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„Naked Bike Ride“ – warum am 1. Juli hunderte Radfahrer nackt durch Köln fahren

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Von: Martin Henning

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des „Naked Bike Ride Cologne“ vor dem Bahnhof Köln Messe/Deutz.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des „Naked Bike Ride Cologne“ setzen sich für eine bessere Verkehrs-Infrastruktur in Köln ein. © Harald Schuster

Am 1. Juli werden wieder zahlreiche Radfahrerinnen und Radfahrer ziemlich hüllenlos durch Köln radeln. Das hat einen besonderen Hintergrund. 24RHEIN klärt auf.

Köln – Am 1. Juli werden viele Menschen in Köln große Augen machen: Denn dann fährt ein ziemlich spärlich bekleideter Fahrrad-Konvoi durch die Innenstadt. „Naked Bike Ride“ – so heißt die Initiative von Radfahrern, die für Aufsehen sorgt.

Doch was steckt dahinter? 24RHEIN klärt auf.

„Naked Bike Ride“ in Köln: Radfahrer wollen auf Problem aufmerksam machen

Der „Naked Bike Ride Cologne“ ist eine gemeinsame Initiative des Vereins Radkomm, der Grünen Jugend Köln und der Wählergruppe „Klima Freunde“. „Wir möchten mit der Aktion zeigen, dass Fahrradfahrer*innen im Straßenverkehr nackt, also verletzlich sind“, sagt der Radkomm-Vorsitzende Harald Schuster im Gespräch mit 24RHEIN. Die Initiative setzt sich für eine sichere Infrastruktur in der Stadt ein.

Köln gilt ohnehin als wenig fahrradfreundliche Stadt. Immer wieder kommt es hier zu Unfällen. Statistiken der Polizei Köln zufolge sind zwischen 2011 und 2020 über 17.000 Radfahrerinnen und Radfahrer in der Stadt verunglückt, 47 Menschen starben. „Die meisten Verkehrstoten wären durch gute Infrastruktur vermeidbar“, sagt Harald Schuster. „Wir haben das Ziel der ‚Vision Zero‘, also dass es keine tödlichen Unfälle von Radfahrer*innen mehr gibt. Die Null ist möglich.“

Mit Wohlwollen schaut Schuster auf andere europäische Großstädte. „Barcelona und London haben sich zu Radfahrparadiesen entwickelt. In Brüssel hat sich der Radverkehr in den letzten zwei Jahren um 40 Prozent gesteigert. Wenn gerade so große Städte wie London und Barcelona das hinkriegen, sollte es in Köln auch zu schaffen sein.“ Zuletzt hatten sich Kölner Parteien für eine teils autofreie Kölner Innenstadt ausgesprochen.

„Naked Bike Ride“: Zahlen und Fakten

„Naked Bike Ride“ in Köln: Auch ein Plädoyer für „Body Positivity“

Doch die Demo soll nicht nur ein Zeichen für einen sicheren Radverkehr setzen. Sondern auch „für ein fröhliches und buntes Miteinander und für das, was man schön neudeutsch ‚body positivity‘ nennt“, schreiben die Veranstalter. „Wir möchten jeden aufrufen, sich uns anzuschließen. Auch dein Körper ist verletzlich. Hab‘ auch du den Mut, dich zu zeigen“, ergänzt Schuster.

Für den 1. Juli rechnet er mit etwa 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Die Veranstalter legen Wert darauf, dass die Demo coronakonform durchgeführt wird. Bedeutet: Masken und Abstand sind Pflicht. Start ist um 18:00 Uhr auf der Schaafenstraße, die Demo endet auf dem Ebertplatz mit einer Abschlusskundgebung.

„Naked Bike Ride“ in Köln: Die Route

Übrigens: Bei den bisherigen zwei Demos waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht ganz nackt, wie es der Name eigentlich suggeriert. Denn 2019 und 2020 war das verboten. „Im Gegensatz zu anderen europäischen Gerichten sind deutsche Gerichte strenger“, erklärt Harald Schuster. Derzeit warten die Organisatoren noch auf die finale Bewilligung. Dann entscheidet sich, ob beim „Naked Bike Ride“ 2021 die Geschlechtsteile und/oder die weibliche Brust bedeckt sein müssen. Ohnehin wollen sich die Veranstalter aber nicht auf ihre Nacktheit reduzieren lassen. „Wir sind keine Nudistenparty“, betont Schuster. (mah)

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