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Laden verkauft gerettete Lebensmittel – den Preis wählen Kunden selbst

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Von: Sofia Popovidi

The Good Food in Köln, ein Laden wo abgelaufene oder nicht der Norm entsprechende Lebensmittel angeboten werden.
The Good Food in Köln: Es werden aussortierte oder gerade abgelaufene Lebensmittel angeboten. Der Preis wird selbst bestimmt. (Archivbild) © Henning Kaiser/dpa

„The Good Food“ rettet Lebensmittel vor der Tonne. Zu kaufen gibt es auch abgelaufene Produkte. Mittlerweile wurde der vierte Standort in Köln eröffnet.

Köln – Wer kennt es nicht: Der Joghurt in der hintersten Ecke des Kühlschranks wurde mal wieder übersehen. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist erreicht und das Essen landet mal wieder im Müll. Doch ist das auch immer richtig? Die Gründerin von „The Good Food“, einem Supermarkt aus Köln, hat ein besonderes Konzept entwickelt, um Lebensmittelverschwendung zu reduzieren.

„The Good Food“ in Köln: Unperfekte und abgelaufene Lebensmittel kaufen

In dem Kölner Laden werden Obst, Gemüse und Lebensmittel, die kurz vor oder nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums sind, angeboten – und das zu einem Preis, den sich die Kunden selber aussuchen können. So werden Lebensmittel, die sonst in der Tonne landen, gerettet. „Wir gehen selbst bei unseren kooperierenden Landwirten aufs Feld und machen die Nachernte“, schreibt der „The Good Food“ auf seiner Website. Zudem kooperiert der Laden mit Herstellern, „die uns Lebensmittel, die kurz vor oder kurz nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums sind, abgeben“.

Doch ist es überhaupt in Deutschland erlaubt, abgelaufene Lebensmittel zu verkaufen? Aus rechtlicher Sicht ja, da das Mindesthaltbarkeitsdatum nur eine Empfehlung ist. „Man muss lediglich die Kunden darauf hinweisen, dass das Produkt bereits abgelaufen ist. Lebensmittel, die ein Verbrauchsdatum tragen, sollten nicht darüber hinaus verzehrt werden“, erklärt der Kölner Laden auf seiner Seite.

Lebensmittel retten: Neue Filiale im Agnesviertel eröffnet

„The Good Food“ hat mittlerweile vier Standorte in Köln. Die neueste Filiale eröffnete am 4. Oktober 2022 im Agnesviertel. Doch angefangen hat alles mit einem einfachen Marktstand. Dort hat das Team ihr krummes und unperfektes Obst und Gemüse verkauft. Aus dem gesparten Geld des Standes entstand zunächst ein vorübergehender Standort als Pop-up-Store. Im Februar 2017 dann der erste Laden: in der Venloer Straße im Stadtbezirk Ehrenfeld. In den vergangenen Jahren kamen die Standorte in Sülz und zwei im Agnesviertel dazu.

Köln: Lebensmittel kaufen nach dem Motto – „Zahl, was es dir wert ist“

The Good Food in Köln, ein Laden wo abgelaufene oder nicht der Norm entsprechende Lebensmittel angeboten werden.
Das Prinzip von The Good Food: „Zahl, was es dir wert ist“. (Archivbild) © Henning Kaiser/dpa

„The Good Food“ hat ein spezielles Bezahlsystem, der Kundinnen und Kunden sogar zum Nachdenken bringen soll. Das Motto: „Zahl, was es dir wert ist“. Gründerin Nicole Klaski erklärt auf ihrer Website: „Denn bei The Good Food geht es uns sowohl darum, ganz konkret Lebensmittel vor der Tonne zu retten, als auch darum, auf die enorme Lebensmittelverschwendung in unserer Gesellschaft aufmerksam zu machen. Es ist wichtig, dass wir uns klarmachen, was uns gute Lebensmittel wert sein sollten.“

Mit diesem Konzept ermöglicht es der Kölner Laden auch Menschen, die wenig Geld haben, nachhaltiger einzukaufen. „Manche geben mehr, manche weniger, ganz wie sie können, und das ist völlig in Ordnung“, sagt Klaski. (spo) Fair und unabhängig informiert, was in Köln passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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