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Kritik an Rekers „No-Covid“-Strategie: „Froh sein, dass die Frau außerhalb Kölns nichts zu sagen hat“

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Von: Oliver Schmitz

Kölns OB Henriette Reker
Kölns OB Henriette Reker fordert nach Meinung mancher drakonische Maßnahmen. © Marius Becker/picture alliance

Mit der Forderung nach einem anderen Umgang mit dem Coronavirus hatte Henriette Reker am Dienstag für Aufruhr gesorgt. Anschließend gab es aus durchaus Kritik.

Köln – Aufgrund zunehmend sinkender Corona-Neuinfektionen und dadurch auch sinkender Inzidenzwerte fordern in ganz Deutschland immer mehr Menschen Lockerungen des aktuellen Corona-Lockdowns. Nicht so Henriette Reker. Die Kölner Oberbürgermeisterin schlug sich jüngst klar auf die Seite der „No-Covid-Strategie“ und fordert einen Strategiewechsel beim Umgang mit dem Coronavirus. Kurz gesagt: Erst ab einer Wocheninzidenz von unter Zehn sollte es ihrer Meinung nach Lockerungen geben.

Die ersten Reaktionen ließen danach auch nicht lange auf sich warten, so gab es noch am Dienstag Kritik von der NRW-Landesregierung an Rekers Forderungen. Nun äußerten sich auch diverse Stimmen aus der Presse zu den Aussagen der Kölner Oberbürgermeisterin.

„Man kann nur froh sein, dass die Frau außerhalb Kölns nichts zu sagen hat“ – Welt

Die Welt sieht die Forderungen Rekers besonders kritisch und findet harsche Worte zu ihren Aussagen: „Wenn es nach ihr ginge, hätte es als ‚wirksame Maßnahmen‘ eine Ausgangssperre und ein stadtweites Alkoholverbot gegeben. Leider habe das Land dies abgelehnt. Darüber hinaus erklärte Reker, als Motivation für die Menschen halte sie ‚ein Belohnungssystem, wie es die Forscher der No-Covid-Initiative zuletzt skizziert haben, für besonders geeignet‘. Ein Belohnungssystem für mündige Bürger? Die Gewährung von Grundrechten als Belohnung? Spätestens bei dieser Forderung kann man nur froh sein, dass die Frau außerhalb Kölns nichts zu sagen hat.“

„Köln kann das nicht zum neuen Ziel erklären“ – Kölner Stadt-Anzeiger

Beim Kölner Stadt-Anzeiger versucht man derweil mit den wichtigsten Fragen um die „No-Covid-Strategie“ die Aussagen von Henriette Reker besser einzuordnen. So seien aktuell erstmal keine strengeren Maßnahmen zu erwarten: „Die Verschärfung des Lockdowns gehört – hier wird „No Covid“ gerne falsch verstanden – nicht zu den Zielen der Bewegung. Vielmehr geht es um eine effizientere Kontrolle und eine Verlängerung der Maßnahmen“. Jedoch räumt das Kölner Blatt anschließend ein, dass die Forderungen der Oberbürgermeisterin darüber hinaus gehen: „Doch Reker deutet mit ihrer Forderung nach einem ‚konsequenteren Lockdown‘ und mehr Spielraum für Verschärfungen an, dass ihr in der aktuellen Situation ein härterer Lockdown vorschwebt. Hier würde sie womöglich über die Forderungen der ‚No-Covid‘-Initiative hinausgehen. Unter den aktuellen Bedingungen wird sie dies allerdings nicht umsetzen können.“(os)

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