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„Eingeschränkter Service bei vollem Preis“: KVB streicht Bahnen – und kassiert Kritik

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Von: Mick Oberbusch

Die KVB streicht zahlreiche Fahrten bei den Stadtbahnen in Köln. Viele Bahnen seien schon jetzt überfüllt, lautet die Kritik von einigen.

Köln – Die KVB dampft in den kommenden Wochen und Monaten ihren Fahrplan gehörig ein. Grund dafür sind vor allem erhöhte Krankenstände beim Personal; infolge derer auf vielen Linien Verbindungen gestrichen werden. Das soll zum einen die Belegschaft der Verkehrsbetriebe entlasten – und zum anderen dazu führen, dass sich Kölnerinnen und Kölner trotz weniger Linien in Betrieb wieder mehr auf die KVB verlassen können. Im Internet gibt es ob dieser Ankündigung des Unternehmens jedoch vor allem Spott und Kritik – der Post dazu hatte einen Tag nach Veröffentlichung bereits über 400 Kommentare auf Facebook gesammelt (Stand: 5. Januar, 16 Uhr).

KVB – Kölner Verkehrsbetriebe
Gründung1976
Unternehmenssitz/EinsatzbereichKöln
Stadtbahn-Linien12
Bus-Linien62
Fahrgäste286 Mio. (2019)

KVB reduziert Fahrplan, Kunden sauer – „hoffentlich zieht ihr auch die Notbremse bei den Preisen“

Viele Kölnerinnen und Kölner wünschen sich angesichts der Reduzierungen auf den Verkehrslinien eine gleichsame Reduzierung der Ticketkosten. „Wird für das reduzierte Angebot dann auch der Fahrpreis reduziert?“, möchte ein User wissen, ein anderer: „Eingeschränkter Service bei vollem Preis, inzwischen 3,20€ (!!) für eine Einzelfahrt. Läuft mit der Verkehrswende“. Das sieht auch ein weiterer User so. „Kvb zieht die Notbremse??? Hoffentlich zieht ihr auch die Notbremse bei den Preisen!!!!!“

Das ist, so erklärte die KVB auf der Pressekonferenz zu diesem Thema am 4. Januar, nicht angedacht – man obliege in der Preisgestaltung der Vorgabe der Verkehrsverbünde (im Kölner Fall VRS) und könne keine Anpassungen vornehmen. Viel mehr als der Ärger über die gestiegenen Preise bringt viele Kölnerinnen und Kölner jedoch ein anderer Punkt auf die Palme: Sie befürchten durch die Reduktion des Bahnbetriebs, künftig in noch vollere Bahnen steigen zu müssen als bislang ohnehin schon – wenn denn mal eine kommt.

KVB ändert Fahrplan – Auswirkungen auf die jeweiligen Linien im Überblick (ab 1. März 2023)

► Bis ca. 9 Uhr, also in der morgendlichen Hauptverkehrszeit, gilt auf fast allen Linien der „normale“, ergo derzeit bestehende Fahrplan. Danach kommt es dann jedoch zu durchaus gravierenden Änderungen.

► KVB-Linie 4: fährt nach 9 Uhr nur noch von Schlebusch bis zur Leyendeckerstraße.

► KVB-Linie 5: fährt nach 9 Uhr auf dem gesamten Linienweg im 20-Minuten-Takt (bisher 10-Minuten-Takt)

► KVB-Linie 7: morgens entfallen einige Verstärkerfahrten.

► KVB-Linie 9: morgens entfällt eine Verstärkerfahrt im Rechtsrheinischen.

► KVB-Linie 12: fährt nach 9 Uhr zwischen Niehl und Merkenich ebenfalls im 20-Minuten-Takt (bisher 10-Minuten-Takt).

► KVB-Linie 17: fährt in Doppeltraktion im 20-Minuten-Takt (bisher 10-Minuten-Takt).

► KVB-Linie 18: fährt nach 9 Uhr nicht mehr bis nach Thielenbruch. Dafür wird die KVB-Linie 13 von der Vischeringstraße nach Thielenbruch verlängert, um die KVB-Linie 3 zu entlasten. Auf dem Abschnitt zwischen Buchheim und Klettenberg verkehrt die Linie 18 dann alle 10 Minuten statt wie bisher alle 5 Minuten. Im Abschnitt bis Schwadorf bleibt es wie bisher beim 10-Minuten-Takt, von dort bis nach Bonn beim 20-Minuten-Takt.

KVB reduziert Betrieb auf fast allen Linien – „man fühlt sich wie in einer Sardinenbüchse“

KVB-Bahn mit Fahrgästen am Breslauer Platz
Statt auf die KVB könnten Kölnerinnen und Kölner künftig wieder mehr aufs Auto setzen – zumindest, wenn man einigen Kommentaren aus dem Netz glauben darf (Symbolbild). © Christoph Hardt/Imago

„Die Linie 9 ist ohnehin immer viel zu voll, weil damit sehr viele Schulen ‚beliefert‘ werden! Warum wird dann gerade dort was verschlechtert?“, möchte eine Nutzerin wissen. Ein anderer meckert über die Zustände der Linie 7. „Die Linie 7 ist immer morgens überfüllt, man fühlt sich wie in einer Sardinenbüchse. Das ist echt eine Zumutung.“

KVB-Kundinnen und -Kunden sauer auf Verkehrsbetriebe – „Dann kommt halt wieder das Auto“

„Ohnehin schon miserable Leistung wird noch schlechter. Dann kommt halt wieder das Auto“, schreibt ein Nutzer, ein anderer stimmt zu. „Also ich brauche je Strecke zur Arbeit mit der KVB 1,5 Stunden (2x Umsteigen) und mit dem Auto ca. 30-40 min je nach Verkehr.“ So dürfte es niemanden wundern, wenn statt den Bahnen in den kommenden Monaten auch die Straßen in Köln wieder voller sein dürften. (mo) Tipp: Fair und verlässlich informiert, was in Köln passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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