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Köln hat bald eine neue Rhein-Fähre – Pendler können sich besonders freuen

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Von: Martin Henning

Jürgen Grunert, Max Dembour, Axel Lengert und Stefan Kaszian (v.l.n.r.) beleben die Fähre zwischen Niehl und Stammheim wieder.
Jürgen Grunert, Max Dembour, Axel Lengert und Stefan Kaszian (v.l.n.r.) gehören zu den 13 Mitgliedern, die die Fähre wiederbeleben. © Biber Happe

Köln hat bald eine Fähre mehr. In zwei Jahren soll sie starten und die Stadtteile Niehl und Stammheim verbinden. Vor allem Pendler können sich freuen.

Köln – Ganz schön ambitioniert, was der Verein „NiehlFährt“ vorhat. In Köln soll es schon in zwei Jahren eine neue Fähre geben, die auf dem Rhein zwischen Niehl und Stammheim pendelt. Erst im Mai hat sich der Verein gegründet, hat gerade einmal 13 Mitglieder – doch die arbeiten mit Hochdruck an der neuen Wasserverbindung im Kölner Norden.

Zu ihnen gehört auch Axel Lengert. Er verrät im Gespräch mit 24RHEIN, wie es zur verrückten Idee kam. „Bei meinem Kollegen Jürgen Grunert gärt die Idee schon seit etwa zehn Jahren“, sagt Lengert. „Wir wollen die alte Strecke wieder bedienen.“

Köln: Fähre zwischen Niehl und Stammheim soll täglich fahren

Alt, weil bis 1967 schon einmal eine Fähre zwischen Niehl und Stammheim fuhr. Fährmann Fritz „Utz“ Bilstein schipperte damals mit seiner „Henni Schmitz“, einem 16 Meter langen Motorboot, über den Rhein. So lange, bis er aus Altersgründen aufhören musste. Und weil sich kein Nachfolger fand, wurde die Fährverbindung eingestellt. Bis jetzt.

Die alte Fähre „Henny“, die bis 1967 zwischen Niehl und Stammheim fuhr.
Die alte Fähre „Henny“, die bis 1967 fuhr. © Bildarchiv Metzmacher BV Flittard

Schon im April diesen Jahres suchte „NiehlFährt“ auf seiner Webseite nach Personal. Das macht sich jetzt bezahlt. Drei Frauen und sieben Männer lassen sich derzeit zu Fährleuten ausbilden. „Diese Fährleute sollen dann wiederum andere Fährleute ausbilden“, erklärt Axel Lengert.

Eine stabile Personallage ist ungemein wichtig, denn der Verein verfolgt ein ambitioniertes Ziel. Die Fähre soll sieben Tage die Woche fahren, von frühmorgens bis spätabends, auch bei schlechten Sichtverhältnissen. „Wir haben zwei wesentliche Gruppen, an die sich unser Angebot richtet: Zum einen die Pendler, zum anderen die Freizeitsportler, Ausflügler und Fahrradfahrer“, sagt Axel Lengert. Was eine Fahrt kosten soll, dazu hält sich Lengert derzeit noch bedeckt. Aber: Man werde sich in etwa dem Preisniveau anderer Fähren anpassen.

Fähre zwischen Köln-Niehl und Stammheim: E-Motor statt Diesel

Die Fähre zwischen Niehl und Stammheim wiederzubeleben, hat für die Initiatoren auch einen gewissen nostalgischen Wert. Gar nicht nostalgisch denken sie aber beim Fortbewegungsmittel. „Die alte Fähre von 1967 gibt es sogar noch, sie ist in den Amsterdamer Grachten unterwegs. Aber wir wollen kein Ausflugsboot. Es gibt heute ganz andere Anforderungen“, sagt Lengert im 24RHEIN-Gespräch.

Eine bekannte Werft in der Nähe von Köln baue dem Verein gerade eine neue Fähre mit E-Motor. An der Anlegestelle in Niehl soll dann eine Turbine den Strom liefern, den das Gefährt für den Betrieb braucht. Die momentane Turbine ist dafür zu schwach, deswegen tüftelt die TH Köln in Zusammenarbeit mit einem Startup gerade daran, die Leistung der Turbine zu optimieren. Wenn alles klappt, wird die Fähre klimapositiv unterwegs sein – also mehr Strom produzieren, als sie verbraucht.

Ganz schön beeindruckend, was der kleine, ehrenamtliche Verein in so kurzer Zeit schon auf die Beine gestellt hat. Trotzdem: Mehr Unterstützung kann nie schaden. „Wir sind dankbar für jeden, der mithelfen möchte“, sagt Lengert.

Langsam wird es auf dem Rhein wieder voller: Nach dem coronabedingten Ausfall sind Ausflüge auf den Schiffen in Köln wieder möglich.(mah) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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