1. 24RHEIN
  2. Köln

Verspätungen, Fahrplan, App: Wie die KVB auf aktuelle Kritik reagiert

Erstellt:

Von: Mick Oberbusch

Die KVB muss derzeit massive Kritik einstecken. Die Gründe: Der Fahrplan, Verspätungen, die App und vieles mehr.

Köln – Egal ob mit Bildern aus dem historischen Köln, Ankündigungen neuer Fahrttarife oder mit Fotos aus dem Werk, wo die Bahnen gebaut werden – besonders in den Sozialen Netzwerken kann es die KVB in Köln einfach niemandem recht machen. Viele Userinnen und User nutzen solche KVB-Posts vielmehr dafür, um dem eigenen Unmut Luft zu verschaffen. Und auch wenn manche Kommentare bei vielen für den ein oder anderen Schmunzler sorgen, wird dennoch deutlich: Viele Kölnerinnen und Kölner sind aktuell alles andere als zufrieden mit ihrem öffentlichen Nahverkehrs-Dienst.

KVB – Kölner Verkehrsbetriebe
Gründung1976
Unternehmenssitz/EinsatzbereichKöln
Stadtbahn-Linien12
Bus-Linien62
Fahrgäste286 Mio. (2019)

Köln: KVB erntet massig Kritik von Nutzerinnen und Nutzern – auch Ausfall am 11.11.2022 ein Grund

Frau an KVB-Haltestelle, Aushang „Information“ (Montage)
Lange Wartezeiten aus Ausfälle auf diversen Linien bringen Kölnerinnen und Kölner, die die KVB nutzen, regelmäßig auf die Palme (IDZRW-Montage). © Thomas Banneyer/dpa (2)

Gründe dafür gibt es massig: Erst zuletzt gerieten die Verkehrsbetriebe in die Kritik, als sie „von jetzt auf gleich“ den Bahnverkehr in der Innenstadt am 11.11.2022 einstellten. Userinnen und User beschweren sich aber auch über nicht funktionierende Warteanzeigen an etlichen Haltestellen; die KVB-App funktioniere nicht richtig, ebenso wenig wie der Fahrplan, dessen Zeiten zu häufig nicht eingehalten werden könnten. 24RHEIN hat die KVB mit diesen Problemen konfrontiert – und Antworten erhalten.

KVB in Köln: Kritik an Zuverlässigkeit des Fahrplans – das sagt die KVB

Das Problem: Immer wieder kritisieren KVB-Kundinnen und -Kunden vor allem die Zuverlässigkeit des Fahrplans. Vor allem für die Anzeige „Noch 2 Minuten“ werden die Verkehrsverbände verspottet – denn in Köln können sich diese 2 Minuten schonmal wie eine Ewigkeit anfühlen.

Das sagt die KVB: Vor allem habe man aktuell Probleme mit einem hohen Krankenstand, wie Pressesprecher Matthias Pesch auf 24RHEIN-Nachfrage erklärt. „Tatsache ist, dass wir nach wie vor beim Fahrpersonal eine Krankenquote haben, die zwischen 15 und 20 Prozent liegt. Die eingeplanten Personalreserven reichen nicht aus, um immer alle Dienste besetzen zu können. Hinzu kommen die kurzfristigen Krankmeldungen des Fahrpersonals. Es, gibt also eine Vielzahl von Gründen für die derzeit schwierige Personalsituation.“

„Die KVB kommt immer zu spät“ – das sagen die Verkehrsbetriebe dazu

Das Problem: Das wahrscheinlich meist formulierte Problem, einhergehend mit dem Fahrplan: Die KVB kommt immer zu spät. Egal, welche Zeiten auf der Tafel oder in der App angezeigt werden – nur in den wenigsten Fällen werden diese auch erfüllt, schreiben Nutzerinnen und Nutzer.

Das sagt die KVB: „Bedingt durch die damit verbundenen Ausfälle kommt es teilweise zu längeren Wartezeiten für unsere Fahrgäste und in der Folge zu volleren Bahnen und Bussen“, sagt Pesch und meint dabei den hohen Krankenstand. „Das entspricht nicht dem, was die Fahrgäste von uns erwarten können und auch nicht unseren eigenen Ansprüchen.“ Es gibt jedoch auch Hoffnung: „Eine deutliche Verbesserung können wir erst mittelfristig in Aussicht stellen.“ Wie sieht das konkret aus?

„In Bezug auf das Personal haben wir bereits vor Monaten unsere Fahrschulkapazitäten ausgebaut, um Engpässe abzubauen, müssen aber – wie viele andere Branchen auch – feststellen, dass wir in den Stellenbesetzungsverfahren nicht so schnell geeignete Bewerber finden wie vor der Corona-Pandemie. Die Arbeit zeigt erste Erfolge, allerdings spiegeln sich die Anstrengungen noch nicht im gewünschten Erfolg wider. Betrieblich werden wir zum Jahresbeginn durch eine Dienstplanüberarbeitung versuchen, auf drei Linien zumindest ein wenig mehr Stabilität zu bekommen“, so Pesch.

KVB in Köln: Die App funktioniert nicht richtig – wie die Verkehrsbetriebe reagieren

Das Problem: Stichwort App: Auch hier gibt es sowohl bei der KVB-, als auch bei der VRS-App Kritik. Diese würden nicht zuverlässig anzeigen, wann die nächste Bahn käme – und man würde durch sie nicht erfahren, warum eine Verbindung jetzt konkret ausfällt.

Das sagt die KVB: Pesch sagt: „Unsere Mitarbeitenden müssen viele Informationen jeweils händisch einpflegen, oder andere Informationen in den Systemen kommen technisch nicht so schnell bzw. so verzahnt, wie wir uns das wünschen. Bei den Informationsmanagern in der Leitstelle haben wir ebenso mit der oben geschilderten Personalsituation zu kämpfen, wodurch es noch schwieriger wird, Informationen zeitgerecht auszuspielen. In der Summe zeigen deshalb zusammen mit der erhöhten Anzahl an Ausfällen ein häufiges Bild verzögerter und damit punktuell fehlerhafter Informationen“, sagt der KVB-Pressesprecher.

Kaum elektrische Tafeln an den Haltestellen funktionieren – das sagt die KVB

Das Problem: Um zu erfahren, wann die nächste Bahn kommt, könnte man ja auch einfach an der Haltestelle auf die Tafel schauen. Das Problem nur: Viele dieser elektronischen Tafeln funktionieren nicht; andere Stationen verfügen gar nicht erst über eine. Bleibt nur der „altmodische“ Blick auf den Aushangfahrplan – wenn dieser denn gerade aktuell ist.

Das sagt die KVB: Dazu Pesch: „In Bezug auf die Informationsqualität in unseren Kundenmedien setzen wir aktuell ein großes Projekt um. Das beinhaltet neben dem Austausch der Informationsmedien (z.B. der Anzeige an den Haltestellen) auch die Modernisierung, Weiterentwicklung und bessere Verzahnung der Hintergrundsysteme. Das Projekt soll 2024 abgeschlossen sein.“ (mo) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant