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Reker bei Impfungen in Mülheim: „Hier sind Leute, die die Stadt am Laufen halten“

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Von: Johanna Werning

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker steht neben Staatssekretärin Serap Güler vor einem Impfbus in Köln Mülheim.
OB Henriette Reker zieht in Begleitung von Staatssekretärin Serap Güler in Mülheim eine Zwischenbilanz zu den Corona-Impfungen. © Werning/24RHEIN

Sind die Impfaktionen gegen das Coronavirus in Köln erfolgreich? OB Henriette Reker besucht die Aktion in Mülheim. Ihr Fazit ist positiv.

Köln – Mehr als 800 Menschen wurden am ersten Tag der Impfaktion in Köln-Mülheim gegen das Coronavirus geimpft. Die Aktion ist nur ein Standort einer ganzen Reihe von Kölner Stadtteilen, in denen bereits Schwerpunktimpfungen gegen das Coronavirus für Bewohner angeboten wurden.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker stattete dem Impfbus am Marktplatz von Mülheim am Freitag einen Besuch ab – auch, um ein erstes Fazit zu Kölns besonderem Weg aus der Pandemie zu ziehen. „Das Projekt ist ein voller Erfolg“, sagte sie. Begleitet wurde Reker von Serap Güler, Staatssekretärin für Integration im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen. Seit dem 10. Juni wird in Mülheim gegen das Coronavirus geimpft.

Köln: Reker besucht Corona-Impfungen in Köln Mülheim

Reker sprach den Menschen vor Ort ihren Dank aus – für das Interesse an den Impfungen. „Ich möchte auch sagen, hier sind Leute, die die Stadt am Laufen halten. Es ist eine wertschätzende Maßnahme. Die Personen, die geimpft werden, sind Leute, die Essen ausfahren und an den Kassen sitzen“. Reker und Güler begutachteten vor Ort auch den Impfbus. Doch nicht nur das: der ein oder andere Bewohner nutzte die Chance, um ein Selfie mit Kölns Oberbürgermeisterin zu bekommen. Sie betonte immer wieder, wie wichtig die Impfaktionen in den einzelnen Kölner Stadtteilen sind. „Hier werden vor allem diejenigen geimpft, die sonst nicht zum Hausarzt oder zum Impfzentrum gehen würden. Die Aktion wird auch weiterhin laufen“.

So läuft die Impfung in den Stadtteilen ab

Im Rahmen der Schwerpunkt-Impfungen in den einzelnen Kölner Stadtteilen wird in einem umgebauten Bus geimpft. 35 Mitarbeiter sind dort jeden Tag im Einsatz. Stefan Jucker von der Feuerwehr Köln zeigte die mobile Impfstation. Zu den wichtigen Aufgaben der Mitarbeiter vor Ort gehört es, Ängste zu nehmen und Vertrauen aufzubauen. „Viele Menschen lesen Im Internet Sachen, die gar nicht stimmen“, sagte Jucker.

Köln: Impfungen in Mülheim – Staatssekretärin Güler appelliert an Bund

Auf Nachfrage von 24RHEIN berichtet Staatssekretärin Güler, wie wichtig ein solches Impfangebot ist. „Wir haben sehr viele Menschen getroffen, die sich anstellen und sich impfen lassen möchten. Ich glaube, dass das die beste Werbung für das Impfen ist. Durch die Mund-zu-Mund-Propaganda werden ganz viele andere Menschen motiviert“ und nutzen das Impfangebot. Immerhin könne man sich schnell und „unbürokratisch impfen lassen.“

Projekte wie die Impfaktion in sozialen Brennpunkten seien ein wichtiger Aspekt im Kampf gegen die Pandemie. „Daher der Appell an den Bund, mehr Impfstoff zu Verfügung zu stellen“, so Güler weiter. Nur so können die mobilen Impfstationen am Laufen gehalten werden.

Köln: Reker zieht Zwischenbilanz zur Impfaktion im sozialen Brennpunkt

Bei der Pressekonferenz um 12:30 Uhr stellte Reker der Staatssekretärin Güler „das niedrigschwellige Impfangebot vor und zieht eine Zwischenbilanz der Kölner Initiative“, teilte die Stadt vorab mit. Reker dankte Güler für die Bereitstellung des Impfstoffes durch das Land NRW. „Für das Projekt brauchen wir Impfstoff“, betonte Reker – ohne Impfstoff vom Land hätte es keine Impfaktionen geben können, das zeigte sich bereits in den vergangenen Wochen.

Flyer mit Informationen zur Impfung gegen das Coronavirus in Mülheim liegen auf einem Tisch.
Anwohner von Mülheim können sich am Marktplatz gegen das Coronavirus impfen lassen – die Stadt wirbt offensiv. © Werning/24RHEIN

„Das ist ein wichtiges Projekt“, sagte Güler. Ein wichtiges Angebot für die Bewohner von Köln – das jeder leicht und mit wenig Aufwand wahrnehmen kann, wie auch Reker betont. „Wir möchten das Impfangebot so niederschwellig wie möglich machen. Darum ist kein Termin nötig. Man muss nur mit seinem Personalausweis kommen.“

Mehr als 9.000 Menschen geimpft

Die Impfungen gegen das Coronavirus in den Stadtteilen von Köln sind ein Erfolg. „Insgesamt wurden 9.000 Personen dank des Projekts geimpft. Allein heute wurden 300 Menschen in Mülheim geimpft“, sagte Dr. Dr. Alex Lechleuthner, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes Köln im Gespräch mit 24RHEIN. „Ich bin mit der Aktion zufrieden. Es konnten viele zusätzliche Personen geschützt werden. Ein voller Erfolg.“

Corona in Köln: Sonderimpfaktion in Mülheim – Bewohner werden ohne Termin geimpft

Hintergrund für den Termin in Mülheim ist die derzeit laufende Impfkampagne in Köln. Seit Donnerstag, 10. Juni, können Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils kostenlos und ohne Termin gegen das Coronavirus geimpft werden. „Personen, die in Einrichtungen durch mobile Teams oder durch die Uniklinik geimpft werden, erhalten den Impfstoff von Moderna oder Johnson & Johnson“, schreibt die Stadt online. Es sei nicht möglich, sich den Impfstoff auszusuchen.

Serap Güler: Staatssekretärin des Landes Nordrhein-Westfalen

Corona in Köln: Ärmere Stadtteile leider mehr unter Pandemie

Schon seit mehreren Wochen setzt die Stadt Köln im Kampf gegen das Coronavirus auf Impfangebote in „vulnerablen Sozialräumen“. Denn auch wenn die Inzidenz in Köln sinkt, gibt es enorme Unterschiede zwischen den einzelnen Stadtteilen. Vor allem ärmere Stadtgebiete leiden unter höheren Inzidenzwerten. Während in Mülheim die Inzidenz bei 35,2 liegt, ist der Wert im Stadtteil Hahnwald beispielsweise bei 0 (Stand: 9. Juni).

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