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Vergewaltigung am Decksteiner Weiher: Was zum Fall in Köln bisher bekannt ist

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Von: Lydia Mayer

Spaziergänger sind am Decksteiner Weiher im Grüngürtel in Köln-Sülz unterwegs
Spaziergänger sind am Decksteiner Weiher in Köln unterwegs. Vergangene Woche Mittwoch soll dort eine Vergewaltigung passiert sein. (Symbolbild) © Manngold/Imago Images

Eine Joggerin soll im Kölner Stadtwald vergewaltigt worden sein. Die Polizei ermittelt mittlerweile auch gegen die Frau. Was bisher über den Fall bekannt ist.

Köln – Am hellichten Tag an einer beliebten Laufstrecke am Decksteiner Weiher in Köln soll am Mittwochmorgen, 24. Februar, eine Joggerin vergewaltigt worden sein. Der Fall sorgt für Angst und Unruhe unter den Kölnern, befürchtet die Polizei doch eine Wiederholungstat. Mittlerweile geht die Polizei davon aus, dass die Tat in der Form nicht stattgefunden hat und ermittelt auch gegen die Betroffene wegen des Verdachts auf das Vortäuschen einer Straftat. Die Ermittlungen in dem Fall laufen aber unabhängig davon weiter.

Mutmaßliche Vergewaltigung am Decksteiner Weiher: Das ist über die Tat bekannt

Der nach wie vor unbekannte mutmaßliche Täter soll die Joggerin am Mittwoch zwischen 8:30 und 9:30 Uhr unweit des Ausflugslokals „Haus am See“ am Decksteiner Weiher in Köln angesprochen, bedroht und dann in ein angrenzendes Waldstück geführt und missbraucht haben. Die Polizei davon aus, dass der Täter gefährlich ist und möglicherweise erneut zuschlagen könnte.

Angebliche Vergewaltigung im Kölner Stadtwald: Die Täterbeschreibung

Die betroffene Joggerin beschreibt der Polizei den Täter als etwa 30-50 Jahre alt sein, etwa 1,90 Meter groß. Er soll hellhäutig sein, akzentfrei Deutsch gesprochen und grüne Augen haben. Zum Tatzeitpunkt trug der kräftig gebaute Täter laut der Beschreibung eine enge Jogginghose, eine Laufjacke, eine Wollmütze, Handschuhe und einen Mundschutz.

Zur durchgängig schwarzen Oberbekleidung trug er helle Stoffschuhe, bei denen es sich definitiv nicht um Laufschuhe handeln soll. Die Polizei spricht mit Blick auf das Verbrechen von atypischem Vorgehen des Täters und befürchtet deshalb, dass er wieder zuschlagen könnte.

Suche nach mutmaßlichen Vergewaltiger: Was die Polizei Köln bisher unternommen hat

Am Tag der Tat (24. Februar) spricht die Polizei mit ersten Zeugen, untersucht den Tatort wertet erste Hinweise aus. Einen Tag später ist die Polizei erneut im Bereich des Tatorts im Kölner Stadtwald unterwegs, um mögliche Spuren zu sichern. Zudem richtet die Polizei eine Ermittlungsgruppe ein, die den Fall übernimmt.

Wie der Kölner Stadtanzeiger berichtet, hat bei der Befragung vor Ort eine Spaziergängerin Polizisten auf einen verdächtigen, dunkel gekleideten Mann am Decksteiner Weiher hingewiesen. Die Beamten kontrollierten den Mann, nahmen ihn zur Identitätsfeststellung sogar mit auf die Wache. Da er nachweislich nichts mit der angeblichen Tat zu tun gehabt haben konnte, durfte er kurz darauf wieder gehen.

Mit einer Hundertschaft suchte die Polizei nach weiteren möglichen Hinweisen und Spuren, die den bis dato unbekannten Täter überführen könnten. Außerdem wurden Fahndungsplakate mit der Täterbeschreibung aufgehängt, in der Hoffnung, dass sich weitere Zeugen melden, die den Täter gesehen haben könnten.

Am Freitagmorgen (26. Februar) sind Ermittler im Kölner Stadtwald und im Gebiet rund um den Decksteiner Weiher unterwegs und sprechen gezielt Passanten an, die morgens im Tatortbereich unterwegs sind und potenzielle Zeugen sein könnten.

Wende im Fall einer möglichen Vergewaltigung am Decksteiner Weiher: Zweifel an Darstellung

Nachdem die Polizei erste Hinweise und die Ergebnisse bisheriger Untersuchungen ausgewertet hat, gibt es am Montag, 1. März 2020, eine Überraschung in dem Fall. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft Köln informieren, dass gegen die Joggerin der Anfangsverdacht des Vortäuschens einer Straftat besteht, sie die Tat womöglich nur erfunden oder zumindest nicht wahrheitsgemäß geschildert hat.

„Nach Auswertung der bislang vorliegenden Beweismittel ist mittlerweile nicht auszuschließen, dass die Geschädigte die von ihr angezeigte Tat vorgetäuscht oder sich die Tat anders als von ihr geschildert zugetragen haben könnte“, heißt es in einer Pressemitteilung von Staatsanwaltschaft und Polizei Köln.

 „Wir haben die Angaben des mutmaßlichen Opfers mit objektiven Beweismitteln abgeglichen und haben, zum Beispiel anhand rechtsmedizinischer Erkenntnisse, Abweichungen festgestellt“, sagte Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer dem Kölner Stadtanzeiger.

Hat es eine Vergewaltigung im Stadtwald Köln gegeben? Wie es jetzt weitergeht

Trotz des nun bestehenden Verdachts gegenüber dem mutmaßlichen Opfer werde aber weiterhin in alle Richtungen ermittelt. Die zunächst gesicherten und als tatrelevant eingestuften Spuren werden laut einer Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft Köln beim Landeskriminalamt priorisiert ausgewertet, um weitere Klarheit über den Fall zu bekommen. Zudem wurde ein Gutachten beauftragt, Details dazu werden jedoch nicht preisgegeben. Die Ermittlungen dauern auch zwei Wochen nach dem Vorfall weiter an. Zudem hat der Anwalt des Opfers nun Akteneinsicht beantragt.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 10. März inhaltlich ergänzt und aktualisiert.

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