Arbeitgebende und Ukraine-Geflüchtete. Auf der Plattform können einerseits Stellenanzeigen geschaltet und andererseits Jobs gefunden werden.

Möglich werden solche unbürokratischen Jobangebote für Geflüchtete auch durch gelockerte Regeln. Laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge muss zwar eine sogenannte „Erwerbstätigkeit“ von der Ausländerbehörde erlaubt werden, dann ist eine Beschäftigung jedoch ohne Weiteres möglich. Auch dabei würde die IG Kölner Gastro Geflüchtete unterstützen. „In ersten Fällen konnten wir die Arbeitserlaubnis schon beschleunigen, indem wir Hilfestellung geleistet haben“, heißt es weiter. (jw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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