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Kölner Zoo: Nachwuchs bei den seltenen Philippinen-Krokodilen

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Von: Luisa Funck

Das Philippinen-Krokodil mit Nachwuchs im Kölner Zoo
Seltener Nachwuchs bei den Philippinen-Krokodilen im Kölner Zoo. © Prof. Dr. Ziegler/Kölner Zoo

Im Kölner Zoo gibt es seltenen Nachwuchs – den es so seit sechs Jahren nicht mehr gab. Die Philippinen-Krokodile „Pinoy“ und „Mindo“ haben vier Junge bekommen.

Köln – Es gibt Nachwuchs im Kölner Zoo und der ist etwas ganz Besonderes – denn Nachwuchs dieser Art gab es schon seit sechs Jahren nicht mehr. Bei dem Krokodil-Pärchen „Pinoy“ und „Mindo“ ist am 30. Juni das Erste von vier Jungen geschlüpft. Pinoy und Mindo sind Philippinen-Krokodile und stark vom Aussterben bedroht. Langfristig sollen die Kleinen nicht in Köln bleiben, sondern ausgewildert werden – um die Population auf den Philippinen wieder zu stärken.

Philippinen-Krokodil
Wissenschaftlicher Name:Crocodylus mindorensis
Ordnung:Krokodile (Crocodylia)
Familie:\tEchte Krokodile (Crocodylidae)
Größe:Mittelgroß
Erhaltungszustand:Vom Aussterben bedroht

Kölner Zoo: Die Philippinen-Krokodile sind vom Aussterben bedroht

In der freien Wildbahn gibt es nur noch 100 Krokodile ihrer Art. Sie kommen nur auf den Philippinen vor und zählen zu den seltensten Krokodilen der Welt. Die Philippinen-Krokodile stehen als „vom Aussterben bedroht“ auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) – daher wurde ein Programm ins Leben gerufen, um eine Reservepopulation unter anderem in Europa zu entwickeln. Nachdem 2006 die ersten Philippinen-Krokodile nach Europa gebracht wurden, gelang im Juli 2013 die erste Zucht für Europa im Kölner Zoo – ein Meilenstein. Mittlerweile sind die 15 Tiere auf fast 50 ihrer Art gewachsen.

Köln: „Hulky“ und „Dodong“ – die ersten Jungtiere der Philippinen-Krokodile im Kölner Zoo

„Hulky“ und „Dodong“ waren die ersten Jungen, die vor sechs Jahren im Kölner Zoo geschlüpft sind. Seit Dezember 2020 sind die zwei wieder zur Auswilderung auf den Philippinen, wo sie in einer Halbfreianlage leben und auf das Leben in freier Wildbahn vorbereitet werden. Auch diese zwei Philippinen-Krokodile sind vor sechs Jahren auf natürliche Weise im Zoo in Köln geschlüpft und das ist wichtig, um die Tiere wieder auswildern zu können.

Kölner Zoo
Adresse:Riehler Str. 173, 50735 Köln
Öffnungszeiten:Montag bis Sonntag 9 bis 18 Uhr
Anzahl der Tiere:10.000
Eröffnet:22. Juli 1860
Fläche:20 ha

Köln: Die natürliche Sozialisierung ist Grundvoraussetzung für eine Auswilderung

Philippinen-Krokodile besitzen fürs Schlüpfen einen Eizahn, mit dem sie die Schale durchstoßen können. Anschließend trägt die Mutter ihr Junges mit der Schale ins Wasser und hilft ihm aus dem Ei – der sogenannte Maultransport. In freier Wildbahn sei dieses Vorgehen bisher noch nicht dokumentiert worden und so leisten Zoos in der Hinsicht wichtige Forschungsarbeiten, so eine Zoosprecherin. Diese natürliche Sozialisierung sei Grundvoraussetzung für eine anschließende Auswilderung. Der Nachwuchs des Kölner Zoos ist dafür also gut geeignet.

Kölner Zoo: Die Jungen sollen zur Auswilderung zurück auf die Philippinen

Im Alter von eineinhalb bis zwei Jahren soll der Nachwuchs des Kölner Zoos zur Auswilderung zurück auf die Philippinen. Zunächst müssen die Jungtiere allerdings in einigen Wochen bis Monaten voneinander getrennt werden, da Philippinen-Krokodile als Einzelgänger leben. Die Jungtiere sind aktuell nicht der einzige Nachwuchs der besonderen Art im Kölner Zoo, denn erst vor Kurzem gab es Nachwuchs bei den Bambuslemuren im Madagaskar-Haus. Der Kölner Zoo ist der einzige Zoo in Deutschland, der diese Lemurenart hält.

Übrigens: Das Jahr 2021 ist nicht nur das 50-jährige Jubiläumsjahr des Aquariums im Kölner Zoo – das Krokodil wurde auch als Zootier des Jahres gekürt. (lf) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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