1. 24RHEIN
  2. Köln
  3. Nippes

Kölner Taubenhilfe: Verein rettet verletzte Tauben – „eine zweifache Lebensaufgabe“

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Luisa Funck, Johanna Werning

 Gwendolin Wonneberger hält ein Taubenküken in ihren Händen.
Das Taubenküken ist aus dem Nest gefallen, nun kümmert sich die Kölner Taubenhilfe. © Luisa Funck/24RHEIN

Die Kölner Taubenhilfe setzt sich für Tauben in Köln ein. Täglich werden bis zu 30 Tauben beworfen, getreten oder überfahren. Der Verein hilft den verletzten Tieren.

Köln – Die Kölner Taubenhilfe e.V. hat viel zu tun. Täglich klingelt das Notruf-Telefon: Bis zu 30 Tauben müssen gerettet werden. „Wir haben hier sehr viel Elend. Das sind menschengemachte Probleme“, erzählt Gwendolin Wonneberger, Vereinsgründerin der Kölner Taubenhilfe e.V.. Sogar Leute aus Essen rufen an und melden kranke oder verletzte Tauben. Die werden dann zur Notunterkunft in Nippes gebracht – oder abgeholt.

Kölner Taubenhilfe e.V.: „Zweifache Lebensaufgabe“ für den Verein in Köln

Ein Drittel der Tiere wurde dabei absichtlich verletzt. „Das sind keine Einzelfälle“, so Wonneberger weiter. Die Tiere werden getreten, überfahren oder beworfen. Bis zu 2000 Tauben versorgt der Verein in Köln jeden Tag. „Es ist eine zweifache Lebensaufgabe: Es ist eine Lebensaufgabe – aber man gibt auch sein Leben auf.“ Bis zu 15 Stunden verbringt Gwendolin Wonneberger an der Notunterkunft für verletzte Tauben und das täglich. Denn Arbeit gibt es genug zu tun.

Köln: Verein rettet verletzte Tauben – überfahren, getreten oder beworfen

Neben der Verpflegung müssen unzählige Tierchen auch medizinisch behandelt werden. Seit kurzem auch eine Taube, die in einem Parkhaus in Kalk gefunden worden ist. „Da wird ein Auto darübergefahren sein.“ Denn die Taube hat nicht nur offene Verletzungen am Bauch, auch die Beinchen sind gelähmt. „Die Verletzungen werden heilen, aber die Lähmung bleibt.“ Darum ist auch schon jetzt klar: Die Taube kann nicht wieder ausgewildert werden: „Die bleibt bei uns, in einer der Volieren.“

Eine Voliere der Kölner Taubenhilfe.
Gehandicapte Tauben leben auch nach ihrer Rettung weiterhin auf dem Lebenshof der Kölner Taubenhilfe. © Luisa Funck/24RHEIN

Mit ihren Verletzungen ist die Taube aus Kalk nicht allein. Die Kölner Taubenhilfe kümmert sich derzeit auch um mehrere Küken, die aus dem Nest gefallen sind oder von anderen Tieren verletzt wurden. „Alle paar Stunden werden die mit einem Aufzuchtbrei gefüttert.“ Zusätzlich müssen die kleinen Tauben medizinisch behandelt und gewärmt werden – nur so können die Taubenbabys überleben.

Ob sie es jedoch schaffen, kann noch nicht gesagt werden. Bestes Beispiel dafür war die kleine „Alma“. Zwei Männer spielten mit der kleinen Taube Fußball – trotz Rettungsaktion ist sie an ihren schlimmen Verletzungen gestorben. Das kommt immer wieder vor – dennoch ist es jedes Mal für die Vereinsgründerin und die ehrenamtlichen Mitarbeiter schlimm. Aber Aufgeben kommt nicht infrage.

Kölner Taubenhilfe e.V.: Rettungsaktionen „rund um die Uhr“

Denn neben den Straßentauben kümmert sich die Kölner Taubenhilfe auch um Brieftauben und Wildtauben – und das „rund um die Uhr“. Dabei fing alles mit einer einzigen hilfsbedürftigen Taube an: Vor circa acht Jahren hat Wonneberger ein Küken im S-Bahn-Gleisbett am Hansaring gefunden und gerettet. „Aber es gab keinen Ansprechpartner. Tierärzte wollten oder konnten nicht helfen. Und dann dachte ich, wenn sich keiner kümmert, dann mach ich das halt.“

Die Stadt Köln und der Taubenhilfe-Verein kooperieren

Allein in diesem Jahr konnten dank des Vereins 700 Tauben gerettet werden. Man kümmert sich jedoch nicht nur um kranke und verletzte Tiere. Denn neben dem Lebenshof gibt es auch einen betreuten Taubenschlag am Hansaring. Im Kölner Taubenhaus finden die Tiere rund um den Hansaring ein neues Zuhause – dadurch sind sie weniger an KVB-Haltestellen und Bahnhöfen unterwegs.

Damit die Population nicht weiter ansteigt, werden die Eier der Tauben zusätzlich ausgetauscht. Dabei wird der durch Spenden finanzierte Verein auch von der Stadt unterstützt. „Das, was es gibt, soll gesund bleiben – aber sich nicht weiter vermehren“, fasst Vorsitzende Gwendolin Wonneberger die Vereinsarbeit zusammen. (jw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant