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Köln: Kahlschlag am Decksteiner Weiher – Stadt fällt 100 Bäume

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Von: Oliver Schmitz

Sonnenschein im Winter am Decksteiner Weiher in Köln.
Der Decksteiner Weiher ist ein beliebtes Erholungsgebiet für Kölner. © IMAGO/Manngold

Die Stadt Köln wird am Decksteiner Weiher bis Anfang April ganze 100 Bäume fällen. Mehrere Wege in der Parkanlage müssen dabei zeitweise gesperrt werden.

Köln – Es ist eine unschöne Nachricht für Naturfans: Der Decksteiner Weiher in Köln wird schon bald etwas lichter aussehen. Im Kölner Naherholungsgebiet sollen bis Anfang April ganze 100 Bäume zwischen der Bachemer Landstraße und der Gleueler Straße gefällt werden. Die Gründe sind dabei vielfältig, haben aber wohl alle die gleiche Ursache: den Klimawandel.

Decksteiner Weiher: Lange Trockenheit und gefährlicher Pilz sorgt für große Abholzung

Betroffen sind laut Stadtverwaltung vor allem ungesunde Buchen und ein einige Ahornbäume im Lindenthaler Teil des Weihers. Die Buchen leiden an einer Krankheit, welche vor allem durch den anhaltenden „Trockenstress“ der letzten Jahre ausgelöst wurde. Im Zuge dessen haben sich auch noch andere Schädlinge wie Borkenkäfer oder Pilze breit gemacht. Durch den Befall drohen Äste von den Bäumen zu fallen, wodurch vor allem Spaziergänger gefährdet werden könnten.

Die Ahorne leiden derweil ebenfalls unter einer Krankheit. Diese kann aber nicht nur für die Bäume, sondern auch für Menschen gefährlich sein. Bei der sogenannten „Rußrindenkrankheit“ verteilen sich Sporen von Pilzen in der Luft und können nach dem Einatmen zu Atemwegsprobleme oder sogar zur Atemnot führen.

Neben den Abholzungen werden an 90 weiteren Bäumen noch totes Holz und Fehlentwicklungen der Kronen beseitigt. Der Zustand der Bäume am Decksteiner Weiher ist also leider generell nicht sehr gut. Im Zuge der Arbeiten müssen auch einige Wege in den Parkanlagen rund um den Weiher zeitweise gesperrt oder eingeschränkt werden. Dadurch könnten schöne Zufallsbegegnungen von Menschen am Decksteiner Weiher wohl etwas unwahrscheinlicher werden. Ob im Anschluss neue Bäume als Ersatz gepflanzt werden sollen, ist derweil nicht bekannt.

Köln: Klimawandel verschlechtert Bedingungen für Bäume in der Stadt

Laut Stadtverwaltung ist der zunehmend schlechte Zustand der Bäume in Köln eine Folge des Klimawandels, der auch große Auswirkungen auf die Tierwelt in Nordrhein-Westfalen hat. So steigen die Temperaturen immer weiter an, was einige negative Folgen mit sich bringt: zum Beispiel häufigere Hitze- und Trockenperioden, häufiger Starkregen und Sturm sowie häufigeres Auftreten von (neuen) Krankheiten und Schädlingen. Alles Dinge, die den Bäumen das Leben äußerst schwer machen, weshalb immer mehr darunter leiden und letztlich gefällt werden müssen.

Um den entgegenzuwirken versucht die Stadt Köln die Bäume unter anderem durch Bewässerungskonzepte optimal zu pflegen. Darüber hinaus sollen die verschiedenen Baumarten in Zukunft nach und nach durch resistentere Sorten ausgetauscht werden. (os)

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