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Köln: Justizzentrum soll neu gebaut werden – oder doch nicht?

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Von: Martin Henning

Amtsgericht und Landgericht Köln von unten. (IDZRW-Montage)
Das marode Justizzentrum in Köln soll abgerissen werden. (IDZRW-Montage) © Henning Kaiser/Daniel Karmann/dpa

Eigentlich soll das Justizzentrum an der Luxemburger Straße in Köln abgerissen und neu gebaut werden. Doch eine kleine Hintertür will sich die Stadt offen lassen.

Köln – Bald sollen in Köln-Sülz die Bagger rollen. Das Justizzentrum an der Luxemburger Straße wird abgerissen und an der gleichen Stelle neu gebaut.

OB Henriette Reker und Peter Biesenbach, Justizminister des Landes NRW, haben dafür ein sogenanntes Eckpunktepapier unterschrieben. Das legt die weiteren Planungsschritte für das Baugebiet fest. Zum Beispiel wird ein Wettbewerb für den Bau des neuen Zentrums ausgeschrieben und es wird festgelegt, wie es an den Inneren Grüngürtel angebunden wird.

Justizzentrum in Köln: Neubau oder Sanierung?

Eigentlich ist der Plan, die Beschäftigten des Justizzentrums 2023 in die benachbarten, leerstehenden Gebäude der Arbeitsagentur auszulagern und dann mit dem Abriss zu beginnen. Doch in Stein gemeißelt scheint das Vorhaben noch nicht. Das unterzeichnete Eckpunktepapier stiftet Verwirrung. Dort steht:

Als lediglich hilfsweise Option kommt bei im Übrigen identischen Rahmenbedingungen neben dem Abriss und Neubau des Hochhauses auch dessen Erhalt und eine Kernsanierung in Betracht. 

Stadt Köln

Die Stadt schreibt aber schon im nächsten Satz: „Diese Option stellt keine Alternative dar.“ Für den städtebaulichen Wettbewerb sei nur ein Neubau vorgesehen.  

Unter dem Strich bedeuten diese Formulierungen: Mit allergrößter Wahrscheinlichkeit wird der Gebäudekomplex abgerissen und neugebaut. Nur in einem absoluten Notfall wird der Komplex „nur“ saniert. Mit der entsprechenden Passage wollen sich die Stadt Köln und das Land NRW aber absichern.

Justizzentrum Köln: Was soll abgerissen werden?

Neubau des Justizzentrums in Köln: Der Zeitplan

Im Sommer 2022 soll die Wettbewerbsphase beginnen – zunächst mit dem städtebaulichen Wettbewerb, der im Dezember 2022 abgeschlossen sein soll. Dann sollen erstmals auch die Kölnerinnen und Kölner die Möglichkeit haben, ihre Ideen und Anmerkungen einzubringen. In der zweiten Phase startet der Architektur-Wettbewerb, der laut Stadt 2023 abgeschlossen ist.

Bauherr des Justizzentrum-Projekts ist übrigens nicht die Stadt Köln, sondern das Land NRW. Dessen Justizminister Peter Biesenbach sprach bei der Vertragsunterzeichnung von einem „Meilenstein“. OB Reker betonte die Wichtigkeit des Baus: „Amtsgericht, Landgericht und Staatsanwaltschaft Köln zählen schon von ihrer Größe her – aber vor allem auch durch die Qualität ihrer Arbeit – zu den bedeutendsten landes- und sogar bundesweit.“ Mit dem Neubau des Justizzentrums schaffe man außerdem ein „Eingangsportal“ zur Parkstadt Süd, sagte Reker.

Das aktuelle Justizzentrum in Sülz ist stark marode. Auch die Technik macht Schwierigkeiten. So mussten im Februar letzten Jahres alle Verhandlungen im Kölner Justizzentrum abgesagt werden, weil die Heizungs- und Klimaanlage Probleme machte.

Justizzentrum Köln: Zahlen und Fakten

Adresse:Luxemburger Straße Nr. 101, 50939 Köln
Beinhaltet:Staatsanwaltschaft Köln, Amtsgericht Köln, Landgericht Köln
Anzahl der Mitarbeitenden:ca. 1700
Eröffnung:30. April 1981
Höhe:105 Meter
Kosten:127 Millionen Mark (64,93 Millionen Euro)

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