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„Nett-Werk Köln“ wurde gehackt: „Wir sind stinksauer“

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Von: Martin Henning

Eine Hand ist als Silhouette vor einem Hackerprogramm auf einem Laptop zu sehen.
Unbekannte verschafften sich Zugriff zu verschiedenen „Nett-Werken“ auf Facebook. © Silas Stein/Imago

Knapp 200.000 Mitglieder hat die Facebook-Gruppe „Nett-Werk Köln“. Jetzt sind die Betreiber wohl Opfer von Hackern geworden. Doch nicht nur sie sind betroffen.

Köln – Welche Supermärkte haben am Sonntag in Köln auf? Wer hat eine Wohnung für maximal 600 Euro frei? Und natürlich: Warum ist eben ein Hubschrauber über Porz geflogen? Auf diese und viele weitere Fragen hat das „Nett-Werk Köln“ immer eine Antwort. Die Facebook-Gruppe zählt fast 200.000 Mitglieder und ist Anlaufstelle für alle möglichen Themen. Jetzt muss sich der Gründer Phil Daub mit einem besonders ärgerlichen Thema beschäftigen: Cyber-Kriminalität.

Am Wochenende kaperten mutmaßlich Hacker das Nett-Werk Köln. Die unbekannten Täter übernahmen zunächst die privaten Facebook-Accounts von Daub und den anderen Administratoren, schmissen sie danach aus der Gruppe. Erst am Montag erlangte Daub die Kontrolle über das Nett-Werk zurück. Auf manche Gruppen hätten er und die anderen Administratoren aber immer noch keinen Zugriff.

„Nett-Werk Köln“ gehackt: Täter könnten aus dem Ausland kommen

„Vom Zeitpunkt der Übernahme unserer privaten Facebook-Accounts bis zur Übernahme der Gruppen sind ganze drei Tage vergangen. Das hätte nicht passieren dürfen“, schreibt Daub in der Facebook-Gruppe. Und das trotz besonderer Sicherheitsmaßnahmen. Offenbar gebe es eine massive Sicherheitslücke bei Facebook. „Wir sind noch lange nicht erleichtert, sondern erstmal immer noch stinksauer“, schreibt Daub.

Screenshot eines Eintrags aus dem Nett-Werk Köln.
Das Nett-Werk Köln wurde offenbar Opfer einer Hackerattacke. © Screenshot Facebook

Ob – und wenn ja – was die Täter verändert haben, ist noch völlig unklar. Daub vermutet, dass die Täter aus dem Ausland kommen und die gestohlenen Daten im Darknet verkaufen könnten. Er hat Anzeige beim Landeskriminalamt erstattet. Auch Facebook habe er bereits versucht, zu kontaktieren. Vergeblich. „Ich hoffe nur, dass wir und auch ihr eine offizielle Stellungnahme von Facebook dazu bekommen und der Schaden begrenzt wurde“, schreibt Daub in der Gruppe.

Auch „Nett-Werk Düsseldorf“ Opfer der Hacker

Doch das „Nett-Werk Köln“ ist nicht das einzige Opfer der mutmaßlichen Hacker. Die Unbekannten verschafften sich auch Zugriff auf die Ableger aus Düsseldorf, Krefeld, Solingen und Berlin. Kirsten Olsen, Betreiberin des Nett-Werks Düsseldorf, schreibt in ihrer Gruppe: „Wie es aussieht, sind unsere Profile via Messenger angriffen worden, mit PNs, die wir nie geöffnet, geschweige denn beantwortet haben.“

Polizei NRW gibt Tipps gegen Datenklau bei Facebook und Co.

Die Polizei NRW empfiehlt mehrere Maßnahmen, um sich gegen Datenklau im Netz zu wehren:

Betroffene sollten außerdem alle Menschen im eigenen Umfeld informieren. So könne man verhindern, dass die Hacker noch mehr Daten abgreifen und den Bekannten schadhafte Links schicken. (mah) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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