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Baby stirbt an Schütteltrauma: Vater (19) schweigt zu den Vorwürfen

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Von: Johanna Werning

Ein Notarzt fährt mit Blaulicht durch eine Straße zum Einsatz.
In Köln wurde ein Säugling wohl so stark geschüttelt, dass es in den nächsten Tagen sterben wird (Symbolbild) © Maximilian Koch/Imago

Ein 19-Jähriger soll sein Baby so sehr geschüttelt haben, dass an den schweren Hirnverletzungen gestorben ist. Der Mann sitzt nun in U-Haft in Köln.

Update vom 20. Dezember, 14:57 Uhr: Nach dem Tod eines nur sechs Wochen alten Mädchens und der Festnahme seines Vaters in Köln hat sich der Verdacht auf ein Schütteltrauma bei dem toten Kind bestätigt. Das teilte die Staatsanwaltschaft auf Basis des vorläufigen Obduktionsergebnisses am Dienstag mit. Der Vater, dem vorgeworfen wird, seiner Tochter die schweren Hirnverletzungen zugefügt zu haben, sitze in Untersuchungshaft. Er schweige zu den Vorwürfen. Mehrere Medien hatten zuvor berichtet.

Das kleine Mädchen war in der vergangenen Woche im Krankenhaus gestorben. Zuvor hatte die Polizei den 19 Jahre alten Vater festgenommen. Der Mann, der mit seiner Tochter alleine in der Wohnung in Köln-Nippes gewesen sein soll, hatte den Angaben zufolge selbst Rettungskräfte alarmiert und dabei von „einem angeblichen Sturzgeschehen“ berichtet, wie es die Polizei beschrieben hatte. Nachdem das Mädchen aber untersucht worden war, hatten sich erhebliche Zweifel an dem von ihm geschilderten Geschehensablauf ergeben.

Baby stirbt an schweren Hirnverletzungen: Das ist passiert

Baby stirbt an schweren Hirnverletzungen: Vater (19) in U-Haft

Update vom 16. Dezember, 11:47 Uhr: Auch am Freitag sind viele Fragen im Fall des verstorbenen Babys noch immer offen. Klar ist: Das sechs Wochen alte Mädchen aus dem Stadtbezirk Köln-Nippes starb am Donnerstagnachmittag im Krankenhaus an den Folgen schwerer Hirnverletzungen.

Die Vermutung: Der 19-jährige Vater hat seine Tochter geschüttelt, sodass sie an den Folgen eines Schütteltraumas starb. Wie Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer gegenüber 24RHEIN sagt, wurde gegen den Mann am Donnerstag ein Haftbefehl erlassen. Er befindet sich nun in U-Haft. Ob der Beschuldigte Angaben vor dem Richter gemacht hat, ist noch nicht bekannt, so Bremer. Ebenfalls noch unklar: Ob die Familie dem Jugendamt bekannt gewesen ist.

Noch heute soll die Obduktion des Säuglings stattfinden. Die Ermittlungen gegen den Vater „wegen des dringenden Verdachts des Totschlags“ laufen weiter.

Baby stirbt an schweren Hirnverletzungen: Vater (19) festgenommen

Update vom 15. Dezember, 17:05 Uhr: Das Baby ist am Nachmittag „an seinen schweren Hirnverletzungen im Krankenhaus verstorben“, teilen Polizei und Staatsanwaltschaft am frühen Donnerstagabend mit.

Das ist ein Schütteltrauma

► Ein Schütteltrauma ist eine durch äußere Gewalt verursachte Hirnverletzung bei Säuglingen und Kleinkindern.

► Dabei wird das Baby oder das Kleinkind so stark geschüttelt, dass der Kopf unkontrolliert hin und her schleudert.

► Beim Schütteln schleudert der Kopf des Säuglings unkontrolliert hin und her. Denn der Säugling kann – wegen seiner schwachen Nackenmuskulatur – den Kopf nicht alleine halten. Dabei wird das Gehirn im Schädel hin- und hergeworfen. Es können Blutgefäße und Nervenbahnen reißen.

► Die Folge: Lebenslange Behinderungen und sogar Tod sind möglich.

► Häufig werden die Kinder so stark geschüttelt, wenn sie vorher weinen.

►10 bis 30 Prozent der geschüttelten Kinder, die in eine Klinik gebracht werden, sterben. Rund zwei Drittel der Babys, die ein diagnostiziertes Schütteltrauma überleben, erleiden verzögerte bzw. chronische Schäden. Nur schätzungsweise 10 bis 20 Prozent der Säuglinge überleben ein diagnostiziertes Schütteltrauma ohne bleibende Schäden.

Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Baby in Köln lebensgefährlich verletzt: Verdacht auf Schütteltrauma bei Baby

Erstmeldung vom 15. Dezember: Köln – Im Stadtbezirk Köln-Nippes wurde am Mittwochabend, 19. Dezember, ein 19-Jähriger festgenommen. „Ihm wird vorgeworfen, seine sechs Wochen alte Tochter in der gemeinsamen Wohnung so schwere Hirnverletzungen zugeführt zu haben, dass sie in den nächsten Tagen versterben wird“, heißt es am Donnerstag.

Köln: Vater soll Baby so schwer verletzt haben, dass es sterben wird

„Aktuell liegt der Verdacht nahe, dass es sich um ein Schütteltrauma handelt“, sagt Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer auf Nachfrage von 24RHEIN. Bei einem Schütteltrauma handelt es sich um eine Hirnverletzung, die durch heftiges, gewaltsames Schütteln von Babys und Kleinkindern verursacht wird. Ob die Familie bereits dem Jugendamt bekannt war, sei am Donnerstagmittag noch unklar, so Bremer von der Staatsanwaltschaft Köln. „Die Ermittlungen laufen noch.“

Klar ist bereits: Der Kölner hat am Dienstag selbst den Notruf alarmiert und von einem angeblichen Sturz berichtet. „Nach einer ersten rechtsmedizinischen Untersuchung im Krankenhaus steht der von ihm geschilderte Geschehensablauf zu den diagnostizierten Verletzungen im Widerspruch“, so Polizei und Staatsanwaltschaft.

Baby in Köln lebensgefährlich verletzt: Vater (19) festgenommen

Die Polizei Köln hat eine Mordkommission eingerichtet. Nach ersten Ermittlungen war der 19-Jährige zum Tatzeitpunkt mit dem Säugling alleine in der Wohnung. Am Mittwochabend wurde er festgenommen. Er soll noch heute einem Haftrichter „wegen des dringenden Verdachtes des versuchten Totschlages“ vorgeführt werden.

Außerdem: Im Königsforst wurde am Dienstag von einem Spaziergänger eine Leiche gefunden. „Die am heutigen Tag durchgeführte Obduktion ergab Hinweise, die auf ein Gewaltverbrechen hindeuten“, so Polizei und Staatsanwaltschaft Köln. (jw mit ots) Fair und unabhängig informiert, was in Köln & NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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