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KVB-Linie 17: Haltestellen, Takt, Fahrzeuge

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Bahn der KVB-Linie 17 in der U-Bahn-Station Chlodwigplatz in Köln
Bahn der KVB-Linie 17 in der U-Bahn-Station Chlodwigplatz in Köln © Arnulf Hettrich / Imago

Die ursprünglich als eine Nord-Süd-Verbindung geplante KVB-Linie 17 endet bis heute im südlichen Köln an der Severinstraße und wird kaum von Fahrgästen genutzt.

KVB-Linie 17: Linienverlauf und Haltestellen sowie eingesetzte Fahrzeuge

Köln – Seit Ende des Jahres 2015 befindet sich die KVB-Linie 17 im Teilbetrieb. Derzeit führt die KVB-Linie 17 vom Sürther Bahnhof elf Stationen weit bis zur Severinstraße. Mit einer Strecke von gerade einmal zwei Kilometern Länge ist die Linie 17 derzeit die kürzeste Linie im Stadtbahnnetz der KVB Kölner Verkehrs-Betriebe. Wichtigster Haltepunkt ist neben der Endhaltestelle Severinstraße auch die U-Bahnstation Chlodwigplatz. Am Chlodwigplatz besteht Anschluss an die KVB-Linie 15 und KVB-Linie 16. An der U-Bahnstation Severinstraße können Fahrgäste mit den Stadtbahnen der KVB-Linie 3 und KVB-Linie 4 Anschluss Richtung Neumarkt, Ehrenfeld und auf die andere Rheinseite Richtung Bahnhof Köln Messe/Deutz und Mülheim nutzen.

KVB-Linie17
StreckeSeverinstraße – Rodenkirchen – Sürth
Länge8,5 Kilometer

Da die KVB-Linie 17 innerhalb des Verkehrsnetzes als Hochflurlinie konzipiert wurde, werden derzeit auf der Strecke sogenannte Hochflurwagen eingesetzt. Da Fahrzeuge dieser Gattung ihren Fahrzeugboden einen Meter über dem Gleiskörper haben, wurden die neuen Stationen der Linie 17 von Beginn an als Hochflurbahnsteige gebaut.

KVB-Linie 17: Alle Haltestellen

Takt der Linie 17

Bauarbeiten verursachen tragisches Unglück

Ursprünglich sollte die Linie 17 eine Nord-Süd-Achse darstellen und somit Nord- und Südstadt in Köln miteinander verbinden. Durch den Einsturz des Kölner Stadtarchivs im Jahre 2009 an der Severinstraße, der maßgeblich durch Bauarbeiten am U-Bahnprojekt der Nord-Südstadtbahn verursacht wurde, geriet das Projekt jedoch ins Stocken. Der Einsturz erfolgte, nachdem am 3. März 2009 um kurz nach 14 Uhr ein Wassereinbruch an der für die Linie 17 geplanten U-Bahn-Station „Waidmarkt“ festgestellt wurde.

Mutmaßlich ausgelöst wurde der Einsturz durch ein Leck einer Schlitzwand, an der ständig Wasser in die Baugrube floss und wieder abgepumpt wurde. Dabei wurden jedoch auch Sand und kleinere Gesteinspartikel weggeschwemmt, sodass es zu einer Hohlraumbildung unter dem Gebäude des Stadtarchivs kam. Auch angrenzende Häuser und Wohnungen wurden stark beschädigt und mussten abgerissen werden. Zwei der dortigen Bewohner verloren bei dem Unglück ihr Leben.

Einsturz des Kölner Stadtarchivs verzögert bis heute Fertigstellung der Linie 17

Nachdem das Unglück juristisch aufgearbeitet wurde, gab es starke Vorwürfe gegen die KVB. So wurde seitens der Ermittlungsbehörden aufgedeckt, dass offizielle Bauprotokolle bewusst gefälscht wurden. Auch versäumte es die KVB, für eine ausreichende Bauaufsicht zu sorgen.

Somit konnte auch der geplante Bau nun nicht wie gewollt fortgesetzt werden, da an der Unglücksstelle aufwändige Bergungs- und Sicherungsarbeiten notwendig wurden. Die komplette Fertigstellung der Linie 17 vom Sürther Bahnhof bis zum Heumarkt ist daher frühestens für 2025 geplant.

Kontroverse zu Kosten der KVB-Linie 17

Neben dem tragischen Zwischenfall im März 2009 steht die KVB auch wegen zu hoher Kosten beim U-Bahn-Bau der Linie 17 massiv in der Kritik. Insgesamt sind für das Bauprojekt bereits mehr als 1,15 Milliarden Euro angefallen. Damit gilt der U-Bahn-Ausbau in Köln als eines der teuersten Verkehrsprojekte der jüngeren Vergangenheit. Zudem beträgt die Bauzeit mittlerweile bereits weit über zehn Jahre. Kurz nach Inbetriebnahme im Jahr 2015 wurde die KVB-Linie 17 zudem von Kölnerinnen und Kölnern auch als „Geisterbahn“ bezeichnet, da die erhofften Fahrgäste ausblieben.

Von der KVB wurde die neue Teilstrecke dennoch als Erfolg gesehen, so wurden zwar die von der KVB erwarteten 10.000 Fahrgäste pro Tag leicht verfehlt, dennoch wurde die Verbindung nach Angaben der KVB-Pressestelle zwei Jahre nach Inbetriebnahme von knapp 9000 Fahrgästen täglich genutzt.

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