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Angebliche Vergewaltigung am Decksteiner Weiher: Joggerin wird angeklagt

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Von: Martin Henning

Einsatzkräfte der Polizei suchen den Decksteiner Weiher nach der vermeintlichen Vergewaltigung einer Joggerin ab.
Die vermeintliche Vergewaltigung am Decksteiner Weiher ist vermutlich gar nicht passiert. © Rolf Vennenbernd/dpa

Die vermeintliche Vergewaltigung am Decksteiner Weiher in Köln sorgte bundesweit für Aufsehen. Nun wurde Anklage erhoben – gegen das vermeintliche Opfer.

Update vom 5. Oktober 2021, 13:17 Uhr:

Mehr als ein halbes Jahr ist seit der vermeintlichen Vergewaltigung am Decksteiner Weiher vergangen. Nun wurde Anklage erhoben – gegen das vermeintliche Opfer. Der Vorwurf: Die Joggerin soll sich die Tat im Februar nur ausgedacht haben. Auf Nachfrage von 24RHEIN bestätigt das Amtsgericht Köln, dass gegen die Frau Anklage erhoben worden ist. Weitere Angaben macht das Gericht bislang nicht.

Update vom 24. August 2021, 14:56 Uhr:

Der Fall Decksteiner Weiher beschäftigt die Staatsanwaltschaft Köln weiterhin. „Die Ermittlungen dauern an“, teilt Oberstaatsanwalt Stephan Bremer auf Anfrage von 24RHEIN mit. Genau ein halbes Jahr nach der vermeintlichen Vergewaltigung steht also immer noch nicht fest, welche rechtlichen Konsequenzen die Frau erwartet. Gegen das angebliche Opfer wird wegen des Verdachts des Vortäuschens einer Straftat ermittelt.

Ursprungsartikel vom 01. Juli 2021, 08:08 Uhr:

Köln – Dieser Fall sorgte bundesweit für Aufsehen: Am 24. Februar war eine Joggerin am Decksteiner Weiher in Köln vergewaltigt worden. So schilderte es zumindest das vermeintliche Opfer selbst. Doch schnell waren Zweifel an den Angaben der Frau aufgekommen.

Knapp einen Monat später stellten Staatsanwaltschaft und Polizei Köln die Tätersuche zum Fall Decksteiner Weiher ein. Stattdessen nahm die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen die Frau auf – wegen des Verdachts des Vortäuschens einer Straftat. Diese Ermittlungen sollten „zügig zum Abschluss gebracht werden“, teilte Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer damals mit. Das ist nun gut drei Monate her. Was hat sich seitdem getan?

Vergewaltigung am Decksteiner Weiher in Köln? Das ist der Stand

„Die Ermittlungen in dem Fall dauern noch an“, sagt Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer auf Nachfrage von 24RHEIN. Deshalb könne er noch keine weiteren Auskünfte erteilen. Welche Konsequenzen der Frau drohen könnten, beantwortete Bremer auf Anfrage nicht.

Klar ist: Solange die Ermittlungen nicht abgeschlossen sind, gilt auch für das vermeintliche Opfer die Unschuldsvermutung. Dennoch deutet vieles darauf hin, dass die Frau die Tat vorgetäuscht oder sich die Tat anders als von ihr geschildert zugetragen haben könnte. Im März sagte Bremer zum Fall Decksteiner Weiher:

„Die objektive Beweislage, insbesondere das Spurenbild, deckt sich nach Auffassung der Staatsanwaltschaft nicht mit den Schilderungen der Anzeigenerstatterin.

Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer

Übergriff auf Joggerin am Decksteiner Weiher in Köln sorgte für Verunsicherung

Die Nachricht der angeblichen Vergewaltigung hatte in Köln für Angst und Verunsicherung gesorgt. Ein unbekannter Mann soll die Frau zwischen 8:30 und 9:30 Uhr unweit des Ausflugslokals „Haus am See“ angesprochen, bedroht und dann in ein angrenzendes Waldstück geführt und missbraucht haben, hieß es damals. Die Polizei ging zu diesem Zeitpunkt davon aus, dass der Täter gefährlich ist und möglicherweise erneut zuschlagen könnte.

Das angebliche Opfer hatte den Täter als etwa 30-50 Jahre alt und etwa 1,90 Meter groß beschrieben. Er soll hellhäutig gewesen sein, akzentfrei Deutsch gesprochen und grüne Augen gehabt haben. Zum Tatzeitpunkt habe der kräftig gebaute Täter laut der Beschreibung eine enge Jogginghose, eine Laufjacke, eine Wollmütze, Handschuhe und einen Mundschutz getragen.

Fahndungsplakat der Polizei Köln.
Mit diesem Fahndungsplakat suchte die Polizei Köln nach dem Täter, der eine Joggerin am Decksteiner Weiher überfallen haben soll. © Polizei Köln

Bei der Befragung von Zeugen war die Polizei auf einen verdächtigen, dunkel gekleideten Mann aufmerksam gemacht worden. Die Beamten hatten den Mann kontrolliert und ihn zur Identitätsfeststellung mit auf die Wache genommen. Doch der Verdacht hatte sich nicht erhärtet.

Mit einer Einsatzhundertschaft hatte die Polizei den Tatortbereich abgesucht, Fahndungsplakate verteilt und um Hinweise gebeten. Als sich der Verdacht gegen das vermeintliche Opfer Anfang März erhärtete, hatte die Frau einen Anwalt eingeschaltet. Dieser hatte Akteneinsicht bei der Staatsanwaltschaft Köln beantragt.

Joggerin vergewaltig am Decksteiner Weiher in Köln: Der zeitliche Ablauf

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