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„Konnten ihr nicht helfen“ – Tierheim Dellbrück trauert um Hündin Sunny

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Von: Johanna Werning

Das Tierheim Dellbrück trauert um Hündin Sunny. Wenige Tage, nachdem sie beim Tierarzt zurückgelassen wurde, starb sie an Lebershunt.

Update vom 23. Januar, 9 Uhr: Traurige Nachrichten aus dem Tierheim in Köln-Dellbrück: Nachdem man vor einigen Tagen noch verkündete, die kranke Hündin „in letzter Sekunde“ gerettet zu haben, musste das Tierheim nun Abschied vom kleinen Fellknäuel nehmen. Sunny verstarb an Lebershunt. „Es fällt uns nicht einfach, diese Zeilen zu schreiben. Wir machen es kurz: Wir konnten Sunny nicht helfen. Vor einigen Tagen waren wir ja noch optimistisch, dass die Medikamente anschlagen, aber eine wirkliche Besserung brachten sie nicht. Sie hat nicht einmal in der ganzen Zeit alleine gefressen und lief, wenn überhaupt, nur im Kreis oder gegen die nächste Wand,“ schreibt das Tierheim Dellbrück auf Facebook.

„Sie schien kaum hören oder sehen zu können. Die weitere Diagnostik brachte zutage, dass der festgestellte Lebershunt nur eine von vielen Erkrankungen war. Selbst wenn man ihn operiert hätte, hätte sie niemals ein normales, fröhliches Hundeleben führen können. Schweren Herzens haben wir sie gehen lassen.“ Die Anteilnahme für die kleine Hündin ist riesig: Am Montagmorgen (23. Januar) verzeichnete der Post bereits über 3.500 Reaktionen und fast 500 Kommentare.

„Rettung in letzter Sekunde“: Hund Sunny sollte eingeschläfert werden

Erstmeldung vom 13. Januar, 10:31 Uhr: Köln – Was die kleine Sunny bereits durchmachen musste, ist einfach nur traurig. Mit verschiedenen Krankheitssymptomen wurde die kleine Hündin mit den großen Kulleraugen vor einigen Tagen von ihren Besitzern zum Tierarzt gebracht. „Sie wies Symptome einer Epilepsie auf, wurde mit Medikamenten behandelt und dann wurde den Besitzern weitere Diagnostik ans Herz gelegt“, erklärt das Tierheim Köln-Dellbrück in einem emotionalen Facebook-Beitrag und spricht dabei auch von einer „Rettung in letzter Sekunde“.

Hund Sunny soll eingeschläfert werden – weil die Behandlung zu aufwendig ist

Der Grund macht dabei einfach nur traurig. Für die aufwendige und wohl auch ziemlich teure Behandlung waren die Besitzer von Sunny nicht bereit. Stattdessen ließen die sie die einjährige Hündin einfach beim Tierarzt zurück – zum Einschläfern. Glücklicherweise kontaktierte die Praxis jedoch das Tierheim in Dellbrück (Stadtbezirk Köln-Mülheim). Die sprangen sofort ein und nahmen das kleine Fellknäuel in Obhut.

Über den Berg ist die Hündin allerdings trotzdem noch nicht: „Es geht wirklich alles andere als gut“, so das Tierheim. „Sie ist total abwesend, scheint weder wirklich zu hören, noch zu sehen und nimmt in der meistern Zeit nicht viel wahr.“ Auch fressen will die zuckersüße Hündin kaum. Was genau Sunny hat, ist nicht klar.

Tierheim Köln-Dellbrück

► Das Tierheim Köln-Dellbrück gibt es seit 1969.

►Jedes Jahr kümmert sich das Tierheim um etwa 500 Hunde, 400 Katzen und 400 Kleintiere sowie Hunderte Wildtiere. Gerade in den letzten Monaten war das Tierheim Dellbrück oft „voll bis obenhin“.

► Dabei haben viele Tiere ein herzergreifendes Schicksal: Hund Erni wurde zum Beispiel grausam verstümmelt.

Tierheim Köln-Dellbrück will Hund Sunny retten: „Wir tun alles, was wir können“

Die Hündin einfach aufgeben, kommt für das Tierheim allerdings nicht infrage: „Wir tun alles, was wir können“, heißt es auf Facebook weiter.

„Es wurde ein viel zu hoher Ammoniak-Wert im Blut festgestellt, der eventuell ein Indikator für einen Lebershunt sein könnte. Dabei handelt es sich um eine angeborene oder erworbene Lebergefäßmissbildung, bei der es durch Ansammlungen von giftigen Substanzen zu neurologischen Störungen kommen kann.“ Die tapfere Hündin bekommt jetzt Laktulose, Antibiose und Spezialfutter und wird weiter untersucht.

Wie Sunnys Geschichte ausgeht, ob die Hündin gesund wird und sogar ein neues, liebevolles Zuhause findet, sei aktuell noch nicht absehbar, so das Tierheim. Eines steht aber fest: Schon jetzt drücken unzählige Facebook-User die Daumen. Der Tierheim-Post hat bereits über 2200 Likes und Hunderte Kommentare, die alle in eine Richtung gehen. „Da fehlen mir echt die Worte … Jeder Depp kann sich ein Tier anschaffen … es ist zum Heulen … ich wünsche dem kleinen Spatz alles Gute, ich hoffe, das geht gut aus…“ und „Viel Glück für die süße Maus. Wie kann man nur so herzlos sein?“ heißt es unter anderem. (jw) Tipp: Fair und verlässlich informiert, was in Köln passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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