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Wirtschaftsexperte: „Köln ist hipp, wenn man nicht genau hinschaut“

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Von: Michael Hirz, Peter Pauls

IW-Direktor Professor Michael Hüther vor Podcast-Mikrofon beim Kölner Presseclub
IW-Direktor Professor Michael Hüther © Peter Pauls & Rupert Oberhäuser / Imago

IW-Direktor Michael Hüther erklärt im Podcast des Kölner Presseclub, warum die Stadt Köln weiter hinter ihren Möglichkeiten zurück bleibt.

Köln – Seit mehr als 70 Jahren residiert das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. Chef dieser Denkfabrik mit circa 165 Mitarbeitern ist Prof. Michael Hüther. Der meinungsstarke und einflussreiche Wirtschaftsforscher ist mit wachem Blick unterwegs, auch auf die Stadt, in der er seit fast 18 Jahren arbeitet. Kein Wunder, dass wir für unseren neuen Podcast mit ihm nicht nur über steigende Lebenshaltungskosten, nervöse Börsen und die Europäische Zentralbank (EZB) sprachen, sondern auch über diese Stadt. Hier ist der 59-Jährige ein gefragter Experte - wie erst jüngst, als das Prachtbuch „KölnGold“ festlich vorgestellt wurde, das zwischen Buchdeckeln Schätze aus zwei Jahrtausenden versammelt und Ansporn sein soll, sich auf eigene Stärken zu besinnen.

Daran anknüpfend, bescheinigt Michael Hüther Köln ein Potential der Ausstrahlung, was eine freundliche Umschreibung für den Umstand ist, dass Deutschlands viertgrößte Stadt unter ihren Möglichkeiten bleibt. Sie sei eben nicht „das Hoch im Westen“, das sie eigentlich sein müsste, sagt Hüther und urteilt: „Köln ist hipp, wenn man nicht genau hinschaut.“

Michael Hüther: „Eine Metropole entsteht auch durch Leuchtturmprojekte“

Wo denn die großen Projekte der Stadt seien, fragt er. Die gezielte Präsentation der „Via Culturalis“ etwa, die von historischen Baudenkmälern gesäumte Achse zwischen Dom und der Kirche St. Maria im Kapitol. Warum ist dort kein Haus der Universität geplant, fragt Michael Hüther rhetorisch. Die Universität Köln, eine der größten Deutschlands, sei schließlich eine Gründung der Stadt.

„Eine Metropole, eine Strahlkraft entsteht auch durch Leuchtturmprojekte“, erklärte Michael Hüther im „Kölner Presseclub“-Podcast, erinnerte an den Erfolg des Rheinauhafens und die ewigen Pläne zur Tieferlegung der Nord-Süd-Fahrt, die die Stadt zerschneidet. „Die Via Culturalis müsste mit einer ganz anderen Dynamik betrieben werden“, urteilt er. (ppmh/IDZRW)

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