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Giftschlange war in Köln entwischt – jetzt können die Nachbarn aufatmen

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Von: Nina Büchs

Eine Südafrikanische Korallenschlange blickt in die Kamera.
Eine Südafrikanische Korallenschlange ist aus einem Terrarium in Köln geflohen. © Stadt Köln / Feuerwehr

In Köln-Klettenberg war eine Südafrikanische Korallenschlange aus einem Terrarium entflohen. Bei dem Biss der Schlange wird ein Nervengift freigesetzt. Bewohner mussten evakuiert werden.

Update vom 16. Februar, 06:15 Uhr: Nach einer langen Suche konnte die Südafrikanische Korallenschlange am Montag gegen 20:25 Uhr endlich in der Wohnung des Reptilienbesitzers gefunden werden. Nach Angaben der Stadt Köln war sie gerade auf dem Weg zu einer der aufgestellten Futterfallen und befand sich im Flur der Wohnung, Kriechrichtung Wohnungstür.

Die restlichen Bewohner des Zehn-Parteien-Hauses in Köln-Klettenberg durften im Anschluss auch wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Dem Besitzer wurde anschließend aufgetragen seine Terrarien auf deren Sicherheit prüfen. Die Feuerwehr war seit dem frühen Montagmorgen mit insgesamt 23 Kräften im Einsatz. Zusätzlich waren noch das Ordnungsamt, das Veterinärmt der Stadt Köln und die Polizei vor Ort anwesend. (os)

Köln: Giftschlange bleibt weiter verschwunden – Bewohner dürfen nicht in Wohnungen zurück

Update vom 15. Februar, 18:25 Uhr: Die entwischte Giftschlange ist noch immer nicht gefunden worden. Wie die Stadt Köln am Abend berichtet, hatte die Feuerwehr die betroffenen Wohnung gegen 18 Uhr verlassen. Zuvor legten die Einsatzkräfte weitere Futterfallen und Wärmequellen aus – vorsichtshalber auch in der Nachbarwohnung. Man erhofft sich, dass sich die „Südafrikanische Korallenschlange“ aus ihrem Versteck wagt, sobald Ruhe in die Wohnung eingekehrt ist. Erst am späten Montagabend ist eine weitere Kontrolle vorgesehen.

Die Bewohner des Zehn-Parteien-Hauses dürfen heute nicht in ihren Wohnungen übernachten, wie die Stadt mitteilt. Die Polizei habe das Haus versiegelt. Bis auf eine Person konnten alle Bewohner privat unterkommen, für einen älteren Herrn werde eine Unterkunft organisiert, heißt es in der Mitteilung. (sk)

Köln: Südafrikanische Korallenschlange aus Terrarium entwischt – Mehrfamilienhaus evakuiert

Erstmeldung vom 15. Februar, 14:20 Uhr:

Köln – Großer Schreck in Köln-Klettenberg (Stadtbezirk Lindenthal): Ein Besitzer mehrerer Schlangen bemerkte am Sonntag, dem 14. Februar, dass seine „Südafrikanische Korallenschlange“ nicht mehr in ihrem Terrarium lag. Das Mehrfamilienhaus, in dem die Schlange untergebracht war, wurde nun evakuiert.

Giftschlage in Kölner Mehrfamilienhaus verschwunden – das passiert bei einem Biss

Nach Angaben der Stadt Köln hatte der Besitzer nach eigener, erfolgloser Suche, am frühen Montagmorgen, dem 15. Februar, die Feuerwehr verständigt. Die „Südafrikanische Korallenschlange“ ist nach Angaben der Stadt Köln etwa sechs Monate alt. Das Tier ist circa 20 Zentimeter lang und von geringem Durchmesser. Sollte sich die Schlange bedroht fühlen und beißen, wird ein Nervengift freigesetzt. Da es sich bei der Schlange jedoch um ein Jungtier handelt, sind die Giftmengen im Rahmen eines Bisses nach Expertenmeinung nicht vergleichbar mit denen eines ausgewachsenen Tieres. Jedoch ist auch hier mit äußerster Vorsicht vorzugehen. So könne grundsätzlich mit einer leichten bis mittelschweren Reaktion auf den Biss gerechnet werden. Schwere Reaktionen können nicht ausgeschlossen werden.

Diese Symptome können bei dem Biss einer „Südafrikanischen Korallenschlange“ auftreten:

Bei dem Biss einer Südafrikanischen Korallenschlange können verschiedene Symptome auftreten. Dazu gehören zum Beispiel: Sehstörungen, Augenliederschlaffung, Schluck- und Atembeschwerden und ausgeprägten Lähmungserscheinungen sowie Bewusstseinsstörungen. Im Extremfall kann der Tod durch Atemlähmung eintreten.

