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Köln: Segnung von homosexuellen Paaren – Unbekannte zünden Regenbogenfahne an Kirche an

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Von: Nina Büchs

Pfarrvikar Wolfgang Rothe segnet das Paar Christine Walter (l) und Almut Münster bei einem Katholischen Gottesdienst mit Segnung homosexueller Paare im Rahmen einer bundesweiten Aktion in der Kirche St. Benedikt.
Am 10. Mai oder um den 10. Mai herum haben verschiedene Kirchen in ganz Deutschland homosexuelle Paare trotz Verbot des Vatikans gesegnet. © Felix Hörhager/dpa

Am 10. Mai fanden auch in Köln trotz des Verbots des Vatikans Segnungen homosexueller Paare statt. Unbekannte zündeten daraufhin an einer Kölner Kirche eine Regenbogenfahne an.

Unbekannte haben von einer Kirche in Köln zwei Regenbogenfahnen abgerissen und angezündet. Die Gemeinde habe am Mittwoch Strafanzeige erstattet, wie ein Sprecher der Polizei am Donnerstag bestätigte. „Die Ermittlungen zu dem Fall dauern an“, sagte der Sprecher. Zuvor hatte der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet.

Köln: Unbekannte zünden Regenbogenfahne an Kirche an – dort wurden am Sonntag homosexuelle Paare gesegnet

Die Regenbogenfahne ist ein Symbol von unter anderem lesbischen, schwulen, bisexuellen und Trans-Menschen und gilt als Zeichen für Toleranz und die Vielfalt des Lebens. Am vergangenen Sonntag hatte die Gemeinde im Stadtteil Lindenthal während eines Open-Air-Gottesdienstes homosexuelle Paare gesegnet und damit auch das zuvor ausgesprochene Segnungsverbot des Vatikans kritisiert. Der Segnungsgottesdienst war Teil der Initiative #liebegewinnt, wie die Gemeinde auf ihrer Website mitteilte. Vertreter der Gemeinde waren am Donnerstag zunächst nicht zu dem Vorfall zu erreichen.

Köln: Das steckt hinter der Initiative #liebegewinnt

Die Initiative #liebegewinnt richtet sich gegen das vom Vatikan ausgesprochene Segnungsverbot gleichgeschlechtlicher Paare. Auf der Website der Initiative steht: „Das ist ein Schlag ins Gesicht für Menschen weltweit, die zum Teil ein Leben lang um ihre Art zu lieben ringen und dafür lange genug diskriminiert wurden – auch von der Kirche. Es ist auch ein Schlag ins Gesicht für alle Seelsorger:innen und Theolog:innen, die Menschen in entscheidenden Situationen ihres Lebens den Segen Gottes zusagen, den Gott allein schenkt. Zur Realität dieser Kirche gehört bislang, dass eine Segensfeier für homosexuelle Paare und für Menschen, die nach einer zerbrochenen Ehe sich neu verlieben, meist heimlich passieren muss. Ein Segen durch die Hintertür jedoch ist beschämend – für die zu Segnenden und für die Kirche.“

In ganz Deutschland haben sich Kirchen deshalb dazu entschieden, trotzdem Segnungen für Homosexuelle abzuhalten. Die Segnungen fanden am 10. Mai in verschiedenen Kirchen in ganz Deutschland statt. In Köln haben laut der Website der Initiative insgesamt vier Kirchen Segnungen für gleichgeschlechtliche Paare angeboten:

Während diese vier Einrichtungen gleichgeschlechtliche Paare in Köln trotz des Verbots des Vatikans segneten, stellte sich der Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki hinter das Segnungsverbot. Wie das Domradio berichtete, sehe er darin „eine Stärkung des katholischen Ehe- und Familienverständnisses.“

Woelki stand zuletzt außerdem in Bezug auf das Missbrauchsgutachten in der Kritik, da er dieses zunächst unter Verschluss halten wollte. Inzwischen räumte er seine Fehler ein.(dpa)

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