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Alles anders: KVB montieren 450 neue Anzeigetafeln – und die können einiges

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Von: Stefanie Knupp

Anzeigetafel der KVB Köln
So sehen die neuen digitalen Anzeigetafeln an den KVB-Haltestellen aus. © KVB

Moderne Anzeigetafeln sollen den Fahrgästen der KVB in Zukunft Echtzeitinformationen liefern. Dafür muss zunächst Software entwickelt werden. 450 alte Tafeln werden ersetzt.

Köln – Am Donnerstag ging es los: Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) haben damit begonnen, alte Anzeigetafeln gegen neue digitale Fahrgastinformationsanzeiger (DFI) auszutauschen. Im Zuge des Projekts werden 450 dieser modernen Tafeln an ober- und unterirdischen Stadtbahnhaltestellen in Köln montiert. Unter einem Foto der neuen KVB-Tafeln auf Facebook gibt es für die Modernisierung größtenteils Zuspruch.

Nach Angaben des Unternehmens sollen die DFI zunächst rechtsrheinisch Nord an Haltestellen der Linien 3, 4, 13 und 18, dann linksrheinisch Nord und anschließend in den südlichen Bereichen die gewohnten schwarz-orangenen Modelle verdrängen. Insgesamt könne der Austausch bis zu zwei Monaten dauern, wenn nicht das Wetter dazwischen funkt. Zum Glück soll das Wetter in NRW zumindest in den nächsten Tagen den Montagetruppen extrem angenehme Arbeitsbedingungen ermöglichen.

KVB: Neue Anzeigetafeln sollen Bild und Film übertragen können

Die KVB hatten schon im vergangenen Jahr Vorarbeiten für die neuen Anzeigetafeln ausgeführt. So wurden Fundamente erneuert und neue Masten gesetzt, wo es erforderlich war. Während des Austauschs an einer Haltestelle gucken die Kunden kurzzeitig ins Leere. Dafür werden an den Masten zusätzlich Anforderungstasten für eine akustische Information sehbehinderter Menschen angebracht, teilt das Unternehmen mit.

Einer Anzeigetafel der KVB in Köln
Bye bye Retro-Tafel: Die KVB tauscht 450 Anzeigen gegen moderne Modelle aus. © Oliver Berg/picture alliance/dpa

Doch die Optik der neuen Anzeigetafeln allein macht es noch nicht. Genauso wie bei den erneuerten Rolltreppen im Kölner Stadtgebiet: An mehreren Haltestellen in Köln wechselt die Beleuchtung an den Rolltreppen die Farbe. Die neuen Anlagen sind nicht nur bunter – sondern auch zuverlässiger. Die inneren Werte sind entscheidend. „Die neuen Anzeiger weisen einen deutlich höheren Standard auf“, schreibt das Unternehmen. Die Zeilen für die Textinformation können bis zu 16 Zeilen lang sein, die Darstellungen nicht nur schwarz-weiß, sondern auch farbig. Auch Bild- und Filmübertragungen seien möglich.

KVB: Fällt eine Bahn aus, soll die Anzeigetafel bei der Planung helfen

Die DFI sollen den Fahrgästen so Echtzeitinformationen liefern. Als Beispiel nennen die KVB: „Fällt eine Bahn aus, soll direkt angezeigt werden, wie das Ziel über eine alternative Reiseroute zu erreichen ist.“ Wer in Köln mit der KVB unterwegs ist braucht manchmal viel Zeit und Geduld. Ob Verkehrsunfall, Weichenstörung oder eine abgerissene Fahrleitung: Ein Video der KVB zeigt, wie die zentrale Leitstelle bei Verkehrsstörungen vorgeht.

Der Haken: Dieser Service steht den KVB-Kunden nicht sofort zur Verfügung. Da hinter der neuen Tafel eine sehr komplexe Software steht, wird es noch ein bis zwei Jahre dauern, bis das System läuft. Bis es soweit ist, „wird die Information auf den neuen Anzeigern weitgehend so aussehen wie bisher.“

Das klingt alles ziemlich teuer. Ist es auch: „Das Gesamtprojekt hat ein Volumen von rund 75 Millionen Euro“, so die KVB. 50 Prozent werden durch den Bund gefördert. (sk)

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