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Kölner betreibt „Schnitzelparadies“ auf Malta – aber ein kölsches Erinnerungsstück fehlt

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Von: Nina Büchs

Außenansicht des Restaurants „Rudi´s Schnitzelparadies“.
Rudi‘s Schnitzelparadies ist das einzige deutsche Restaurant auf Malta. © Rudi Bluhm

Rudi Bluhm betreibt das einzige deutsche Restaurant auf Malta und schenkt dort Kölsch aus. Jetzt sucht er nach kölschen Bierfassdeckeln – doch die Suche gestaltet sich schwer.

Köln/Malta – Rudi Bluhm ist ein „Kölsche Jung“, in Köln betrieb er bis Anfang der 2000er fünf verschiedene Bierkneipen mit Restaurant – vor allem in der Altstadt, darunter zum Beispiel das „Haus Müller“ und das „Butterfass“. Seit sieben Jahren wohnt er nun aber auf Malta. Dort betreibt er iim Norden der Insel mit seiner Frau Tanja das einzige deutsche Restaurant und schenkt getreu seiner Heimat auch Kölsch aus.

Das Restaurant „Rudis Schnitzelparadies“ ist der ganze Stolz des 60-Jährigen. Doch damit Ambiente auch wirklich perfekt ist, sucht er nun noch kölsche Bierfassdeckel. Die sind aber gar nicht so leicht zu finden. Mit 24RHEIN sprach er über seine nervenaufreibende Suche und darüber, wie er als Kölner nach Malta kam.

MaltaInselgruppe im Mittelmeer
HauptstadtValletta
AmtsspracheMaltesisch und Englisch
WährungEuro
Einwohner514.564 (2019)
Fläche316 Quadratkilometer

Kölner Wirt macht Restaurant auf Malta auf und sucht kölsche Bierfassdeckel – doch niemand will liefern

Gesucht hat der Kölner Wirt schon auf Amazon und Ebay und sogar bei verschiedenen Brauereien hat er nachgefragt. Doch: „Nach Malta will niemand liefern, selbst wenn ich die Liefergebühren übernehme“, so der gelernte Koch und Metzger. Seine Suche hat er auch auf Facebook, in der öffentlichen Gruppe „Schnüss schwade - Wir sprechen Kölsch!“ gepostet. Dort schreibt er, dass er Bierfassdeckel der Marken Früh, Sion, Gaffel oder Reissdorf sucht. „Natürlich übernehmen wir die Kosten. Bitte über PN an mich. Einen Gruss in die Heimat“, steht in dem Post.

Gastronom Rudi Bluhm hält in einer Küche zwei Messer in der Hand.
Rudi Bluhm betreibt „Rudi´s Schnitzelparadies“ auf Malta. © Rudi Bluhm

Laut Rudi Bluhm gab es auf seine Suchanzeige jedoch kaum Reaktionen. Einige wussten zunächst sogar gar nicht, wonach er überhaupt suchte. Deshalb hat er ein Bild zu seinem Post hinzugefügt, auf dem die Bierfassdeckel zu sehen sind. „Bisher hat sich aber leider noch niemand gemeldet, der diese in seinem Keller herumliegen hat und mir schicken kann“, erzählt Bluhm.

Basis-Informationen Malta

Kölner Wirt macht Restaurant in Malta auf – Deutsche kommen eher selten

Die Suche will er aber nicht aufgeben. Denn die Deckel würden sich sehr gut in seinem Restaurant machen, dass er mit seiner Frau direkt am Meer betreibt. Seit sieben Jahren bewirten sie ihre Gäste dort nun, Rudi Bluhm steht täglich selbst in der Küche. „Bei uns gibt es typisches deutsches Essen, von Schnitzel, Haxen mit Sauerkraut bis hin zu Holzfäller Steaks und anderen deutschen Gerichten.“

Neben Kölsch schenkt der Wirt auch andere deutsche Biere aus, wie Erdinger oder Paulaner und auch deutsche Weine sind im Angebot. Beliebt ist das Restaurant besonders bei den Maltesern – sie machen rund 90 Prozent der Gäste aus. „Deutsche kommen dagegen eher selten, obwohl in Malta rund 4.500 von ihnen leben“, so Bluhm.

Rudis Schnitzelparadies: Kölner Gastronom wandert nach Malta aus – so kam es zu der Idee

Gut zwei Jahre hat es gedauert, bis er und seine Frau das Restaurant auf Malta gefunden haben und ihren Traum vom Auswandern verwirklichen konnten. „Ich bin in meinem Leben viel gereist und habe schon auf unterschiedlichen Kontinenten gelebt. Eigentlich war aber mein Plan, nach Lanzarote auszuwandern“, erzählt Rudi Bluhm.

Doch dann kam alles anders. „Meine Frau kommt ursprünglich aus Frankfurt, hat aber schon selbst ein paar Jahre auf Malta gelebt. Als wir uns kennengelernt haben, hat sie mir immer von der Insel vorgeschwärmt und auch meine Gäste in der Kneipe erzählten mir oft, sie wollen wieder zurück auf die Insel. Ich dachte mir, was wollen die da, das ist ja nur ein Felsbrocken“, so Bluhm, der zu diesem Zeitpunkt noch nie selbst auf Malta war.

„Meine Frau und ich sind dann einmal zu einem zweiwöchigen Urlaub nach Malta aufgebrochen. Als wir im Flugzeug die Insel von oben gesehen haben, mit den Felsbrocken und dem weiten Meer ringsherum, hab ich mich aber sofort in Malta verliebt. Noch im Flugzeug sagte ich dann zu meiner Frau: „Komm, hier bleiben wir jetzt“.

Trotz einiger Anfangsschwierigkeiten hat der Gastronom die Entscheidung, nach Malta auszuwandern, bis heute nicht bereut. „Wieso sollte ich wieder nach Köln gehen, hier auf Malta ist es jeden Tag wie im Urlaub“, so der Wirt. Seine Heimat vermisst er nur zur Karnevalszeit, da hört er seine Lieder aus der Heimat und freut sich über ein bisschen Köln in seinem Paradies. (nb)

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