 Aufgrund der versteckten Lebensweise kommt es kaum dazu, dass Menschen von der Schlange gebissen werden.

Giftschlange in Köln-Klettenberg: Bewohner haben ihre Wohnungen verlassen

Nach Angaben der Feuerwehr gehe man davon aus, dass sich das Tier derzeit noch in der Wohnung aufhält. Das Mehrfamilienhaus, in dem der Schlangenbesitzer seine Tiere hält, ist ein Zehn-Parteienhaus ohne bauliche Verbindung zu benachbarten Gebäuden. Zur Sicherheit haben alle Bewohner bereits am frühen Morgen ihre Wohnungen verlassen und sind privat untergekommen.

Südafrikanische Korallenschlange: Das ist über das Tier bekannt

Körperlänge60-80 Zentimeter
Wissenschaftlicher NameAspidelaps lubricus
Höhere KlassifizierungScheinkobras
FamilieGiftnattern (Elapidae)
NahrungKleine Echsen (Lacertilia), andere Schlangen, kleine Säugetiere vor allem Mäuse, Vögel sowie Reptilieneier

Köln: Besitzer hält zwölf weitere Schlangen in seiner Wohnung – Feuerwehr hat Tür versiegelt

Insgesamt werden in der Wohnung zwölf Schlangen gehalten. Notwendige artenschutzrechtliche Genehmigungen zur Haltung liegen vor. Die Haltung der Schlangen in der Wohnung wird durch das Veterinäramt der Stadt Köln als vorbildlich bewertet.

Die Wohnung des Schlangenbesitzers wurde bereits frühzeitig durch die Feuerwehr versiegelt. Keller- und Außenbereiche und Abfallbehältnisse wurden durch die „Fachgruppe Reptilien“ der Feuerwehr Düsseldorf ebenfalls kontrolliert. Derzeit muss davon ausgegangen werden, dass sich das Tier in der Wohnung versteckt hält.

Köln: So geht die Feuerwehr vor, um die Schlange zu fangen

Um das Tier zu finden, wendet die Feuerwehr verschiedene Techniken an. Zum Beispiel wird unter anderem Mehl ausgestreut um „Kriechspuren“ der Schlange zu erkennen. Zudem werden in einzelnen Räumen „Kriechsperren“ ausgebracht. Damit soll eine weitere Flucht in andere Räume verhindert werden. Mit Kamera- und Endoskoptechnik werden außerdem schwer zugängliche Bereiche kontrolliert. Auch Wärmequellen und Futterfallen legt die Feuerwehr aus, um das Tier anzulocken. Das Personal trägt Schutzkleidung, um sich vor einem Biss zu schützen.

Giftschlange in Köln: Aktuell besteht keine Gefährdung für Anwohner

Durch die eingeleiteten Schutzmaßnahmen besteht nach Angaben der Stadt aktuell keine Gefährdung für Anwohner. Da es sich um ein wechselwarmes Tier handelt, dessen Aktivität von der Außentemperatur abhängt, wird die Schlange die warme Wohnung voraussichtlich auch nicht verlassen. Das Tier würde nach Aussage der Experten umgehend in eine „Kältestarre“ verfallen und bei länger anhaltenden Minusgraden auch verenden.

Köln: Schlange geflohen – Kölner Zoo steht beratend zur Seite

Neben der Feuerwehr sind das Ordnungsamt der Stadt Köln sowie das Umweltamt der Stadt Köln mit dem Veterinärbereich vor Ort. Die Feuerwehr Köln steht außerdem in engem Austausch mit dem Kölner Zoo. Der dortige Leiter des Aquariums, auch zuständig für Reptilien, steht den Einsatzkräften als Fachberater zur Seite.

Giftschlange in Klettenberg – das passiert, wenn das Tier beißt

Sollte es dazu kommen, dass das Tier die Einsatzkräfte und Mitarbeiter beißt, wurde von medizinischer Seite durch den Leitendenden Notarzt der Stadt Köln das Behandlungsschema in Abstimmung mit der Giftnotrufzentrale München (spezialisiert auf Giftschlagen) vorbereitet. Ein geeignetes Kölner Krankenhaus wurde informiert und ist im Bedarfsfall ebenfalls vorbereitet.

Ein geeignetes „Gegengift“ steht für den Giftstoff jedoch nicht zur Verfügung. Die Behandlung erfolgt gegebenenfalls unter Nutzung eines verwandten Gegengifts je nach Zustand.

Die Feuerwehr Köln ist aktuell mit knapp über 20 Einsatzkräften vor Ort. Der Einsatz dauert an. Das Einsatzende ist derzeit nicht absehbar, so die Stadt. Bereits zum jetzigen Zeitpunkt wird eine weitere Unterbringung der Hausbewohner geklärt. (nb)

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