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Köln erlaubt Muezzin-Ruf – Moscheen beraten über Umsetzung

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Von: Johanna Werning

Das Gebäude der DITIB-Zentralmoschee in Köln.
In der Zentralmoschee Köln könnte schon bald der Gebetsruf möglich sein – für Reker ein „Zeichen des Respekts“ (Symbolbild) © S. Ziese/Imago

In Köln darf der Muezzin in Zukunft zum Gebet rufen. Das Projekt in Köln sorgte für Diskussion. Für Oberbürgermeisterin Reker ist es ein „Zeichen des Respekts“.

Köln – In Köln sind bald nicht nur Kirchglocken zu hören, sondern auch der Ruf des Muezzins. Im Rahmen eines Modellprojekts in Köln ist es künftig möglich, dass Moscheen ihre Gläubigen zum Freitagsgebet rufen dürfen. Zwischen 12 und 15 Uhr darf dann die Moschee den Gebetsruf am Freitag starten. Doch nicht alle sind davon offenbar begeistert, wie Oberbürgermeisterin Henriette Reker erklärt. Darum spricht sie sich erneut für den Gebetsruf aus.

Nach „viel Diskussion“: Reker spricht sich erneut für Muezzin-Ruf aus – „Zeichen des Respekts“

Aufgrund von „viel Diskussion“ bezieht Kölns Oberbürgermeisterin noch einmal Stellung und spricht sich für den Muezzin-Ruf aus. „Köln ist die Stadt der (religiösen) Freiheit & Vielfalt“, so Reker auf Twitter. Doch damit nicht genug. „Den Muezzin-Ruf zu erlauben ist für mich ein Zeichen des Respekts“, schreibt Reker auf Twitter.

Ruf des Muezzins

Während in christlichen Kirchen die Glocken geläutet werden, um Gläubige zum gemeinsamen Gottesdienst zu rufen, sind es in den Moscheen die Rufe des Muezzins. Besonders wichtig im Islam ist dabei das Freitagsgebet, das zwischen 12 und 15 Uhr erfolgt. Dafür dürfen künftig auch in Köln die Moscheen ihre Gläubigen rufen.

„Wer am Hauptbahnhof Köln ankommt, wird vom Kölner Dom begrüßt und von Kirchengeläut begleitet. Viele KölnerInnen sind Muslime“, so Reker weiter. Das Modellprojekt ist darum ein „Zeichen der gegenseitigen Akzeptanz der Religion“. „Wer das anzweifelt, stellt die Kölner Identität und unser friedliches Zusammenleben infrage“, so Reker zuletzt. Und dennoch: Unter den Kommentaren von Rekers Twitter-Post gibt es nicht nur Zuspruch.

Köln erlaubt Gebetsruf der Moscheen – es gelten Regeln

Doch auch wenn der Muezzin-Ruf grundsätzlich in Köln möglich ist, ist die tatsächliche Durchführung nicht ganz so leicht. Denn für die Moscheen gibt es mehrere Auflagen. Nur dann ist der Gebetsruf am Freitag erlaubt.

Zu den Auflagen gehört, dass der Gebetsruf nicht länger als fünf Minuten dauern darf. Erlaubt ist er nur, wenn der Antrag von der Stadt bewilligt worden ist. Und auch die Lautstärke ist streng geregelt. Je nach Lage der Moschee gibt es eine maximale Höchstgrenze. Außerdem muss jede Gemeinde einen Ansprechpartner festlegen, der Fragen aus der Nachbarschaft beantwortet und mögliche Beschwerden entgegennimmt.

Köln erlaubt Gebetsruf der Moscheen – noch keine Anträge gestellt

Entsprechende Anträge von Moscheegemeinden liegen nach Angaben der Stadt aber noch nicht vor. „Stand heute ist noch kein Antrag eingegangen, daher ist auch nicht absehbar, wann es losgeht“, teilte ein Sprecherin der Stadt der Deutschen Presse-Agentur am Montagnachmittag (11. Oktober) mit.

Auch die Zentralmoschee in Kölner Stadtteil Ehrenfeld hat noch keinen Antrag gestellt. „Wie die Umsetzung in der Zentralmoschee erfolgen kann, wird intern noch beraten und danach erst mit der Stadt Köln besprochen werden“, heißt es auf Nachfrage von 24RHEIN. Bis es also wirklich einen Muezzin-Ruf in Köln gibt, könnte es also noch dauern. (jw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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