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Köln: Illegaler BMX-Parcours in Wald entdeckt – doch die Stadt will mit Alternative reagieren

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Von: Stefanie Knupp

Ein Mann fährt mit einem Mountainbike durch einen Wald (Symbolbild).
BMX- und Mountainbike-Parcours sind in Köln sehr beliebt. Oft werden sie illegal angelegt (Symbolbild). © Patrick Seeger/dpa

Erneut ist ein selbstgebauter BMX-Parcours in Köln aufgetaucht. Die Stadt muss solche unerlaubten Anlagen entfernen, bemüht sich aber um legale Alternativen.

Köln – Für die Stadt ist es ein leidiges Thema: In den vergangenen Jahren sind selbst gebaute BMX- und Mountainbikestrecken im Stadtwald und im Äußeren Grüngürtel wie aus dem Nichts aus dem Boden geschossen. Kinder, Jugendliche und Erwachsene nutzen die sogenannten Dirt-Tracks zum Üben von Tricks mit dem Rad. Vor allem in der Corona-Pandemie sind Aktivitäten an der frischen Luft beliebt.

Das Problem: Solche selbst angelegten Strecken sind illegal. Vier Mal musste die Stadt allein im vergangenen Jahr illegale Strecken in Köln-Junkersdorf zurückbauen. Jetzt ist erneut bekannt geworden, dass es im Stadtwald neue Strecken gibt. Auch diese Anlagen werden wieder plattgemacht.

Köln: Dirttracks in Junkersdorf müssen weg – das ist der Grund

Die von Unbekannten mühevoll ausgehobene und aufgeschüttete Anlage ist bald wieder verschwunden. Die Stadt Köln kann, so heißt es in einer Mitteilung, die Gewährleistung der Verkehrssicherheit für diese selbstgebauten Anlagen nicht übernehmen. Einen weiteren Grund erklärt die Stadt ausführlich.

Leidtragende der illegalen Strecken seien vor allem die Bäume. Die haben es wegen der Trockenheit der vergangenen Jahre ohnehin schon schwer. Abgrabungen, Aufschüttungen und Bodenverdichtungen mit bis zu eineinhalb Meter Tiefe beziehungsweise Höhe würde direkt an den Bäumen vorgenommen und im Wald liegendes Holz zum Rampenbau verwendet. schreibt die Stadt.

Die Wurzeln der Bäume werden dabei direkt geschädigt. In letzter Konsequenz bedeutet das ein Absterben des Baumes und eine verminderte Standsicherheit. Baumfällungen seien nicht auszuschließen. Um die Sicherheit im Wald wiederherzustellen und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass der gefährdete Baumbestand nicht in weiter in Mitleidenschaft gezogen wird, ergreift die Stadt jetzt Maßnahmen.

Köln: Stadt sucht Alternativen für legale Parcours – eine ist schon gefunden

Im ersten Schritt wird die jüngste Selfmade-Strecke in Junkersdorf wieder entfernt. Außerdem gibt es einen Plakataushang vom Amt für Landschaftspflege und Grünfläche, auf dem „nochmal auf die Bedeutung der Grünanlage für einen Großteil der Bevölkerung und die nachteiligen Auswirkungen durch die Auf- und Ausbauten für den ohnehin durch die Trockenheit vorgeschädigten Waldbestand“ hingewiesen wird.

Die Stadt ist sich allerdings auch bewusst, dass es offenbar großen Bedarf an Anlagen dieser Art gibt. Deshalb suchte man bereits nach legalen Alternativen. Zumindest eine scheint jetzt gefunden. Die befindet sich einige Kilometer weit weg in Köln-Longerich. Dort sei eine geeignete Fläche gefunden worden, die noch in diesem Jahr mit Unterstützung eines ehrenamtlichen Vereins hergerichtet werden soll. Weitere sollen folgen. (sk)

 

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