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DEVK will Hochhaus in Köln bauen – doch es gibt ein Problem

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Von: Johanna Werning

Ein Entwurf der geplanten DEVK-Zentrale am Kölner Rheinufer in Riehl.
Die DEVK bekommt eine neue Zentrale – doch ob der Neubau in Köln steht, ist nun fraglich. (Entwurf) © DEVK

Die DEVK will in Köln-Riehl ein Hochhaus bauen. Doch das Unternehmen wartet auf ein Signal der Stadt. Auch ein Standort außerhalb Kölns kommt in Frage.

Köln – 49.000 zusätzliche Quadratmeter – geplant auf 40 Etagen, dazu Cafés, Restaurants, ein Fitnessstudio und sogar eine Kita. Das alles soll Platz im neuen DEVK-Hochhaus in Köln finden. „Mit dem Neubau möchte der Kölner Versicherer vor allem den dringenden Bedarf an zusätzlichen Arbeitsplätzen decken. Rund 2.100 Menschen arbeiten derzeit in der Kölner Zentrale – etwa 500 von ihnen müssen aus Platzmangel jedoch in externen Gebäuden unterbracht werden“, teilt das Unternehmen mit.

DEVK
Sitz:Köln
Gründung:1886
Mitarbeiterzahl:6.000 (2021)
Rechtsform:Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit

DEVK-Hochhaus: Entwürfe stehen – so soll die neue Zentrale in Köln aussehen

Darum ist der Neubau des sanierungsbedürftigen Gebäudes mehr als nötig. Rund 49.000 Quadratmeter Büro- und Geschäftsflächen auf 40 Etagen könnten nach Plan der DEVK in der Nähe des Kölner Zoos entstehen – zusätzlich zu den bereits bestehenden 48.000 Quadratmetern der DEVK-Zentrale.

Ein Entwurf der neuen DEVK-Zentrale. Das Bürogebäude steht direkt an der Zoobrücke.
Rund 49.000 Quadratmeter zusätzliche Büro- und Geschäftsflächen auf 40 Etagen sind für neue DEVK-Zentrale geplant (Entwurf) © DEVK

Entwürfe für den Neubau an der Riehler Straße 190 in Köln-Riehl (Stadtbezirk Köln-Nippes) gibt es auch schon. Der Plan dabei: Neben Büro- und Geschäftsflächen gibt es im Untergeschoss Cafés, Restaurants, ein Fitnessstudio und weitere Geschäfte des täglichen Bedarfs sowie eine Kita. Dafür will die Versicherung 750 Millionen Euro springen lassen.

Ein Entwurf der neuen DEVK-Zentrale. Im Innenhof finden sich Bäume und ein Wasserspiel.
So soll die DEVK-Zentrale von innen aussehen (Entwurf) © DEVK
DEVK-Hochhaus: Fakten zum Vorhaben:
Adresse:Riehler Straße 190, 50735 Köln
Fläche:97.000 Quadratmeter (davon 49.000 Quadratmeter als Neubau)
Etagen:40
Kosten:750 Millionen Euro
Mögliche Ausstattung:Büro- und Geschäftsflächen, Cafés, Restaurants, ein Fitnessstudio und eine Kita

Köln: Neues DEVK-Hochhaus geplant – doch es gibt ein Problem

Doch es gibt ein Problem: „Obwohl die DEVK konkrete Pläne für die Umsetzung vorgelegt sowie Ideen und Anregungen der Stadt erbeten hat, fehlt bislang ein positives Signal des Kölner Baudezernats“, so die Versicherung. Eigentlich sollte es bis zum 6. Juli eine offizielle Rahmenbedingung für die Ausschreibung des Architekten-Wettbewerbs geben. Doch bislang blieb das Schreiben der Stadt laut DEVK aus.

Und die Stadt? „Der Baudezernent sieht den Standort als grundsätzlich geeignet für ein Hochhaus an“, sagt Baudezernent Markus Greitemann gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger. „Letztendlich entscheidet die Politik auf Grundlage des geplanten Wettbewerbes und dessen Ergebnisses.“

Der Hauptsitz der DEVK Versicherung gesehen vom Deutzer Rheinufer in Blickrichtung Mülheimer Brücke.
So sieht das DEVK-Gebäude aktuell aus (Archivbild) © Christoph Hardt/Imago

DEVK: Nach Ärger mit der Stadt Köln – Versicherungszentrale in Leverkusen, Bonn und Monheim?

Doch das könnte nun zu spät sein. „Nach nunmehr drei Jahren Gesprächen mit der Stadt, bei denen immer wieder neue Termine angekündigt wurden, verlieren wir langsam den Glauben an Zusagen seitens der Stadt“, sagt Bernd Zens, DEVK-Vorstandsmitglied. Man möchte „endlich einen Schritt weiterkommen“ – zur Not auch außerhalb von Köln.

„Allein aus geschäftlicher Perspektive müssen wir deshalb in Betracht ziehen, unser Vorhaben an einem anderen Standort zu realisieren.“ Denkbar: Leverkusen, Bonn und Monheim, heißt es auf Nachfrage von 24RHEIN. Gespräche mit den jeweiligen Regionen haben allerdings noch nicht stattgefunden.

„Nach wie vor hoffen wir auf eine schnelle und konkrete Einigung mit dem Baudezernat Köln“, so Zens. „Die Umsetzung an unserem jetzigen Standort würden wir bevorzugen, allerdings zeigen die Erfahrungen der letzten Jahre, dass eine Absprache mit den Verantwortlichen der Stadt schwierig ist.“

Wegen DEVK-Hochhaus: „Köln mutiert zum Investorenschreck“

Für die FDP in Köln ein absolutes Unding: „Köln mutiert zum Investorenschreck. Eine lethargische Stadtverwaltung und eine bremsende Ratskoalition aus Grünen und CDU sind eine toxische Mischung für den Wirtschaftsstandort“, sagt der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln, Ralph Sterck.

„Dabei sollten wir froh sein, dass nach Corona ein Unternehmen 750 Millionen Euro in seine Zentrale investieren will. Wenn am Ende die Arbeitsplätze und Steuereinnahmen weg sind, haben die Verantwortlichen endgültig gegen ihren Ratseid verstoßen, Schaden von der Stadt Köln abzuwenden“, sagt der FDP-Politiker weiter. (jw) Fair und unabhängig informiert, was in Köln und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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